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Hygiene-Plan für Schuleröffnung nach Sommerferien – Kritik von Lauterbach

Maskenpflicht, kein Mindestabstand  

Hygiene-Plan für Schuleröffnung nach Ferien beschlossen

15.07.2020, 19:50 Uhr | dpa, AFP, dru

Hygiene-Plan für Schuleröffnung nach Sommerferien – Kritik von Lauterbach. Die Schutzmaske griffbereit: Für den Schulbetrieb nach den Sommerferien gibt es nun ein abgestimmtes Konzept der Bundesländer. (Quelle: dpa/Marijan Murat)

Die Schutzmaske griffbereit: Für den Schulbetrieb nach den Sommerferien gibt es nun ein abgestimmtes Konzept der Bundesländer. (Quelle: Marijan Murat/dpa)

Vielerorts naht bald das Ende der Sommerferien. Trotz Corona sollen dann die Schulen wieder in den Regelbetrieb starten. Dafür liegt nun ein Plan vor – aber einigen Betroffenen reicht das nicht aus.

Zweieinhalb Wochen vor dem Sommerferien-Ende in Mecklenburg-Vorpommern gibt es bundesweit einheitliche Hygieneregeln für die Schulen. Wie die Kultusministerkonferenz (KMK) am Mittwoch in Berlin mitteilte, haben sich die 16 Bundesländer auf einen gemeinsamen Rahmenplan geeinigt. "Es ist unsere Aufgabe, das Recht auf Bildung mit den notwendigen Maßnahmen zum Schutz vor einer Verbreitung des Corona-Virus in Einklang zu bringen", erklärte die KMK-Präsidentin und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD).

Neben den üblichen Vorschriften wie dem Tragen von Schutzmasken und dem Verzicht auf Körperkontakt wird unter anderem ein Mindestabstand von 1,50 Meter empfohlen. Beim Unterrichtsbetrieb im regulären Klassenverband könne auf den Mindestabstand zwischen Schülern und Lehrern allerdings verzichtet werden, heißt es in dem gemeinsamen Papier. Die Befreiung chronisch kranker Schüler vom Unterricht müsse im Einzelfall "kritisch geprüft" werden.

Plans als "Orientierungshilfe" für die Länder

Menschen, die eine Corona-Infektion haben oder entsprechende Symptome aufweisen, sollen vom Unterricht ausgeschlossen bleiben. Verdachtsfälle müssen umgehend dem Gesundheitsamt gemeldet, Schulgebäude regelmäßig gereinigt und gelüftet sowie allgemeine Vorsichtsmaßnahmen wie Händewaschen eingehalten werden.

Darüber hinaus soll die Nutzung der Corona-Warn-App "allen am Schulleben Beteiligten empfohlen werden". Die Regelungen wurden nach KMK-Angaben bewusst recht allgemein gehalten. Sie sollen den Ländern als "Orientierungshilfe" bei der Formulierung ihrer Vorgaben für den Schulbetrieb dienen.

Mecklenburg-Vorpommern macht in drei Wochen den Anfang

Trotz der Corona-Pandemie sollen die Schulen nach den Sommerferien wieder in den Regelbetrieb starten. Das nun beschlossene Hygienekonzept galt von Anfang an als wichtige Grundlage für dieses Vorhaben. In Mecklenburg-Vorpommern beginnt das neue Schuljahr bereits am 3. August. Kurz darauf geht es für die Schüler in Hamburg, Schleswig-Holstein, Berlin und Brandenburg wieder los.

Der Deutsche Lehrerverband hält das KMK-Konzept für nicht ausreichend. In einem Zehn-Punkte-Plan fordert er unter anderem schon zum neuen Schuljahr die Einstellung zusätzlicher Lehrer, um neben dem Regelunterricht auch dauerhafte Förderangebote zur Verfügung stellen zu können. Zudem müsse es für die Lehrer einen Visierschutz geben sowie die Möglichkeit wöchentlicher Corona-Tests. Dies gebiete die Fürsorgepflicht des Staates als Arbeitgeber gegenüber seinen Lehrkräften.

Lauterbach für nationales Konzept 

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warf derweil Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) Konzeptlosigkeit bei der geplanten weitgehenden Öffnung von Schulen vor. Wenn es im Herbst wieder mehr Corona-Infektionen gebe, "wird es schwierig", sagte Lauterbach der "Welt" vom Mittwoch. Karliczek sage "immer nur, man werde Lösungen von Schule zu Schule finden". Das sei jedoch zu wenig.


"Ich hätte mir gewünscht, dass man im Sommer ein nationales Konzept entwickelt", sagte Lauterbach. Zum Konzept könnten nach Ansicht des SPD-Politikers ausgedünnte Klassen, ein über den ganzen Tag gestreckter Unterricht und Onlineunterricht gehören.

Schon Mitte Juni hatten die Kultusminister die Rückkehr zum schulischen Regelbetrieb beschlossen, der wegen der Corona-Pandemie monatelang nicht möglich war. Der Städte- und Gemeindebund sieht dies allerdings skeptisch. "Es wird nach den Sommerferien keinen Schulbetrieb wie vor der Corona-Pandemie geben können", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Passauer Neuen Presse". Besondere Hygienemaßnahmen seien weiter erforderlich. "Dazu gehören kleinere Lerngruppen, gute Durchlüftung der Räume, mehr Raumkapazität und möglicherweise auch zusätzliches Personal."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP

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