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USA: Rasanter Anstieg von Corona-Fällen in Tulsa nach Trump-Wahlkampfauftritt

Mehr als 3.000.000 Infizierte in den USA  

Anstieg von Fällen in Tulsa nach Trump-Kundgebung

09.07.2020, 09:10 Uhr | dpa

Donald Trump: 99% der Corona-Fälle in den USA "harmlos"

US-Präsident Donald Trump hat mit der Aussage für Aufsehen gesorgt, 99 Prozent der Corona-Fälle in den USA seien "harmlos". (Quelle: Reuters)

Unbeeindruckt von erschreckenden Prognosen: So verharmlost Präsident Donald Trump die Corona-Lage in den USA. (Quelle: Reuters)


In der außer Kontrolle geratenen Corona-Pandemie in den USA könnten in den kommenden Monaten weitere Zehntausende Menschen sterben. Präsident Trump plant trotzdem Auftritte vor Tausenden Anhängern.

Nach Corona-Rekordzahlen in den Vereinigten Staaten zeichnet sich in dem Land weiter keine Entspannung ab. Eine Reihe von Bundesstaaten wie Florida, Texas oder Arizona verzeichneten auch am Mittwoch hohe Infektionsraten, teilweise wurden Intensivbetten in Krankenhäusern knapp. Am Dienstag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit Covid-19 laut den Zahlen der Johns-Hopkins-Universität (JHU) bei mehr als 60.000 an einem einzelnen Tag gelegen – die bei weitem höchsten Zahlen bislang.

Trotzdem plant Präsident Donald Trump weitere Wahlkampfveranstaltungen. An diesem Samstag will er auf dem Flughafen von Portsmouth im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire vor Tausenden Anhängern sprechen. Alle Gäste müssen bei der Anmeldung zustimmen, dass sie "freiwillig alle Risiken" übernehmen, die aus einer Corona-Infektion resultieren könnten, wie seine Kampagne erklärte. Trumps Wahlkampflager haftet dafür nicht. Teilnehmer würden aber "stark ermuntert", bereitgestellte Masken zu tragen, hieß es.

Die Rede ist im Freien geplant, anders als Trumps Kundgebung am 20. Juni in einer Halle in Tulsa (Oklahoma). Mehr als zwei Wochen später führt die örtliche Gesundheitsbehörde den Anstieg der Coronavirus-Infektionen im Bezirk auch auf den Trump-Auftritt zurück. Dieser sowie andere Veranstaltungen hätten "mehr als wahrscheinlich" zu der Zunahme beigetragen, sagte Behördenchef Bruce Dart am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Tulsa.

Zusammenhang zwischen Trump-Auftritt und Neuinfektionen

Als Dart auf die Trump-Kundgebung angesprochen wurde, sagte er: "In den vergangenen Tagen hatten wir fast 500 Fälle und wir wissen, dass wir mehrere große Veranstaltungen vor etwas mehr als zwei Wochen hatten." Er denke, man könne da einen Zusammenhang herstellen. Trumps Auftritt war die erste seit Beginn der anhaltenden Pandemie und wurde von Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt begleitet.

Der Präsident war dafür kritisiert worden, Tausende Menschen in einer Halle zu versammeln, in der das Tragen von Masken nicht verpflichtend war. Auch Trump trägt in der Öffentlichkeit keine Maske. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, begründete das am Mittwoch erneut damit, dass der Präsident regelmäßig auf das Coronavirus getestet werde.

Donald Trump spricht auf einer Kundgebung in Tulsa: Der Auftritt soll im Zusammenhang mit Hunderten Neuinfektionen stehen. (Quelle: Stephen Pingry/Tulsa World/AP/dpa)Donald Trump spricht auf einer Kundgebung in Tulsa: Der Auftritt soll im Zusammenhang mit Hunderten Neuinfektionen stehen. (Quelle: Stephen Pingry/Tulsa World/AP/dpa)

Zahlen klettern weiter nach oben

Insgesamt liegt die Zahl der registrierten Toten infolge einer Covid-19-Erkrankung in den USA inzwischen bei mehr als 130.000 – zudem gibt es über drei Millionen bestätigte Fälle. Die Zahl der Neuansteckungen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, ist seit Mitte Juni im Zuge der Lockerung der Corona-Auflagen dramatisch angestiegen – vor allem in den Bundesstaaten Florida, Texas, Georgia, Arizona und Kalifornien. Trump erklärte das wiederholt mit der ebenfalls gestiegenen Zahl an Tests.

Bis November könnten nach einem weithin beachteten Modell des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle in den USA insgesamt rund 208.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus sterben.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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