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Nach Impfaffäre: Markus Lanz nimmt Halles OB in die Mangel

Eine TV-Kritik von Charlotte Zink

Aktualisiert am 26.02.2021Lesedauer: 3 Min.
Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (Archivbild): "Man hat mir gesagt: Wenn Sie nicht kommen, werfen wir die Spritze weg."
Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (Archivbild): "Man hat mir gesagt: Wenn Sie nicht kommen, werfen wir die Spritze weg." (Quelle: imago images)
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Der Oberbürgermeister von Halle an der Saale hat sich gegen Corona impfen lassen, bevor er an der Reihe war. Damit löste er über die Grenzen seiner Stadt hinaus einen Skandal aus. Markus Lanz wollte von ihm wissen, wie es zu der vorzeitigen Impfung kam – und nahm den Politiker dafür gehörig in die Mangel.

"Warum sind Sie schon geimpft?" Mit dieser Frage löste Markus Lanz in seiner Sendung am Donnerstag die hitzigste Diskussion des Abends aus. Denn gerichtet war sie an Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand.

Der 64-Jährige war bereits im Januar gegen Corona geimpft worden, obwohl er nach der von Bund und Land festgelegten Prioritätenliste noch nicht an der Reihe gewesen wäre. Erst Wochen später hatte Wiegand seine Impfung auf Nachfrage öffentlich gemacht und damit für Wut und Unverständnis gesorgt.

Rücktrittsforderungen wurden laut, mehrere Stadträte wollten dem parteilosen OB die Dienstgeschäfte verbieten und die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall gegen ihn. Hatte Wiegand gehofft, sich bei Lanz im Studio zurück in ein besseres Licht zu rücken, ging dieser Plan am Donnerstagabend nicht auf.

"Wenn Sie nicht kommen, werfen wir die Spritze weg"

Denn die Rechtfertigung seiner frühzeitigen Impfung baute vor allem auf einem Satz: "Man hat mir gesagt: Wenn Sie nicht kommen, werfen wir die Spritze weg", so Wiegand: Die Impfung, die er im Hallenser Krankenhaus erhalten habe, sei mit einer Restimpfstoff-Dosis erfolgt.

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Am Telefon habe das Krankenhaus ihm im Januar überraschend die Impfung angeboten und dabei versichert, er sei der Einzige, den man erreicht habe, um dafür zu sorgen, dass der Impfstoff nicht verkommt. Der sei zum Zeitpunkt des Anrufs nämlich nur noch rund 15 Minuten haltbar gewesen.

Wie genau es dazu kam, dass ausgerechnet er als Oberbürgermeister kontaktiert wurde und nicht beispielsweise ein Lehrer oder Pädagoge, der zu diesem Zeitpunkt noch auf eine Impfung wartete, wollte Lanz wissen. "Der Bürgermeister hat eine wichtige Funktion", versuchte Wiegand eine Erklärung.

Auf Lanz Bemerkung: "Es war kein Zufall, dass Sie angerufen worden sind", räumte der OB ein: "Davon gehe ich aus." Tatsächlich waren nicht nur Wiegand, sondern auch mehrere Stadträte und Mitglieder des Katastrophenstabes von Halle vorzeitig geimpft worden.

In diesem Zusammenhang nahm Lanz eine Verordnung des Katastrophenstabs der Stadt unter die Lupe. In dem wird angeordnet, dass Restimpfstoff unter anderem unter Ärzten und Rettungskräften, aber auch unter dem Stadtrat und dem Katastrophenstab, dessen Chef Wiegand ist, verteilt werden soll. "Warum haben Sie sich da mit reingeschrieben?", wollte Lanz über die Verordnung wissen. Und außerdem: "Wo sind Lehrer, Pädagogen und Polizisten?"

Der Katastrophenstab "muss unmittelbar wichtige Entscheidungen treffen", so Wiegands Begründung. Eine Erklärung, wieso Lehrer, Pädagogen und Polizisten nicht in dem Dokument stehen, blieb er schuldig.

Aufgebracht nahm Lanz den OB weiter in die Mangel und ließ ihn dabei wie einen Schuljungen dastehen: "Glauben Sie, die Kanzlerin würde ein vorzeitiges Impfangebot annehmen?", fragte Lanz und beantwortete seine Frage selber: "Sie würde es nicht tun. Warum, was glauben Sie?" Er verstehe die Kritik an seiner Entscheidung, schloss Wiegand die Mini-Politikstunde mit Lehrer Lanz.

Haseloff zu Lanz: Sie müssen beim Impfen aufklären

Um Impfungen ging es am Donnerstagabend auch in einem anderen Zusammenhang: Im Gespräch mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff wurde plötzlich Lanz zum Ziel einer Belehrung. Und zwar zum Thema Fernsehmachen. "Sorgen Sie dafür, dass jeden Tag Aufklärung läuft", forderte der CDU-Mann mit Blick auf die Impfbereitschaft in Deutschland.

Auf Lanz Anmerkung hin, das tue er bereits die ganze Woche, bemängelte Haseloff: "Sie machen das zu spät. Wer guckt denn so spät?" Der Tipp des Ministerpräsidenten: Zur Bildung beitragende Programme wie Lanz' Sendung gehörten früher ins öffentlich-rechtliche Programm. "Das Quiz gehört nach hinten für die, die nicht einschlafen können."

Dass ARD, ZDF und Deutschlandradio sich Tipps von Haseloff derzeit zu Herzen nehmen, ist wohl eher unwahrscheinlich. Im Dezember hatte der CDU-Mann noch die Erhöhung des Rundfunkbeitrags von monatlich 17,50 Euro auf 18,36 Euro zum 1. Januar blockiert. Die Sender waren deswegen jüngst vor das Bundesverfassungsgericht gezogen.

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