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Wie Impfzentren ihre freiwilligen Helfer verärgern

Schutzimpfung für Mitarbeiter  

Wie Impfzentren ihre freiwilligen Helfer verärgern

26.02.2021, 15:44 Uhr
Wie Impfzentren ihre freiwilligen Helfer verärgern. Helfer in einem Berliner Impfzentrum: Sie bekommen die Impfung erst, wenn sie eine gewisse Zahl von Einsätzen vorweisen können.  (Quelle: dpa/Michael Sohn/POOL AP/dpa )

Helfer in einem Berliner Impfzentrum: Sie bekommen die Impfung erst, wenn sie eine gewisse Zahl von Einsätzen vorweisen können. (Quelle: Michael Sohn/POOL AP/dpa /dpa)

Astrazeneca-Dosen liegen ungenutzt auf Halde, doch Mitarbeiter in den Impfzentren müssen sich ihre eigene Immunisierung erst durch Engagement verdienen. Die Helfer sind verärgert.

Sie wollen anpacken, um in der Corona-Krise etwas zu tun: Für die Impfzentren haben sich auch in Berlin Hunderte Ehrenamtler gemeldet, die dort mit verschiedenen Aufgaben im Einsatz sind. Sie haben engen Kontakt zu einigen der älteren Menschen, von denen pro Sechs-Stunden-Schicht mehr als 1.000 geimpft werden.

Und eigentlich gilt: Wer in einem Impfzentrum arbeitet, gehört zur Gruppe der Menschen, die nach der Corona-Impfverordnung mit oberster Priorität geimpft werden sollen. Doch wie t-online-Recherchen zeigen, müssen die Helfer lange auf ihre Impfung warten.

Eigentlich dürfen Mitarbeitende in den Impfzentren über ihre Tätigkeit überhaupt nicht reden – zu ihrem Schutz und zum Schutz der Impfzentren vor möglichen Übergriffen militanter Impfgegner aus dem Querdenken-Umfeld. t-online haben dennoch Stimmen von verärgerten Helfern erreicht: Sie fühlen sich vertröstet. Es ist genug Impfstoff da, zugeteilt werde er aber wie eine Belohnung denen, die viele Dienste tun.

Verordnung sieht Impfung für Helfer vor

Es gibt aktuell genügend Impfstoff von Astrazeneca, um die Helfer zu versorgen. Im Impfzentrum in Berlin-Tegel sind Impftermine fast sofort verfügbar. Auch das DRK, das die sechs Impfzentren in Berlin koordiniert, sieht keinen Engpass für Helfer.

Doch Impfberechtigungen, die die Hilfsdienste den Mitarbeitenden ausstellen müssen, werden bisher offenbar zurückgehalten: Nach t-online-Informationen haben Helfer die Rückmeldung erhalten, sie müssten erst mehr Dienste leisten. Eine Person, die bei den Johannitern im Einsatz ist, aber anonym bleiben will, sagt: "Offenbar wird unterstellt, dass Leute sich nur gemeldet haben, um sich die Impfung abzuholen. Eine unverschämte Unterstellung."

DRK: Es geht nicht um Misstrauen

Das federführende DRK weist das zurück: Man habe nicht diese Sorge, so Regina Kneiding, Sprecherin für die Impfzentren: "Das Engagement unseres Personals folgt der Motivation, anderen zu helfen." Zudem werde das gesamte Personal gleichbehandelt und nach Vorgaben des Senats, Ehrenamtliche würden nicht schlechter behandelt.

Wörtlich erklärt das DRK: "Solange nicht das gesamte berechtigte Personal einer Impfstätte geimpft ist, ist für haupt- und ehrenamtliche Kräfte aufgrund der Vorgaben der Senatsverwaltung die Häufigkeit der Einsätze bei der Impfung des Personals zu berücksichtigen." 

Heißt: Obwohl es eigentlich genug Astrazeneca-Impfstoff gibt, wird weiter priorisiert. Und Ehrenamtler, die den Rettungsdiensten den Einsatz von Leiharbeitern und Lohnkosten sparen und in manchen Schichten ein Viertel der Helfer ausmachen, stehen regelmäßig hinten an, wenn sie seltener verfügbar sind.

Deshalb treten Mitarbeiter, die gerne geimpft werden wollen, vorerst ohne die schützende Immunisierung ihren Dienst an. Das DRK sagt dazu: "Wir sind selbstverständlich an einer zügigen Impfung aller Mitarbeitenden interessiert." Die Impfung sei jedoch rechtlich keine Voraussetzung für einen Einsatz im Impfzentrum. Und: "Da derzeit regelmäßige Impfberechtigungen erteilt werden, braucht die Priorisierung nur temporär eingesetzt zu werden."

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen

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