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AfD-Politiker Björn Höcke bricht Interview mit dem ZDF ab – und droht

ZDF sendet es trotzdem  

Höcke will Interview von vorn beginnen – und droht

Von Jonas Mueller-Töwe

16.09.2019, 16:32 Uhr
AfD-Politiker Björn Höcke bricht Interview mit dem ZDF ab – und droht . Der AfD-Spitzenkandidat für Thüringen, Björn Höcke, droht einem Journalisten: "Vielleicht werde ich auch mal eine interessante, politische Person in diesem Land." (Quelle: Screenshot/ZDF)

Der AfD-Spitzenkandidat für Thüringen, Björn Höcke, droht einem Journalisten: "Vielleicht werde ich auch mal eine interessante, politische Person in diesem Land." (Quelle: Screenshot/ZDF)

Der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke will ein Interview mit dem ZDF nicht zu Ende bringen, gern noch mal von vorn beginnen – dann bricht er es ab. Nicht ohne Konsequenzen anzukündigen. 

Kurz vor den Landtagswahlen in Thüringen hat AfD-Spitzenkandidat Björn Höcke unter Ankündigung von Konsequenzen ein Interview mit dem ZDF abgebrochen. Der Journalist hatte sich geweigert, das Interview noch mal von vorn zu beginnen, wie Höckes Sprecher während der Aufnahme forderte.

"Sehr emotionalisiert"

Die Fragen nach seiner Sprache und politischen Begriffen hätten Höcke "sehr emotionalisiert", ist der Sprecher in dem Mitschnitt zu hören, den das ZDF nun ungeschnitten veröffentlicht hat. Der ZDF-Reporter lehnt eine Neuauflage allerdings ab. "Ich habe noch nie ein Interview fürs Fernsehen wiederholt, weil irgendwann es hieß, es läuft nicht entsprechend, wie wir uns das vorstellen", sagt er.

Höcke antwortet darauf wenig später: "Passen Sie auf, dann haben wir ein manifestes Problem. Ich kann Ihnen sagen, dass das massive Konsequenzen hat." Was für Konsequenzen das sein könnten, lässt er zunächst offen. Ein Interview werde er dem Reporter künftig nicht mehr geben. "Vielleicht werde ich auch mal eine interessante persönliche, politische Person in diesem Lande. Könnte doch sein", sagt er kurz bevor er das Interview beendet. Dem Journalisten wünsche er noch viel Erfolg für seine "weitere Karriere".


In der letzten Einstellung des Mitschnitts ist noch einmal der Sprecher Höckes zu hören, der zuvor intervenierte. Das Interview werde doch aber nun nicht verwendet, fragt er. "Natürlich wird das Interview verwendet", gibt der Reporter zurück. Das ZDF stellte anschließend sogar eine schriftliche Version des gesamten Mitschnitts online. Der Deutsche Journalisten-Verband stellte sich hinter die Entscheidung: "Höcke hat die Schwelle von der Demokratie zu faschistischen Fantasien klar überschritten", schrieb der Verband.

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