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In der Corona-Krise getrennt: Rentner darf bald zu seiner geliebten Frau


Rentner Alfons Blum darf bald zu seiner geliebten Frau

  • Lars Wienand
Von Lars Wienand

Aktualisiert am 25.05.2020Lesedauer: 3 Min.
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Alfons Blum muss warten: Der 84-jährige Geraer darf vorerst weiterhin nicht zu seiner Ehefrau ins Seniorenpflegeheim Otto Dix.
Alfons Blum muss warten: Der 84-jährige Geraer darf vorerst weiterhin nicht zu seiner Ehefrau ins Seniorenpflegeheim Otto Dix. (Quelle: Bodo Schackow/dpa-bilder)
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Thüringen redet über die Aufhebung der Corona-Maßnahmen – derweil weiß Alfons Blum in Gera noch immer nicht, wann er seine geliebte Frau im Heim besuchen kann. Doch es gibt Signale.

Es waren anstrengende Tage für Alfons Blum, und es gibt noch kein Happy End: Sein Interview am Rande einer sogenannten Corona-Demo, bei dem er schluchzend von der Trennung von seiner Frau berichtete, hat das Telefon des 84-Jährigen oft klingeln lassen. Viele Medien wollten über ihn berichten und viele Menschen wollten dem tieftraurigen Mann ihr Mitgefühl zeigen. Von morgens bis abends 21 Uhr gebe es Anrufe, "es strengt mich an und wird mir zu viel".

Deshalb möchte er auch keine Briefe bekommen und bittet dafür um Verständnis. t-online.de hatte Anfragen von Lesern erhalten, die Blum Respekt zollen und danken wollen für seine Haltung bei der Demonstration. "Ich weiß, dass die Reaktionen fast durchweg positiv sind, und das freut mich." Er hatte von seelischer Folter durch die Trennung gesprochen und war von vermeintlichen Verfechtern der Meinungsfreiheit beschimpft worden. In die Kamera eines ARD-Teams hatte er dann gesagt: "Man muss auch vernünftig bleiben."

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"Meine Enkelin ist stolz auf mich"

Ins Internet schaue er nicht, von dort hat ihm der Schwiegersohn auch von anderen Rückmeldungen berichtet. "Er hat mir vorgelesen, dass mir jemand den Kopf abschlagen will. Was sind das für Menschen?" Der Hass hat Alfons Blum aber längst nicht so bewegt wie die Reaktion seiner Enkelin. "Die hat mich angerufen und mir gesagt, dass sie ganz stolz auf mich ist."

Was ihn noch nicht erreicht hat: eine Nachricht, wann er bei "Mamilein" sein kann, wie er seine Frau nennt. Er steht oft vor ihrem Foto im Regal und betrachtet es minutenlang. Am 8. Juni haben sie ihren Hochzeitstag und sind seit 63 Jahren verheiratet ("eine wunderbare Ehe"). Er bangt noch, ob er sie dann sehen kann.

Blum hat die Ankündigung von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow registriert, dass Thüringen die allgemeinen Beschränkungen zum 6. Juni aufheben könnte. Am Montag ist Ramelow in Teilen zurück gerudert. "Ich bin sehr gespannt, was da am Dienstag gesagt wird", sagte Rentner Blum t-online.de.

Heim will Besuche ab erster Juni-Woche

Und er wartet darauf, wie es im Heim weitergeht. Nachricht vom Heim. Andreas Götz, Geschäftsführer der Heimbetriebsgesellschaft Gera, hat am Montag das Besuchskonzept für das Otto-Dix-Heim an die Stadt geschickt, das darlegt, wie in Corona-Zeiten mit dem Risiko angemessen umgegangen werden kann. "In der ersten Juni-Woche wollen wir in den Einrichtungen das Konzept umsetzen können, wenn es keinen Fall gibt."

Die Besucher-Regeln müssen zwar der entsprechenden Verordnung zufolge nicht vom Gesundheitsamt genehmigt werden, die Behörde ist aber in Kenntnis zu setzen. "Die Verantwortung liegt bei den Heimen", so eine Sprecherin der Stadt Gera. "Sollten den Kollegen des Gesundheitsamtes grobe Mängel auffallen, werden sie aber entsprechend reagieren."

Die Rückmeldung werde man abwarten, sagt Götz. "Wir warten dann, ob es aus deren Sicht Beanstandungen gibt." Auch wenn es von dort keine Bedenken gibt, heiße das aber nicht, "dass die Türen für alle aufgehen und es los geht".

Personal muss Aufpasser spielen

"Das werden zeitlich begrenzte Besuche sein, und es wird ein paar Tage dauern, bis jeder einen Besuch abgestattet haben wird." Das liege auch am Personalaufwand. "Da sind ja verständlicherweise Emotionen im Spiel, die groß sind. Wir stehen in der Verantwortung, dass dabei Regeln nicht vergessen werden." Die lang ersehnten Wiedersehen stehen deswegen unter besonderer Beobachtung.

Bei Alfons Blum und seinem Engel Gisela, wie er sie nennt, könnte es aber schon in dieser Woche ein Wiedersehen geben. "Wir arbeiten daran, in dieser Woche noch einmal einen Kontakt herzustellen", sagt der Chef der Heimgesellschaft. Alfons Blum wird wie beim letzten Treffen wieder draußen bleiben müssen, getrennt durch einen Tisch an einer offenen Tür im Erdgeschoss. Er wird dabei zu seiner bettlägrigen Frau sprechen können, wenn ihr Gesundheitszustand das zulasse.

Auch das müsse das Heim bedenken, sagt der Chef der Einrichtungen. Das letzte Wiedersehen hatte die demenzkranke Frau schwer aufgewühlt, sie war Stunden später noch extrem aufgeregt. Alfons Blum kommen Tränen, wenn er sich daran erinnert: "Ich habe immer ihr verzweifeltes, hilfesuchendes Gesicht vor mir, als ich mich beim letzten Mal von ihr verabschiedet habe."

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherchen
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