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Weimarer Verfassung: Politiker gedenken Wendepunkt der deutschen Geschichte

100 Jahre Weimarer Verfassung  

"Jede Generation muss wieder für Demokratie kämpfen"

06.02.2019, 15:43 Uhr | dpa, t-online.de

Weimarer Verfassung: Politiker gedenken Wendepunkt der deutschen Geschichte. Bundeskanzlerin Angela Merkel erreicht den Festakt zu 100 Jahren Weimarer Verfassung: Die Kanzlerin erinnerte daran, dass weite Teile des Grundgesetzes in der ersten deutschen Republik ihre Grundlage haben.  (Quelle: Reuters/Martin Schutt)

Bundeskanzlerin Angela Merkel erreicht den Festakt zu 100 Jahren Weimarer Verfassung: Die Kanzlerin erinnerte daran, dass weite Teile des Grundgesetzes in der ersten deutschen Republik ihre Grundlage haben. (Quelle: Martin Schutt/Reuters)

Vor 100 Jahren wurde aus Deutschland eine Republik. Beim Jubiläums-Festakt in Weimar warnte nicht nur Kanzlerin Merkel vor neuen Gefahren für die Demokratie.  

100 Jahre nach der Eröffnung der Nationalversammlung in Weimar haben Politiker die Bedeutung der ersten deutschen demokratischen Verfassung betont. Weimar stehe auch für einen Wendepunkt in der deutschen Geschichte, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Weimar vor einem der Weimarer Verfassung gewidmeten Festakt im Deutschen Nationaltheater. "Im Deutschen Nationaltheater trat zum ersten Mal ein Parlament zusammen, das gewählt wurde in freien und gleichen Wahlen. Hier in Weimar trat zum ersten Mal in einem solchen Parlament eine Frau ans Rednerpult", sagte Steinmeier. Die Verfassung war von der Nationalversammlung erarbeitet worden.

Grundlage für eine "stabile Bundesrepublik"

Bundeskanzlerin Angela Merkel erinnerte daran, das wichtige Bürgerrechte damals erstmals umgesetzt worden seien. Das heutige Grundgesetz, das in diesem Jahr 70 Jahre alt werde, sei auf der Grundlage der Weimarer Verfassung aufgebaut worden. Dabei habe man die Lehren aus den Schwächen der Weimarer Verfassung gezogen – und eine "stabile Bundesrepublik" aufgebaut worden. Das heutige Europa sei als eine Lehre aus der Weimarer Republik und "der schrecklichen Periode des Nationalsozialismus und des Holocausts" entstanden.

Heute gelte es, junge Menschen zu ermutigen, sich für die Demokratie einzubringen. "Jede Generation muss wieder für Demokratie kämpfen", sagte die Kanzlerin. Ihre Gespräche mit Jugendlichen am heutigen Tage habe sie darin bestätigt.

Festakt 100 Jahre Weimarer Verfassung: Spitzenpolitiker aus ganz Deutschland sind am Mittwoch nach Thüringen gereist.  (Quelle: dpa/Martin Schutt)Festakt 100 Jahre Weimarer Verfassung: Spitzenpolitiker aus ganz Deutschland sind am Mittwoch nach Thüringen gereist. (Quelle: Martin Schutt/dpa)

Auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow verwies auf die andauernde Bedeutung der Weimarer Verfassung. Deren Essenz präge Deutschland heute noch und werde auch die Weichenstellungen der nächsten Jahrzehnte beeinflussen, sagte der Linken-Politiker. Es sei "nicht banal, was vor 100 Jahren geschehen ist". Die Weimarer Verfassung bezeichnete er zum Auftakt der Jubiläumsfeier für die erste parlamentarische deutsche Demokratie als Meilenstein für Deutschland.

Weimarer Errungenschaften gelten noch heute

Am Mittwoch kommen in Weimar hunderte deutsche und internationale Gäste, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere Spitzenpolitiker aus Bund und Ländern sowie Vertreter von Verfassungsorganen zusammen, um an die Verfassung zu erinnern. Sie wurde zur Grundlage für die später mit Blick auf den Tagungsort der Nationalversammlung genannten Weimarer Republik. Mit ihr verbunden sind Errungenschaften wie ein gleiches Wahlrecht unabhängig von Geschlecht und Stand.

Den Auftakt zum Gedenken machten am Mittwoch ein ökumenischer Gottesdienst und ein Bürgerfest der Stadt. Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr warnte mit Blick auf die Erfahrungen der Weimarer Republik vor einer Verschärfung der Debattenkultur in den Parlamenten. "Im Herzen der Demokratie, in den Parlamenten, wird der Ton aggressiv und polemisch", sagte der katholische Geistliche. Auch die Verachtung gegenüber ganzen Menschengruppen und "Antisemitismus in Worten und Taten" erfülle ihn mit Sorge. Ein demokratisches Miteinander sei mitunter mühsam, sagte die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann. Dazu gehöre auch fairer Streit.


Für die Veranstaltungen wurden hohe Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Die Innenstadt wurde umfangreich abgesperrt. Der sonst von Touristen bevölkerte Theaterplatz vor dem Deutschen Nationaltheater war fast menschenleer. Dagegen hatten sich Schaulustige vor einem Hotel versammelt, in dem sich Steinmeier mit Vertretern von Stadt, Land und dem Verein Weimarer Republik getroffen hatte.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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