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Ex-AfD-Chef Bernd Lucke besuchte Carles Puigdemont im Gefängnis

Lucke besucht Puigdemont  

"Eine Flucht kommt für ihn überhaupt nicht infrage"

28.03.2018, 23:26 Uhr | dpa, dru

Ex-AfD-Chef Bernd Lucke besuchte Carles Puigdemont im Gefängnis. Bernd Lucke vor der JVA Neumünster: Beschämend, dass Puigdemont "in einer Zelle sitzt wie ein gewöhnlicher Krimineller". (Quelle: Reuters/Fabian Bimmer)

Bernd Lucke vor der JVA Neumünster: Beschämend, dass Puigdemont "in einer Zelle sitzt wie ein gewöhnlicher Krimineller". (Quelle: Fabian Bimmer/Reuters)

Carles Puigdemont bekommt im Gefängnis in Neumünster unerwarteten Besuch. Ex-AfD-Chef Bernd Lucke unterhält sich 90 Minuten mit dem Separatistenführer und äußert anschließend Kritik am deutschen Vorgehen.

Der Europaabgeordnete Bernd Lucke hat den katalanischen Separatistenführer Carles Puigdemont im Gefängnis besucht. Rund eineinhalb Stunden hätten sich beide Politiker am Mittwoch in der Justizvollzugsanstalt Neumünster unterhalten, teilte der frühere AfD-Chef am Nachmittag mit. Der 55-Jährige habe auf ihn in dem Gespräch einen ruhigen Eindruck gemacht.

Lucke sprach sich im Anschluss an das Treffen dafür aus, Puigdemont bis zu einer Entscheidung über eine Auslieferung in Deutschland auf freien Fuß zu setzen. "Ich habe Herrn Puigdemont vorgeschlagen und er hat sich sofort dazu bereit erklärt, dass er sein Ehrenwort geben solle, Deutschland nicht zu verlassen, solange die deutsche Justiz über dieses Auslieferungsersuchen urteilt", sagte Lucke.

Das wäre eine "staatsmännische und angemessene Art und Weise, mit Herrn Puigdemont umzugehen". Lucke kritisierte, der frühere katalanische Regionalpräsident solle von der spanischen Regierung aus politischen Gründen verhaftet werden. Er empfinde es als beschämend, dass Puigdemont "in einer Zelle sitzt wie ein gewöhnlicher Krimineller".

Lucke: Mitgefangene behandeln Puigdemont sehr korrekt und höflich

Lucke, der heute für die Liberal-Konservativen Reformer (LKR) im Europaparlament sitzt, bezeichnete den Separatistenführer als das Paradebeispiel eines politisch Verfolgten. Er bekomme im Gefängnis keine Art von Sonderbehandlung. "Er findet aber, dass er gut untergebracht ist. Er fühlt sich wohl." Der Politiker könne schreiben und nach außen telefonieren, er könne aber nicht angerufen werden. Auch das Personal und die Mitgefangenen behandelten ihn sehr korrekt und höflich. "Er hat also keinerlei Grund zur Klage." Puigdemont vertraue darauf, dass die deutsche Justiz ein faires Urteil fällen werde. Der frühere Regionalpräsident rechne damit, zwei Monate in dem Gefängnis verbringen zu müssen.

Puigdemont sehe sich als Repräsentanten der Katalanen. Und er wolle das Anliegen seines Volkes mit Würde und Verantwortung vertreten. "Eine Flucht käme für ihn überhaupt nicht infrage", sagte Lucke. Puigdemont wolle nur deshalb keinen Antrag auf politisches Asyl in Deutschland stellen, weil er nach dem Grundgesetz keinen Anspruch darauf habe. Der 55-Jährige habe auf ihn in dem Gespräch einen ruhigen Eindruck gemacht. "Herr Puigdemont hat hervorgehoben, dass er nicht nachgeben möchte in seinem Kampf für die Rechte der Katalanen."

Belgische Partei vermittelte Treffen

Das ungewöhnliche Treffen in der JVA Neumünster kam offenbar über die belgische Separatistenpartei N-VA zustande, wie Luckes Sprecher dem "Focus" sagte. Die Partei ist mit dem zwischenzeitlich in Brüssel im Exil lebenden Puigdemont politisch befreundet und sitzt gemeinsam mit Lucke im Europaparlament in der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR).

Lucke sagte dem Magazin, das Treffen in der JVA habe der örtliche LKR-Vorsitzende in Neumünster organisiert. Er sei sehr betroffen gewesen, als er von Puigdemonts Verhaftung erfahren habe. Er habe sich bei dem Treffen dessen Version der Geschehnisse anhören wollen.

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