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Corona-Krise – Donald Trump meckert über Popularitätswerte: "Niemand mag mich"

"Niemand mag mich"  

Corona-Krise: Trump meckert über gesunkene Popularitätswerte

29.07.2020, 08:43 Uhr | AFP, aj

Trump überrascht mit ungewöhnlichem Neid-Geständnis

Donald Trump hat erneut ein bizarres Briefing abgehalten: Der Präsident beklagte, dass sein Corona-Berater populärer sei als er selbst. Trump hatte zuletzt wiederholt versucht, Fauci in Misskredit zu bringen. (Quelle: t-online.de)

"Niemand mag mich": Bei einem Pressetermin beklagte US-Präsident Trump, dass sein Corona-Berater populärer sei als er selbst. (Quelle: t-online.de)


Donald Trump hat erneut ein bizarres Briefing abgehalten: Der Präsident beklagte, dass sein Corona-Berater populärer sei als er selbst. Er warb erneut für ein umstrittenes Malariamittel – und brach die Veranstaltung abrupt ab.

US-Präsident Donald Trump hat seine gesunkenen Zustimmungswerte in der Corona-Krise beklagt. "Niemand mag mich", sagte Trump am Dienstag während einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Er beschwerte sich darüber, dass sein Berater für den Umgang mit der Pandemie, der führende Seuchenexperte Anthony Fauci, populärer sei als er selbst. "Dies muss an meiner Persönlichkeit liegen", sagte der Präsident über sich selbst.

Trump und sein Umfeld hatten in den vergangenen Wochen wiederholt versucht, Fauci in Misskredit zu bringen und seine Glaubwürdigkeit zu untergraben. Der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten gilt als führender Coronavirus-Experte der USA. Mit seinen ungeschminkten Aussagen zog er sich aber den Unmut des Präsidenten zu.

Trump liegt weniger als 100 Tage vor der Präsidentschaftswahl am 3. November in den Umfragen deutlich hinter Joe Biden zurück, seinem Rivalen der oppositionellen Demokraten. Wegen seines Umgangs mit der Pandemie steht der Präsident massiv in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, die von dem Coronavirus ausgehende Bedrohung lange unterschätzt zu haben.

Plötzlicher Kurswechsel bei Krisenmanagement

Erst vor einer Woche hatte der Präsident die Bevölkerung erstmals zum Tragen eines Atemschutzes aufgerufen, nachdem er sich zuvor noch über den Gebrauch von Mund-Nase-Masken mokiert hatte.

Am Dienstag warb Trump allerdings erneut für die Anwendung des Malariamittels Hydroxychloroquin gegen das Coronavirus: "Viele Ärzte meinen, es ist extrem nützlich." Forscher hatten zu Beginn der Pandemie die Hoffnung geäußert, das Mittel könne gegen den neuartigen Erreger wirken. Inzwischen ziehen viele Wissenschaftler dies in Zweifel. Die US-Arzneimittelbehörde FDA zog im Juni eine Sondergenehmigung für Hydroxychloroquin zurück.

Trump pries zuletzt auch die Ärztin Stella Immanuel aus dem texanischen Houston, die für den Einsatz von Hydroxychloroquin gegen das Coronavirus wirbt, als "spektakulär" an. Die Onlinenetzwerke Twitter und Facebook hatten jedoch Botschaften des Präsidenten zuvor gelöscht, in denen er Videobotschaften Immanuels und anderer Ärzte zum angeblichen Nutzen von Hydroxychloroquin im Kampf gegen die Pandemie weiterverbreitete. Auf wiederholte Fragen dazu reagierte Trump dünnhäutig – und beendete die Pressekonferenz dann sogar abrupt.



Ärztin verbreitet auch Verschwörungstheorien

Immanuel hat auch Botschaften versandt, in denen sie ihren Glauben an Hexerei bekundet. Auch vertrat sie die bizarre Theorie, die Welt werde von "reptilischen Geistern" beherrscht, die halb Menschen und halb Außerirdische seien.

Die USA sind das mit Abstand am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. Fast 4,35 Millionen Infektions- und mehr als 149.000 Todesfälle wurden im Land bereits registriert. Die Infektionszahlen stiegen in den vergangenen Wochen wieder massiv an. Am Dienstag wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität 1.592 Corona-Tote binnen 24 Stunden verzeichnet – die höchste tägliche Totenzahl seit Mitte Mai.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur afp

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