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Neuneinhalb Jahre Haft f├╝r Alaa S. im Chemnitz-Prozess

Von dpa
Aktualisiert am 22.08.2019Lesedauer: 3 Min.
Alaa S.
Alaa S. zwischen einem Dolmetscher und seiner Verteidigerin Ricarda Lang. (Quelle: Matthias Rietschel./dpa)
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Dresden (dpa) - Knapp ein Jahr nach der t├Âdlichen Messerattacke von Chemnitz ist ein 24-J├Ąhriger zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Chemnitz sprach den Syrer am Donnerstag wegen Totschlags und gef├Ąhrlicher K├Ârperverletzung schuldig.

Damit ist der Prozess zu einem der folgenreichsten Verbrechen in der j├╝ngeren Geschichte des Bundeslands Sachsen nach gut f├╝nf Monaten beendet - vorerst. Die juristische Aufarbeitung des Falls wird jedoch weitergehen: Die Verteidiger legten kurz nach der Urteilsverk├╝ndung Rechtsmittel ein, wie Rechtsanw├Ąltin Ricarda Lang erkl├Ąrte.

Das Chemnitzer Landgericht, das aus Sicherheitsgr├╝nden in Dresden verhandelt hatte, war nach 19 Verhandlungstagen davon ├╝berzeugt, dass Alaa S. am 26. August 2018 gemeinsam mit einem fl├╝chtigen Iraker den 35-j├Ąhrigen deutschen Staatsb├╝rger Daniel H. am Rande des Chemnitzer Stadtfestes erstach. "Es besteht kein Zweifel an der Schuld des Angeklagten", erkl├Ąrte die Vorsitzende Richterin Simone Herberger. Der mutma├čliche Mitt├Ąter ist weltweit zur Fahndung ausgeschrieben.

Angeh├Ârige des get├Âteten 35-J├Ąhrigen verfolgten die Urteilsverk├╝ndung erleichtert. Die Mutter der Opfers sowie dessen Halbschwester waren im Verfahren als Nebenkl├Ąger aufgetreten. Die Oberb├╝rgermeisterin von Chemnitz, Barbara Ludwig (SPD), wollte am sp├Ąten Nachmittag (17.00 Uhr) ein Statement abgeben. Schon vor dem Prozessbeginn im vergangenen M├Ąrz hatte Ludwig die Hoffnung ge├Ąu├čert, dass der Beschuldigte verurteilt werde.

Verteidigerin Lang warf dem Landgericht nun Befangenheit vor. Das Gericht sei "nicht unbeeinflusst" von den politischen Verh├Ąltnissen in Chemnitz, sagte die Anw├Ąltin nach der Urteilsverk├╝ndung. "Ich bin auch davon ├╝berzeugt, wenn dieses Verfahren bei einem anderen Gericht stattgefunden h├Ątte, wie zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen, Hamburg oder wo auch immer, in einem anderen Bundesland, in einer anderen Stadt, dass es niemals zu einer Verurteilung gekommen w├Ąre."

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Ihr Anwaltskollege Frank Wilhelm Dr├╝cke bezeichnete das Urteil als "falsch". Wegen der Revision der Verteidiger wird der Schuldspruch der Chemnitzer Richter nun zun├Ąchst nicht rechtskr├Ąftig.

Der verurteilte Syrer hatte in der gesamten Verhandlung zu den Vorw├╝rfen gegen ihn geschwiegen. In einem am Dienstag ausgestrahlten Telefoninterview des ZDF-Magazins "Frontal21" hatte er zwar seine Unschuld beteuert - diese Aussagen hatten nach Gerichtsangaben aber keinen Einfluss auf die Urteilsfindung. Daf├╝r seien laut Strafprozessordnung allein die im Laufe der Verhandlung durch die Kammer gewonnenen Erkenntnisse entscheidend, hatte es gehei├čen.

In seinem letzten Wort vor Gericht sprach sich der Angeklagte am Donnerstag f├╝r ein faires Urteil aus. "Ich kann nur hoffen, dass hier die Wahrheit ans Licht gebracht wird und ein gerechtes Urteil gesprochen wird", lie├č der Syrer durch einen Dolmetscher ├╝bersetzen.

Die Verteidigung hatte kurz vor dem Urteil auf Freispruch pl├Ądiert. Verteidiger Dr├╝cke r├╝ckte in seinem Pl├Ądoyer die Geschehnisse nach der Tat in den Blickpunkt. "F├╝r uns ist das mitnichten ein normales Verfahren", sagte und appellierte an die Kammer des Gerichts, sich bei der Urteilsfindung nicht von Forderungen aus Politik, Gesellschaft oder von einem "marodierenden Mob" beeinflussen zu lassen.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Montag in ihrem Pl├Ądoyer eine Gesamtfreiheitsstrafe von zehn Jahren f├╝r den Angeklagten gefordert. Die drei Vertreter der Nebenklage gingen in ihren Pl├Ądoyers ├╝ber diesen Antrag hinaus und forderten eine Gesamtfreiheitsstrafe von elf Jahren.

In der Folge der Messerattacke war es im vergangenen Jahr in der Stadt zu rassistisch motivierten ├ťbergriffen gekommen, die mehr als das Verbrechen selbst auch auf internationaler Ebene ein Schlaglicht auf Chemnitz warfen. Bilder von rechten Demonstrationen, Aufm├Ąrschen von Neonazis und Fu├čball-Hooligans, von ├ťbergriffen sowie dem Zeigen des Hitlergru├čes in zahlreichen F├Ąllen gingen um die Welt.

Der Streit um die Frage, ob es "Hetzjagden" gegeben habe, wurde auf Bundesebene zur Zerrei├čprobe f├╝r die gro├če Koalition aus Union und SPD - und f├╝hrte letztlich dazu, dass der damalige Chef des Bundesamts f├╝r Verfassungsschutz, Hans-Georg Maa├čen, seinen Posten verlor. Im November 2018 versetzte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) Maa├čen dann in den einstweiligen Ruhestand, nachdem dieser laut einem Redemanuskript von teils "linksradikalen Kr├Ąften in der SPD" gesprochen hatte.

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