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So emotional knöpft sich ein Republikaner Donald Trump vor: "Das muss aufhören!"

"Das muss aufhören!"  

So emotional knöpft sich ein Beamter Trump vor

02.12.2020, 08:05 Uhr
Republikanischer Beamter rechnet mit Trump ab

"Jemand wird getötet werden": In einem wütenden Auftritt macht ein republikanischer Beamter Donald Trump eindrückliche Vorwürfe – wegen der Folgen seines Feldzugs gegen die Wahlergebnisse. (Quelle: t-online)

"Das muss aufhören!": Ein republikanischer Beamter rechnet mit Donald Trump und dessen Klagen ab. (Quelle: t-online)


"Jemand wird getötet werden": In einem wütenden Auftritt macht ein republikanischer Beamter Donald Trump eindrückliche Vorwürfe – wegen der Folgen seines Feldzugs gegen die Wahlergebnisse.

Es ist eine der schärfsten Zurechtweisungen Donald Trumps seit der Wahl, und sie kommt von einem Parteifreund. Ausgerechnet ein republikanischer Beamter hat sich in einem zornigen Auftritt Luft verschafft und dem US-Präsidenten schwere Vorwürfe gemacht: Dessen Vorgehen sorge für zahlreiche Todesdrohungen gegen Personen, die mit der Präsidentschaftswahl befasst seien.

Gabriel Sterling, der im Staatsministerium von Georgia mit dem Ablauf der Wahl befasst ist, trat am Dienstagmittag (Ortszeit) in Atlanta vor die Kameras und rüffelte Trump ausgiebig, weil dieser nichts gegen die zahlreichen Drohungen seiner Unterstützer gegen Beamte und deren Angehörige sowie gegen Angestellte von IT-Firmen, die ebenfalls mit der Wahl zu tun gehabt hätten.

"Das muss aufhören!", sagte Sterling während seines gut vierminütigen emotionalen Auftritts immer wieder eindringlich. "Mr. President, Sie haben diese Vorgänge und diese Sprache nicht verurteilt."

Sterling spricht aus, wovor sich andere drücken

Gegen Ende seiner kurzen Rede sprach Sterling aus, wovor sich viele Parteifreunde aus Angst vor Trump drücken: "Mr. President", sagte er, "es sieht so aus, als ob sie wahrscheinlich den Staat Georgia verloren haben."

Trump müsse sich jetzt seiner Verantwortung stellen. "Hören Sie auf, Leute dazu zu inspirieren, mögliche Gewalttaten zu verursachen. Sonst wird jemand verletzt. Sonst wird auf jemanden geschossen. Sonst wird jemand getötet." Sterling selbst stehe unter Polizeischutz, sagte er. 

Hier sehen Sie den Auftritt im Video.

Tatsächlich hat Trump zuletzt Stimmung gegen die Verantwortlichen in den Bundesstaaten mit knappem Wahlausgang gemacht und sie persönlich heftig attackiert, darunter auch Sterlings Vorgesetzten, den Staatsminister in Georgia, Brad Raffensperger. Auch auf Arizonas Gouverneur Doug Ducey schoss sich der Präsident in dieser Woche ein. Dieser hatte am Montag das Ergebnis im Bundesstaat zertifiziert. Beide Politiker sind wie Trump Republikaner.

Morddrohungen, obszöne Anspielungen

Raffensperger berichtete, er habe Morddrohungen bekommen. Sterling sagte, selbst Raffenspergers Ehefrau erhalte nun Drohungen mit sexuellem Bezug auf ihr Handy. Sterling berichtete auch Hetze gegen einen Mitarbeiter der IT-Firma Dominion, die in Georgia Wahlcomputer betreibt. Trump selbst und sein Umfeld unterstellen ihr ohne jegliche Belege, die Wahl manipuliert zu haben.

Trumps Gegner Joe Biden hatte die Wahl in Georgia knapp gewonnen. Trump hatte auf zwei Neuauszählungen gedrängt. Die erste änderte nichts am Ergebnis, auf das Resultat der zweiten wird gewartet.

Wie auch in anderen Bundesstaaten konnte Trump keinerlei Beweise für einen Wahlbetrug vorbringen, führt seinen Feldzug gegen die Wahlergebnisse aber fort – unter tatkräftiger Mithilfe seines persönlichen Anwalts Rudy Giuliani (Hier lesen Sie mehr über dessen Rolle.) Vor Gericht ist Giuliani mit seinen Anfechtungen ein ums andere Mal gescheitert.

Am Dienstag widersprach gar der sonst so loyale Justizminister William Barr dem Präsidenten. Seine Staatsanwälte und Ermittler hätten keine Fälle von groß angelegtem Wahlbetrug auffinden können, sagte er der Nachrichtenagentur AP.

Interessieren Sie sich für die US-Politik? Washington-Korrespondent Fabian Reinbold schreibt über seine Arbeit im Weißen Haus und seine Eindrücke aus den USA unter Donald Trump einen Newsletter. Hier können Sie die "Post aus Washington" kostenlos abonnieren, die dann einmal pro Woche direkt in Ihrem Postfach landet.

Zuvor hatte bereits Chris Krebs, der Leiter einer IT-Sicherheitsbehörde für im US-Heimatschutzministerium, davon gesprochen, dass die Präsidentschaftswahl aus IT-Sicht die sicherste Abstimmung aller Zeiten gewesen sei. Daraufhin wurde Krebs von Trump gefeuert.

Der Beamte Sterling bezog sich auch auf die Aussagen eines Trump-Anwalts über Krebs. Joe DiGenova hatte im Fernsehen gesagt, dieser gehöre für seine Äußerungen "im Morgengrauen herausgeholt und  erschossen". Erst nach Sterlings wütendem Auftritt in Atlanta meldete sich DiGenova zu Wort und sprach davon, lediglich einen Scherz gemacht zu haben.

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