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Zeichen gegen Intoleranz: Antisemitismus-Beauftragter ruft zum Kippa-Tragen auf

Zeichen gegen Intoleranz  

Antisemitismus-Beauftragter ruft zum Kippa-Tragen auf

28.05.2019, 18:10 Uhr | dpa

Zeichen gegen Intoleranz: Antisemitismus-Beauftragter ruft zum Kippa-Tragen auf. Ein Mann mit Kippa in einer Synagoge.

Ein Mann mit Kippa in einer Synagoge. Im vergangenen Jahr ist die Zahl antisemitischer Straftaten bundesweit stark gestiegen. Foto: Fredrik Von Erichsen. (Quelle: dpa)

Berlin/Tel Aviv (dpa) - Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat die Bundesbürger aufgerufen, am kommenden Samstag Kippa zu tragen.

Damit setze man ein wichtiges Zeichen der Solidarität mit Juden und trete ein für die uneingeschränkte Religionsfreiheit und gesellschaftliche Vielfalt, sagte Klein den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Ich rufe alle Bürgerinnen und Bürger in Berlin und überall in Deutschland auf, am kommenden Samstag, wenn in Berlin beim "Al-Kuds-Tag" wieder in unerträglicher Weise gegen Israel und gegen Juden gehetzt wird, Kippa zu tragen."

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, stufte Solidaritätsaktionen wie "Berlin trägt Kippa" zwar als sinnvoll ein, doch reichten diese nicht aus. Antisemitismus müsse auf vielen Ebenen bekämpft werden, sagte er der "Passauer neuen Presse".

Angesichts der Diskussion um das öffentliche Tragen der Kippa riet Schuster Kindern und Jugendlichen zur Vorsicht. In manchen Großstädten sollten sie "lieber eine Mütze über die Kippa ziehen". "Wenn auf das Problem jetzt von staatlicher Seite hingewiesen wird, wird die Lage hoffentlich so ernst genommen, wie sie ist."

Regierungssprecher Steffen Seibert betonte am Montag, die staatlichen Institutionen müssten dafür Sorge tragen, dass Menschen überall in Deutschland sicher eine Kippa tragen können. "Der Staat hat zu gewährleisten, dass die freie Religionsausübung eines jeden möglich ist", sagte Seibert. Jeder Mensch solle sich an jedem Ort dieses Landes - auch mit einer Kippa - sicher bewegen können. "Zu dieser Verantwortung stehen wir."

Die Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER) forderte im Kampf gegen Antisemitismus auch ein jüdisches Emoji-Piktogramm in sozialen Netzwerken. "Diese kleinen Symbole, diese kleine Aufmerksamkeit ist schon ein erstes Zeichen, dass wir angenommen sind und keine Fremdkörper", sagte Gady Gronich, Stabschef des CER-Präsidenten, der Deutschen Presse-Agentur. "Manchmal fühlen wir uns mehr wie Fremdkörper in Europa."

Die Rabbiner schlagen ein Emoji mit Kippa vor, ein Emoji mit Kopfbedeckung für jüdische Frauen und ein Torabuch-Symbol. Die Kippa, eine kleine kreisförmige Mütze, wird von jüdischen Männern als sichtbares Zeichen ihres Glaubens traditionell den ganzen Tag lang getragen.

Die Rabbiner verweisen in dem Schreiben darauf, dass es mittlerweile auch ein Emoji mit einem von muslimischen Frauen getragenen Kopftuch gibt und einen Mann mit Turban. Bei Whatsapp gibt es als jüdische Symbole lediglich einen siebenarmigen Kerzenleuchter, eine Synagoge und den Davidstern. Die CER tritt für die religiösen Rechte der Juden in Europa ein.

Klein rief dazu auf, an der Demonstration in Berlin gegen den "Al-Kuds-Tag" teilzunehmen. Hintergrund der anti-israelischen Proteste am "Al-Kuds-Tag" ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967. Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem.

Klein hatte zuvor geraten, Juden sollten sich nicht überall in Deutschland mit der Kippa zeigen. Er begründete dies mit der "zunehmenden gesellschaftlichen Enthemmung und Verrohung", die ein fataler Nährboden für Antisemitismus sei. "Wenn Politik und Gesellschaft mit vereinten Kräften gegen Antisemitismus vorgehen, dann haben wir eine echte Chance, diesen Kampf zu gewinnen", sagte Klein.

2018 war die Zahl antisemitischer Straftaten bundesweit stark gestiegen. Seibert sagte, der Anstieg der Straftaten "sollte für jeden in Deutschland ein Anlass zur großer Sorge sein". Jede einzelne dieser Straftaten sei ein Angriff auf die menschliche Würde.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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