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Diplomatie: Saudi-Arabien verärgert über Bundesregierung

Diplomatische Eiszeit  

Saudi-Arabien verärgert über Bundesregierung

21.02.2018, 13:00 Uhr | nsc, AFP, dpa

Diplomatie: Saudi-Arabien verärgert über Bundesregierung. Saudi-Arabiens Außenminister Adel al-Dschubair: Will sich nicht wie ein Fußball behandeln lassen. (Quelle: dpa/Matthias Balk)

Saudi-Arabiens Außenminister Adel al-Dschubair: Will sich nicht wie ein Fußball behandeln lassen. (Quelle: Matthias Balk/dpa)

Saudi-Arabien will vorerst keinen Botschafter nach Deutschland schicken. Nur eine neue Bundesregierung könnte die diplomatische Krise beenden.

Der saudische Außenminister Adel al-Dschubair hat mitgeteilt, dass sein Land vorerst keinen Botschafter nach Deutschland entsenden werde. "Ich kann Ihnen sagen, dass wir nicht erfreut über die Äußerungen sind, die in jüngster Zeit aus der deutschen Regierung zu hören waren", sagte Al-Dschaubair. "Wir wollen sicherstellen, dass Saudi-Arabien nicht wie ein Fußball behandelt wird."

Im vergangenen November hatte Außenminister Sigmar Gabriel die saudische Politik in der Nahostregion als "Abenteuertum" bezeichnet, das die europäischen Staaten nicht sprachlos hinnehmen dürften. Dabei verwies er unter anderem auf die saudische Militärintervention im Jemen, die zu einer humanitären Krise in dem Land geführt hatte, sowie auf den Rücktritt des libanesischen Ministerpräsidenten Saad Hariri.

Saudis destabilisierten offenbar den Libanon

Hariri hatte Anfang November von Saudi-Arabien aus erklärt, dass er sein Amt aufgeben werde. Der libanesische Präsident Michel Aoun hatte sich daraufhin geweigert, Hariris Rücktritt anzunehmen. Er werde dies erst tun, nachdem er Hariri persönlich in Beirut gesprochen habe. Aoun beschuldigte Saudi-Arabien, Hariri zum Rücktritt gezwungen zu haben und ihn "gefangen" zu halten. Auch Gabriel deutete Mitte November an, die saudische Führung könnte sich in die libanesische Innenpolitik eingemischt haben.

Wenige Tage später berief die saudische Regierung ihren Botschafter aus Berlin abberufen. Gabriel versuchte daraufhin, Mitte Dezember, seine Aussage zu rechtfertigen. Der saudischen Zeitung "Al-Scharq al-Awsat" sagte er: "Meine Kommentare zur Libanon-Krise sollten kein bestimmtes Land in der Region angreifen - auch nicht Saudi-Arabien."

Saudi-Arabien hofft auf bessere Beziehungen

Doch der saudische Botschafter kehrte nicht zurück. Al-Dschubair sagte nun, dass er seinen Botschafter erst wieder nach Deutschland schicken werde, wenn eine neue Regierung gebildet worden sei. "Wir hatten ein Problem, mit Kommentaren, die von deutschen Funktionsträgern gemacht wurden und wollten unseren Unmut über diese Kommentare deutlich machen", sagte Al-Dschubair. "Wir hoffen, dass die Beziehungen wiederhergestellt werden können."

Der saudische Außenminister und Gabriel hatten am vergangenen Wochenende an der Münchner Sicherheitskonferenz teilgenommen. Ob diese sich dort getroffen haben, ist unbekannt.

Verwendete Quellen:
  • AFP, dpa

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