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Festnahme in Schwerin: Anschläge auf Weihnachtsmärkte waren geplant

Syrer hatte Ziele in Meck-Pomm  

"Terroristen konzentrieren sich mehr auf die Provinz"

04.11.2017, 19:47 Uhr | AFP, rok

Festnahme in Schwerin: Anschläge auf Weihnachtsmärkte waren geplant. Zwölf Menschen wurden 2016 Opfer eines Anschlags im bayrischen Ansbach. (Quelle: dpa/Daniel Karmann)

Zwölf Menschen wurden 2016 Opfer eines Anschlags im bayrischen Ansbach. (Quelle: Daniel Karmann/dpa)

Der in Schwerin festgenommene Syrer soll Anschläge auf Weihnachtsmärkte in Mecklenburg-Vorpommern geplant haben. Auch die Brücke auf der Insel Rügen soll er im Auge gehabt haben. Experten sehen ein Muster: Die Terroristen wählen sich immer öfter Anschlagsziele in der Provinz.

Am Dienstag hatte die Bundesanwaltschaft einen Syrer in Schwerin wegen der konkreten Planung eines Bombenanschlags verhaften lassen. Am Mittwoch wurde gegen den 19-Jährigen Haftbefehl erlassen. Der entscheidende Hinweis kam demnach von einem ausländischen Geheimdienst. Nach Informationen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" hatte es der verdächtige Syrer auf die Weihnachtsmärkte in Schwerin und Rostock abgesehen. Auch die Brücke auf die Insel Rügen soll demnach ein mögliches Anschlagsziel gewesen sein.

"Die Terroristen konzentrieren sich mehr auf die Provinz"

Olaf Knöpken, Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) in Mecklenburg-Vorpommern, beobachtet einen Strategiewechsel in der islamistischen Terrorszene. "Die Terroristen konzentrieren sich weniger auf Großstädte und dafür mehr auf die Provinz", sagte er dem Redaktionsnetzwerk. "Dort rücken weiche Ziele zunehmend in den Fokus."

Er forderte, Wochenmärkte, Weihnachtsmärkte und Verkehrsknotenpunkte intensiver durch Streifenpolizisten absichern zu lassen.

Die Anschuldigungen gegen den Syrer aus Schwerin wecken Erinnerungen an den Terrorangriff auf den Berliner Weihnachtsmarkt im letzten Jahr. Der Tunesier Anis Amri raste am 19. Dezember 2016 mit einem Lastwagen in einen Weihnachtsmarkt und tötete insgesamt zwölf Menschen.

Angesichts der anhaltenden Terrorgefahr hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) einen intensiveren Austausch zwischen internationalen Nachrichtendiensten gefordert. "Nur im engen Zusammenspiel der Geheimdienste können wir Terrorpläne frühzeitig aufdecken", sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Der Schengen-Raum dürfe nicht nur für Freiheiten stehen, sondern müsse auch den grenzüberschreitenden Austausch sicherheitsrelevanter Informationen beinhalten.

"Wir wollen wissen, wer nach Europa kommt"

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) betonte angesichts der Festnahme in Schwerin und des Terroranschlages in New York die Bedeutung eines funktionierenden Grenzschutzes. "Wir wollen wissen, wer nach Europa kommt, und ob er sich zu Recht aufhält, und wann er Europa wieder verlassen hat", sagte de Maizière der in Heidelberg erscheinenden "Rhein-Neckar-Zeitung".

Ein wichtiges Instrument sei dabei ein Ein- und Ausreiseregister für alle Angehörigen von Drittstaaten, das auf europäischer Ebene beschlossen worden sei. Zudem wolle die EU auch ein sogenanntes Europäisches Reiseinformations- und Genehmigungssystem einführen, bei dem man sich wie bei einer Reise in die USA vorher anmelden müsse. "Und dann kann eine solche Reise aus Sicherheitsgründen auch untersagt werden", sagte der Minister.

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