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Flüchtlinge liefern sich Massenschlägereien in Asylunterkünften


Flüchtlinge gehen aufeinander los

Von dpa, reuters
Aktualisiert am 07.10.2015Lesedauer: 3 Min.
Ein Flüchtling in der LAB Braunschweig. Hier kam es in der Nacht zu einer Massenschlägerei.Vergrößern des BildesEin Flüchtling in der LAB Braunschweig. Hier kam es in der Nacht zu einer Massenschlägerei. (Quelle: dpa-bilder)
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Mehrere Massenschlägereien zwischen Flüchtlingen haben die Polizei die Nacht über in Atem gehalten. In Braunschweig und Hamburg gingen zahlreiche Menschen aufeinander los. Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft warnt indes davor, das Problem herunterzuspielen.

In einem Erstaufnahmelager in Hamburg seien rund 30 Albaner und Afghanen teilweise mit Eisenstangen aufeinander losgegangen, so die Polizei. Verglichen mit einer Auseinandersetzung in Niedersachsen war das jedoch noch harmlos: In der Landesaufnahmebehörde (LAB) in Braunschweig brach ein Streit zwischen Algeriern und Syrern aus - 300 bis 400 Flüchtlinge beteiligten sich demnach an der Prügelei.

Auslöser meist banal

Nach der Auseinandersetzung in dem Lager im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg wurden der Polizei zufolge drei Menschen in Gewahrsam genommen. Einer von ihnen habe mehreren Zeugen zufolge einem anderen Flüchtling eine Waffe an den Kopf gehalten. Trotz des Einsatzes eines Spürhundes sei die Waffe nicht gefunden worden. Bei der Schlägerei seien fünf Menschen leicht verletzt worden, einer habe einen Stich in den Arm bekommen und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Dass es sich dabei um einen Messerstich handelte, habe sich nicht bestätigt.

Der Auslöser der Schlägerei war demnach ein Streit zwischen einem Albaner und einem Afghanen im Sanitärbereich der Einrichtung. Daraus resultierte die Schlägerei, bei der einige Menschen mit Eisenstangen bewaffnet gewesen seien. Nach der Auseinandersetzung sei auch eine Matratze in einem Zelt angezündet worden, in dem mehrere Albaner untergekommen waren. Zwei Personen seien dabei durch Rauch verletzt worden.

Der Anlass für die Prügelei in Braunschweig waren laut Polizeisprecher einige gestohlene Gegenstände. Verletzte habe es keine gegeben. Nach anderthalb Stunden konnte die Polizei demnach mit rund 60 Beamten die Situation beruhigen. Ein Mann sei festgenommen worden, der nun dem Haftrichter vorgeführt wird.

"Da ist viel Verniedlichung dabei"

Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, wirft der Politik vor, Berichte über Gewalt und sexuelle Übergriffe in Asyl-Unterkünften herunterzuspielen. "Mein Eindruck ist, dass insbesondere in den Ländern viel verharmlost wird", sagte Wendt. Die Lage- und Ereignisberichte der Polizei sprächen eine eindeutige Sprache. Es sei zwar verständlich, dass die Politik versuche, die Lage zu beruhigen. "Aber da ist schon viel Verniedlichung dabei", monierte Wendt.

Wenn Polizisten nachts auf der Straße stünden und beispielsweise Syrer und Afghanen aufeinander einschlügen, habe das "nichts mit Gerüchten zu tun", sagte Wendt. "Die Innenminister wären gut beraten, mal ihre eigenen Lageberichte zu lesen."

Hohe Dunkelziffer bei Sexualdelikten

Der Gewerkschaftschef bezeichnete Äußerungen von Politikern als zynisch, bei sexuellen Übergriffen gegen Frauen und Mädchen in den Heimen handele es sich um Einzelfälle. Auch unter normalen Umständen gebe es bei diesen Delikten eine hohe Dunkelziffer, weil Frauen den Weg zu Polizei und Staatsanwaltschaft scheuten. Bei weiblichen Flüchtlingen komme womöglich hinzu, dass in ihren Herkunftsländern solche Straftaten meist nicht angezeigt würden. Wichtig sei, dass es für die Frauen eine Beratung gebe, in der sie Vertrauen zu unabhängigen Personen gewinnen könnten.

Innenminister Thomas de Maiziere hat vor einem Generalverdacht gegen Flüchtlinge gewarnt. Es gebe in dem Feld "unglaublich viele Gerüchte", die sich massiv über soziale Netzwerke verbreiteten. Die Landesbehörden gingen diesen entschlossen nach: "Sehr oft sind die Gerüchte nicht wahr." Unlängst hatten angebliche sexuelle Missbrauchsfälle in einer hessischen Erstaufnahmeeinrichtung bundesweit für Aufsehen gesorgt.

Viele der Fälle sahen die Behörden aber nicht als belegt an. Eine Sprecherin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Hessen betonte jedoch: "Wir haben zahlreiche glaubhafte Berichte über sexualisierte Gewalt und Übergriffe."Wendt sagte, er könne sich nicht vorstellen, "dass verantwortungsbewusste Frauenverbände wie etwa in Hessen, sich das einfach aus den Fingern saugen".

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