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Polizei zwang Aktivistin sich nackt auszuziehen


Polizei zwang Aktivistin sich nackt auszuziehen

Von t-online, mk

27.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Aktivisten von "Extinction Rebellion" auf einer Klima-Demo in Berlin: "Das Einzige, was mir blieb, war meine Mund-Nasen-Maske." (Symbolfoto)Vergrößern des BildesAktivisten von "Extinction Rebellion" auf einer Klima-Demo in Berlin: "Das Einzige, was mir blieb, war meine Mund-Nasen-Maske." (Symbolfoto) (Quelle: Müller-Stauffenberg/imago-images-bilder)
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Nach einer Protestaktion in Osnabrück musste sich Klimaaktivistin Lynn vor Beamten komplett ausziehen. Die Polizei rechtfertigt ihr Vorgehen, doch der Fall könnte ein Nachspiel haben.

Eine Aktivistin der Klimabewegung "Extinction Rebellion" erhebt schwere Vorwürfe gegen die Osnabrücker Polizei. Nach einer Sitzblockade auf einer Kreuzung in der niedersächsischen Stadt hätten Zivilbeamte sie auf ein Polizeirevier gebracht und gedemütigt.

"Ich wurde aufgefordert, mich auszuziehen, komplett", erzählt die junge Frau, die sich Lynn nennt, der "taz". "Ich konnte das erst nicht glauben, habe ein bisschen gezögert. Da hieß es dann, ziemlich barsch: Das sei kein Scherz, ich solle das jetzt einfach tun!" Sie habe sich ausgezogen, auch wenn sie es als "sehr grenzüberschreitend empfunden" habe. "Zeitweilig stand ich da völlig nackt. Das Einzige, was mir blieb, war meine Mund-Nasen-Maske."

Polizei rechtfertigt Vorgehen gegen Aktivistin

Die Polizei bestreitet die Vorfälle nicht. "Die Durchsuchung der Person des Verdächtigen und der von ihm mitgeführten Sachen" seien zulässig, sagte Jannis Gervelmeyer von der Polizeiinspektion Osnabrück der Zeitung. Die Entkleidung der Aktivistin erklärt er als "Maßnahme zur Identitätsfeststellung". Die Ermittlungen in dem Fall dauerten an und würden anschließend der Staatsanwaltschaft übergeben.

Die Aktivistin äußert sich verstört über das Verhalten der Polizei: "Da demonstrierst du für das, was uns zusteht und in der Verfassung festgehalten ist, dass der Staat Umwelt und Lebensgrundlage des Menschen zu schützen hat. Und du wirst wie eine Kriminelle behandelt." Unterstützung bekommt Lynn von Volker Bajus. Der Landtagsabgeordnete und Fraktionschef der Grünen im Osnabrücker Stadtrat will den Fall ins Landesparlament tragen.

"Warum muss sich eine junge Frau zur Identitätsfeststellung auf dem Revier nackt ausziehen?", sagte er zur "taz". Der Vorwurf, hier werde gezielt eingeschüchtert, sei nachvollziehbar. "Ob die Maßnahme verhältnismäßig ist, werde ich in einer parlamentarischen Anfrage an die Landesregierung aufgreifen."

Verwendete Quellen
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