Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > USA >

Fall Jeffrey Epstein – US-Arbeitsminister Acosta: "Er ist ein schlechter Mann"

"Er ist ein schlechter Mann"  

Fall Epstein: US-Arbeitsminister Acosta verteidigt sich

11.07.2019, 07:29 Uhr | dpa

 (Quelle: t-online.de)
Anklage gegen US-Milliardär Epstein

Der US-Milliardär Jeffrey Epstein sitzt seit Samstag in New York in Haft. Die New Yorker Staatsanwaltschaft wirft Epstein die Misshandlung dutzender minderjähriger Mädchen vor. (Quelle: t-online.de)

Jeffrey Epstein: Der US-Milliardär wird wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt. (Quelle: t-online.de)


Die Affäre um den Unternehmer Epstein hat eine politische Dimension erreicht: US-Arbeitsminister Acosta wird durch den Fall von seiner Vergangenheit eingeholt – und kämpft nun um sein politisches Überleben.

Mit Blick auf die schweren Missbrauchsvorwürfe gegen den Unternehmer Jeffrey Epstein hat sich US-Arbeitsminister Alexander Acosta gegen Rücktrittsforderungen gewehrt. Hintergrund ist ein umstrittener Deal vor mehr als zehn Jahren, der Epstein ein Verfahren vor einem Bundesgericht ersparte - und dem Acosta als damaliger Staatsanwalt in Florida zustimmte. Sein Büro habe damals eingegriffen, damit Epstein auf Ebene des Bundesstaates nicht bloß unzureichend bestraft wird, sagte Acosta am Mittwoch (Ortszeit) in Washington. Andernfalls wäre Epstein womöglich ganz ohne Gefängnisstrafe davongekommen, argumentierte er.

"Wir glauben, dass wir richtig vorgegangen sind", betonte Acosta. "Wir haben getan, was wir getan haben, weil wir wollten, dass Epstein ins Gefängnis kommt."

Der schwerreiche Geschäftsmann war 2008 einem Bundesverfahren wegen Missbrauchsanschuldigungen entgangen, indem er eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft auf Bundesebene einging, die ihn vor weiteren Ermittlungen bewahrte. Epstein bekannte sich damals schuldig, Klienten mit minderjährigen Prostituierten versorgt zu haben, und saß eine Gefängnisstrafe von 13 Monaten ab - teils unter gelockerten Bedingungen. Im Gegenzug kam er ohne Verfahren vor einem Bundesgericht davon.

Alexander Acosta: Der US-Arbeitsminister hat sich im Fall Epstein gerechtfertigt. (Quelle: Reuters/Leah Millis)Alexander Acosta: Der US-Arbeitsminister hat sich im Fall Epstein gerechtfertigt. (Quelle: Leah Millis/Reuters)

Demokraten fordern Rücktritt

Weil Acosta dieses Prozedere damals als Staatsanwalt in Florida billigte, forderten einflussreiche US-Demokraten zuletzt seinen Rücktritt als Arbeitsminister. Sie kritisieren, mit dem Deal sei Epstein zu milde davongekommen und einer gerechten Strafe entgangen.

Acosta sagte, er könne verstehen, dass es Unmut über die damalige Strafe gebe. Auch sein Team und er hätten damals eine höhere Strafe für Epstein zum Ziel gehabt. Was die Opfer durchgemacht hätten, sei fürchterlich. Der mehrfachen Nachfrage von Journalisten, ob er sich bei Epsteins Opfern entschuldigen wolle, wich Acosta aus. Er begrüßte, dass es nun Ermittlungen in New York gegen Epstein gebe und betonte: "Er ist ein schlechter Mann und gehört hinter Gitter."

Die New Yorker Staatsanwaltschaft hatte am Montag neue Vorwürfe gegen Epstein erhoben. Sie beschuldigt ihn, Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht zu haben. Der 66-Jährige habe zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut, hieß es in der Anklageschrift. Einige der Mädchen seien erst 14 Jahre alt gewesen und mit großen Summen Bargeld angelockt und dazu verleitet worden, weitere Mädchen heranzuschaffen. Epstein plädierte auf nicht schuldig.

Trump nimmt Minister in Schutz

US-Präsident Donald Trump hatte Acosta am Dienstag gegen die Rücktrittsforderungen in Schutz genommen und gesagt, dieser sei ein "exzellenter" Minister, der in den vergangenen zweieinhalb Jahren einen "fantastischen" Job gemacht habe. Er habe zudem gehört, dass nicht nur Acosta in die damalige Entscheidung eingebunden gewesen sei, sondern viele Personen.

Der Fernsehsender NBC und andere US-Medien berichteten, Trump habe Acosta dazu gedrängt, bei einem öffentlichen Auftritt zu dem Fall Stellung zu nehmen. Acosta wich Nachfragen dazu aus und sagte, es gehe ihm bei seiner Erklärung nicht darum, ein Signal an den Präsidenten auszusenden. Acosta betonte, sein Verhältnis zu Trump sei hervorragend. Der Präsident habe klar gemacht, dass er hinter ihm stehe.



Der Kontrollausschuss des Repräsentantenhauses lud Acosta für den 23. Juli zu einer öffentlichen Anhörung im Fall Epstein ein. Auch dort soll der Minister nach dem Willen des Gremiums zu seinem Vorgehen als damaliger Staatsanwalt Stellung beziehen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
MagentaTV jetzt 1 Jahr inklusive erleben!*
hier Angebot sichern
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal