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Karl Lauterbach bei "Markus Lanz": Coronavirus nicht nur für Rentner gefährlich

SPD-Politiker warnt  

"Virus nur für Rentner gefährlich? Vollkommen falsch!"

02.04.2020, 12:58 Uhr | dru, t-online.de

Diese Gruppen sind besonders vom Coronavirus betroffen

Zehntausende Menschen sind in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert. Doch nicht alle Gruppen sind gleich stark betroffen. Die Zahlen variieren je nach Alter und Geschlecht und geben Aufschluss, wer besonders geschützt werden muss. (Quelle: t-online.de)

Deutliche Unterschiede in Deutschland: Inwiefern das Geschlecht eine Rolle spielt und welche Gruppen besonders vom Coronavirus betroffen sind. (Quelle: t-online.de)


Das Coronavirus bedeutet nicht nur für ältere Menschen eine Gefahr. Bei "Markus Lanz" warnt der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach davor, das Risiko für Jüngere zu verharmlosen.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat an junge Menschen appelliert, nicht leichtsinnig mit der Ausbreitung des Coronavirus umzugehen. In der ZDF-Talksendung "Markus Lanz" sagte er: "Ich warne vor der naiven und falschen Darstellung, dass das Virus nur gefährlich für Rentner ist. Das ist vollkommen falsch."

Lauterbach nannte das Beispiel der USA, wo es verhältnismäßig viele schwere Krankheitsverläufe auch bei jungen Menschen gibt. Der SPD-Politiker sagte, vermutlich zögerten viele Menschen in den USA, auch junge, eine Behandlung hinaus, weil sie keine Krankenversicherung hätten. "Das Virus ist dann oft schon tief in der Lunge. Und wenn ich dann anfange zu behandeln, dann hole ich nur noch eine Teilheilung heraus. Das heißt, die erholen sich dann, die sterben nicht. Aber die behalten zum Teil erhebliche Schäden zurück. Das ist dort weit verbreitet."

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: "Es gibt viele Folgeschäden, die wir erst in Jahren abschließend beurteilen können." (Quelle: imago images)SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: "Es gibt viele Folgeschäden, die wir erst in Jahren abschließend beurteilen können." (Quelle: imago images)

Der studierte Epidemiologe betonte, auch in Deutschland sei kein junger Mensch sicher. Die Langzeitschäden einer solchen schweren Lungenentzündung bei jungen Menschen seien derzeit noch nicht genug erforscht. Man wisse aus der Behandlung älterer Menschen, dass "bei einer längeren Beatmung oft eine Einschränkung der Denkleistung und eine Verkürzung der Lebenserwartung" die Folge seien. Die Beatmung von Patienten sei fast immer mit Dauerschäden verbunden. "Daher dürfen wir das nicht begrenzen auf die Frage, ob jemand stirbt oder nicht. Es gibt viele Folgeschäden, die wir erst in Jahren abschließend beurteilen können."

Lauterbach ging auch auf die Mundschutz-Diskussion ein. Aktuell würde er von einer Pflicht zum Tragen von chirurgischen Masken in der Öffentlichkeit abraten. "Weil wir von denen derzeit nicht genug haben, wäre eine Pflicht für diese Masken falsch. Ich würde die Masken nur dem medizinischen Personal wegnehmen", sagte der SPD-Politiker. Zugleich betonte er, das Tragen eines Mundschutzes könne helfen, sich und andere zu schützen. "Wenn wir die Masken hätten und wenn angeleitet würde, wie man sie richtig trägt, wäre die Pflicht zum Tragen dieser Masken im öffentlichen Raum, etwa in Schulen oder im Supermarkt, sinnvoll."

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