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Russlanddeutsche demonstrieren gegen "Ausländergewalt"

Nach angeblicher Vergewaltigung  

Russlanddeutsche demonstrieren gegen "Ausländergewalt"

25.01.2016, 18:03 Uhr | dpa

Russlanddeutsche demonstrieren gegen "Ausländergewalt". Viele Russlanddeutsche gingen am Wochenende auf die Straße. (Quelle: dpa)

Viele Russlanddeutsche gingen am Wochenende auf die Straße. (Quelle: dpa)

Eine angebliche Vergewaltigung eines Mädchens in Berlin hat viele hundert Russlanddeutsche auf die Straße getrieben. Die Menschen demonstrierten in mehreren Städten Süddeutschlands gegen eine aus ihrer Sicht ausufernde Gewalt von Ausländern. Die Demonstranten waren anscheinend einem im Internet verbreiteten Aufruf gefolgt.

Anlass war die vermeintliche Vergewaltigung - eine Tat, die es nach Auskunft der Berliner Polizei gar nicht gegeben hat, über die jedoch in russischen Medien berichtet worden war. Demnach hatten mehrere Asylbewerber angeblich am 11. Januar ein 13-jähriges Mädchen entführt, 30 Stunden festgehalten und mehrfach vergewaltigt. Laut Polizei sind die Vorwürfe frei erfunden. Ein russischer Sender hatte den Fall ausgeschlachtet und versucht, Russlanddeutsche aufzuhetzen.

Rund 3000 Demonstranten in Baden-Württemberg

Allein in Baden-Württemberg zählte die Polizei bei Protestzügen insgesamt fast 3000 Teilnehmer. In Villingen-Schwenningen demonstrierten rund 1300 Russlanddeutsche unter dem Motto "Gegen Gewalt und für mehr Sicherheit in Deutschland". Die Menschen trugen Transparente mit folgenden Sprüchen: "Ich habe Angst um meine Enkel" oder: "Respekt für deutsche Kultur".

In Rastatt trafen sich etwa 400 Menschen vor dem Rathaus. Auch in Lahr kamen laut Polizei vorwiegend Spätaussiedler auf dem Rathausplatz zusammen. Hitzige Diskussionen gab es dort mit dem Oberbürgermeister, der sich den Fragen der 350 Demonstranten rund um die Flüchtlingsthematik stellte.

Für "deutsche und christliche Werte"

In Ellwangen kamen laut Polizei rund 150 Menschen auf dem Marktplatz. "Von dort begann ein Marsch durch Ellwangen, der schließlich vor der Eingangspforte zur Landeserstaufnahmeeinrichtung endete", sagte ein Polizeisprecher. Dort fanden sich am Ende rund 500 Menschen zusammen, die laut Behörde einen "insgesamt unorganisierten Eindruck" machten. In Schwäbisch Gmünd wurden rund 50, in Crailsheim etwa 30 demonstrierende Menschen gezählt.

In Augsburg versammelten sich etwa 200 Demonstranten auf dem Rathausplatz. Sie forderten eine Verteidigung "deutscher und christlicher Werte". In teils auf Russisch vorgetragenen Redebeiträgen wandten sie sich gegen gewalttätige Flüchtlinge. Die Demonstration war der Polizei zufolge nicht bei der Stadt angemeldet.

Demos verlaufen friedlich

In den mittelfränkischen Städten Nürnberg, Erlangen, Ansbach und Neustadt an der Aisch protestierten für einige Stunden jeweils zwischen 40 und 400 Russlanddeutsche. Die Demonstranten kamen meist schweigend und ohne Transparente und Banner zusammen. Alle Kundgebungen verliefen friedlich, bestätigte ein Polizeisprecher.

Vor dem Kanzleramt in Berlin hatten am Samstag rund 700 Menschen wegen der angeblichen Vergewaltigung der 13-Jährigen durch Flüchtlinge demonstriert. Der Berliner Ableger der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung, "Bärgida", hatte zu der Kundgebung aufgerufen. Viele Teilnehmer sprachen russisch.

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