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Neue Corona-Regeln: Wollen Kanzlerin Merkel und Länderchefs uns weiter quälen?


Wollen Merkel und Länderchefs uns weiter quälen?

  • Luis Reiß
Von Luis Reiß

Aktualisiert am 26.11.2020Lesedauer: 3 Min.
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Kanzlerin Merkel mit Berlins Regierendem Bürgermeister Müller (l.) und Bayerns Ministerpräsident Söder: Die bundesweite Strategie hat weiterhin Lücken.
Kanzlerin Merkel mit Berlins Regierendem Bürgermeister Müller (l.) und Bayerns Ministerpräsident Söder: Die bundesweite Strategie hat weiterhin Lücken. (Quelle: Odd Andersen/Reuters-bilder)
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Die deutsche Politik scheut im Gegensatz zu anderen Ländern einen deutlich strikteren Lockdown. So werden die kraftlosen Maßnahmen für die Menschen in Deutschland zur endlosen Strapaze.

Erinnern Sie sich noch an den 16. März? Damals verkündete Kanzlerin Angela Merkel zur Bekämpfung der Corona-Pandemie Maßnahmen, "die es so noch nicht gegeben hat". Shutdown, Geschäfte zu, Schulen zu. Sie sprach von der größten Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg.


Berlin: Covid-19-Patienten auf der Intensivstation

Die Zahl der Corona-Infizierten steigt stetig, auch auf den Berliner Intensivstationen. Im Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe kämpfen Pfleger und Pflegerinnen Tag für Tag um das Überleben von Covid-19-Patienten.
Rettungskräfte bringen einen Covid-19-Patienten ins Krankenhaus.
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Und wirklich jeder in diesem Land begriff sofort den Ernst der Lage. Es war ein historischer Moment.

Der Kontrast zur Gegenwart könnte nicht größer sein. Nie zuvor sind an einem Tag so viele Menschen mit oder an einer Corona-Infektion in Deutschland gestorben wie am Mittwoch (410). Die am selben Tag gefassten Beschlüsse von Bund und Ländern fallen trotzdem kraftlos und unentschlossen aus.

Hier und dort eine Nuance strikter – so wird das nichts.

Den meisten dürften die "Verschärfungen" kaum auffallen

Die Zahlen zeigen: So richtig es gewesen sein mag, die Wirkung des Teil-Lockdowns vollständig abzuwarten, ist es jetzt Zeit, sich einzugestehen, dass er zu wenig und zu langsam wirkt. Die täglichen Infektionszahlen sind weiterhin so hoch, dass die Intensivstationen vielerorts bereits an ihre Grenzen kommen.

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Den Lockdown zu verlängern, ist deshalb logisch, aber eben auch das Mindeste. Die Kontakte weiter einzuschränken auch. Dass sich statt zehn Personen nun fünf treffen dürfen, Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre aber nicht mitgezählt werden – klingt das wirklich nach der entscheidenden Maßnahme? Ohnehin hat ein Großteil der Deutschen das Sozialleben doch seit Wochen massiv eingeschränkt. Den meisten dürften "Verschärfungen" wie diese kaum auffallen.

Stückwerk und keine langfristige Strategie

Ein weiteres Beispiel: der neue Grenzwert von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Ab ihm sollen die Länder "zusätzliche strenge Maßnahmen" verhängen. Welche das sind? Darüber konnten … nein, wollten sich Bund und Länder nicht einigen. Berlin sowie 62 Landkreise liegen längst darüber – und bekommen nun womöglich 63 unterschiedliche Varianten von "zusätzlichen strengen Maßnahmen".

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Die vorab versprochene Strategie für den gesamten Winter ist das nicht, sondern weiteres Stückwerk bis Weihnachten. Für die Festtage werden die Regeln in den meisten Bundesländern gelockert – entgegen aller Warnungen von Virologen und Intensivmedizinern, die eine erneute Explosion der Zahlen im Januar fürchten.

Ein Blick ins Ausland zeigt Alternativen. Frankreich zum Beispiel hat, bei kurzzeitig deutlich höheren Infektionszahlen, für einige Wochen einen drastischen Lockdown beschlossen und die Infektionszahlen damit deutlich gesenkt. Auch in der Pandemie-Bekämpfung sehr erfolgreiche asiatische Länder gingen und gehen so vor. Mehrere Studien zeigen, dass diese Strategie auch für die Wirtschaft besser sein kann.

Intensivmedizin und Gastronomie leiden

Sehr schmerzvoll ist das jedes Mal und diese Methode muss über den Herbst und Winter möglicherweise mehrfach angewendet werden, aber sie ist auch schnell wirksam – so, wie wenn man ein Pflaster mit einem Ruck abzieht.

Bund und Länder neigen offenbar dazu, das Corona-Pflaster eher quälend langsam zu lösen. Sie strapazieren dabei unser aller Leben, vor allem aber die Kapazität der deutschen Intensivstationen. Ist das Pflaster nicht schnell genug ab, beziehungsweise die Infektionszahlen deutlich niedriger als heute, droht die Katastrophe. Das Gleiche gilt beispielsweise für die Gastronomie, der weiterhin völlig die Perspektive fehlt.

Die neuen Corona-Beschlüsse sind zu wenig, zu unverbindlich und unkonkret. So wird sich die Corona-Lage kaum entspannen, trotz quälender Strapazen für die Menschen in Deutschland.

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