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Mord in Berlin: Generalbundesanwalt verdÀchtigt Moskau

Von dpa
Aktualisiert am 03.12.2019Lesedauer: 3 Min.
Spurensicherung am Tatort in Berlin-Moabit im August.
Spurensicherung am Tatort in Berlin-Moabit im August. (Quelle: Christoph Soeder/dpa./dpa)
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Karlsruhe/Berlin/Moskau (dpa) - Der Mörder kam ĂŒberraschend von hinten. Auf einem Fahrrad folgte er dem 40-jĂ€hrigen Tschetschenen am 23. August kurz vor 12.00 Uhr. In einem kleinen Park in Berlin-Moabit schoss er ihm in RĂŒcken und Kopf. Das Opfer starb noch am Tatort.

Nach monatelangen Ermittlungen erhÀrtet sich nun bei der deutschen Bundesanwaltschaft in Karlsruhe der Verdacht, dass die Tat aus dem Ausland gesteuert wurde. Der Generalbundesanwalt will die Ermittlungen an sich ziehen. Unter Verdacht stehe Russland als möglicher Auftraggeber, berichtete "Spiegel Online".

Der TĂ€ter floh an dem sommerlichen Tag mit seinem Fahrrad Richtung Spree, wie die Rekonstruktion des Ablaufs durch die Polizei ergab. Am Flussufer hatte er zuvor einen E-Tretroller bereitgestellt. Als er das Rad, eine PerĂŒcke und eine Pistole ins Wasser warf, wurde er von zwei Jugendlichen beobachtet. Die alarmierte Polizei nahm den VerdĂ€chtigen fest, bevor er mit dem E-Roller flĂŒchten konnte. In einer Wohnung des Mannes stieß die Mordkommission auf viel Bargeld. Der Haftbefehl wurde wegen heimtĂŒckischen Mordes erlassen.

Die IdentitĂ€t des VerdĂ€chtigen, der seit seiner Festnahme schwieg, ließ sich monatelang nicht klĂ€ren. Bekannt wurde, dass er mit einem russischen Pass unterwegs war, nach dem er 49 Jahre alt sein soll. Unklar war, ob der Pass echt war. Die Polizei veröffentlichte das Foto eines glatzköpfigen Mannes mit Kinnbart und bat um Hinweise. Die Behörden in Russland lieferten keine verwertbaren Informationen.

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Über das Opfer gab es mehr Informationen: Der 40-jĂ€hrige ist Georgier, gehört zur Volksgruppe der muslimischen Tschetschenen und soll Anfang der 2000er-Jahre gegen Russland gekĂ€mpft haben. 2015 soll er in Georgien einen Mordanschlag ĂŒberlebt haben. 2016 stellte er in Deutschland einen Asylantrag. Die Polizei sah ihn kurzzeitig als "islamistischen GefĂ€hrder".

Schnell ging es um den Verdacht, der TĂ€ter sei beauftragt worden. Weder gebe es ein persönliches Motiv noch Hinweise zu einer kriminellen Verbindung zwischen TĂ€ter und Opfer, sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. Kurz nach der Tat sollen zwei russische Diplomaten den VerdĂ€chtigen zu einem ausfĂŒhrlichen GesprĂ€ch im GefĂ€ngnis besucht haben.

Medien fanden Hinweise darauf, dass der Mann unter falscher IdentitĂ€t nach Deutschland gereist war. Der "Spiegel" berichtete, in der Datenbank fĂŒr russische Ausweispapiere soll sich ein Sperrvermerk fĂŒr den Namen finden. Solche Vermerke gab es schon frĂŒher bei russischen Geheimdienstlern. Außerdem fĂŒhre die Nummer des falschen Reisepasses zum Moskauer Innenministerium, wo schon frĂŒher Dokumente fĂŒr den MilitĂ€rgeheimdienst GRU ausgestellt worden seien.

Die russische FĂŒhrung wies von Anfang an jeden Verdacht zurĂŒck. "Dieser Fall hat natĂŒrlich nichts mit dem russischen Staat und seinen Behörden zu tun", sagte ein Sprecher.

Nun gibt es aber neue Berichte von "Spiegel Online" und dem Rechercheverbund von "SĂŒddeutscher Zeitung", NDR und WDR, nach denen Forensik-Experten die wahre IdentitĂ€t des Mannes enttarnten. Sein Bild stimme mit hoher Wahrscheinlichkeit mit dem eines mutmaßlichen Mörders in einem Fall aus dem Jahr 2013 ĂŒberein. Auch dieser habe sich seinem Opfer per Rad genĂ€hert. Russland habe die internationale Fahndung nach ihm 2015 beendet. Laut den Berichten vermuten Polizei und Staatsanwaltschaft, dass der Mann vom russischen Geheimdienst als Auftragskiller nach Berlin geschickt wurde.

FĂŒr die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, die die Berliner Ermittlungen seit Wochen genau verfolgte, ist das demnach offenbar ein Grund, das Verfahren an sich zu ziehen. Die Behörde ist zustĂ€ndig fĂŒr alle FĂ€lle von Staatsterrorismus. Wegen der "besonderen Bedeutung des Falls" kann der Generalbundesanwalt auch Ermittlungen zu Bluttaten ĂŒbernehmen, die die VerfassungsgrundsĂ€tze erschĂŒttern und das Ansehen Deutschlands schĂ€digen. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte zu den Medienberichten vom Dienstag nur, dass das Verfahren bislang nicht ĂŒbernommen worden sei.

Ob sich der Mord zu einer diplomatischen Krise zwischen Deutschland und Russland entwickelt, hÀngt von den Ermittlungen ab. Russische Zeitungen ziehen bereits Parallelen zu mysteriösen TodesfÀllen an Exil-Russen, die in den vergangenen Jahren hohe Wellen schlugen.

2006 starb unter den Augen der Weltöffentlichkeit ein frĂŒherer Geheimdienstmitarbeiter in London an dem Strahlengift Polonium 210. In Wien wurde 2009 vor einem Supermarkt ein geflĂŒchteter Tschetschene erschossen - als Auftraggeber wird der kremltreue Republikchef Ramsan Kadyrow vermutet. FĂŒr einen internationalen Aufschrei sorgte 2018 der Mordanschlag auf den russischen Ex-Agenten und ÜberlĂ€ufer Sergej Skripal und seine Tochter in England. Zwei mutmaßliche Agenten des russischen Geheimdienstes GRU sollen nach britischen Erkenntnissen das Nervengift Nowitschok eingesetzt haben. Beide Opfer ĂŒberlebten knapp. Westliche LĂ€nder wiesen als Antwort rund hundert russische Diplomaten aus.

Die Reaktion aus Moskau? Immer die gleiche: Dementieren und Leugnen.

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