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Sandra Ciesek: Corona-Lockerungen haben "nichts mit Sicherheit zu tun"

Kritik an Lockerungspolitik  

Ciesek: Öffnungen haben "nichts mit Sicherheit zu tun"

06.04.2021, 20:51 Uhr | dpa

Sandra Ciesek: Corona-Lockerungen haben "nichts mit Sicherheit zu tun". Sandra Ciesek: Die Frankfurter Virologin übt scharfe Kritik an den Lockerungen in einigen Regionen (Archivbild). (Quelle: imago images/Reiner Zensen)

Sandra Ciesek: Die Frankfurter Virologin übt scharfe Kritik an den Lockerungen in einigen Regionen (Archivbild). (Quelle: Reiner Zensen/imago images)

Die Virologin Sandra Ciesek kritisiert die regionalen Corona-Lockerungen scharf: Die Politik wälze die Verantwortung auf die Bürger ab. Auch die Intensivstationen und Impfungen bereiten ihr Sorge.

Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek sieht Öffnungsstrategien wie etwa im Saarland oder in Modellregionen kritisch. "Die Verantwortung wird auf den Bürger abgewälzt", sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstag im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update". "Wenn geöffnet wird, muss dem Bürger klar sein, dass das nichts mit Sicherheit zu tun hat." Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, "dass das sicher ist", sondern jeder müsse individuell entscheiden, sich auf diese Freiheiten einzulassen oder auf Vorsicht zu setzen.

Auch wenn es bei der Entwicklung der Infektionszahlen vor Ostern eine gewisse Abflachung gegeben habe und in einigen Städten die Inzidenzwerte über Ostern gesunken seien, halte sie es für riskant, aus diesen Zahlen eine Ablehnung von Maßnahmen und Beschränkungen abzuleiten, sagte die Virologin. Zum einen werde bekanntlich über die Feiertage weniger getestet, zum anderen hätten womöglich manche Menschen vor Ostern Kontakte beschränkt, um dann an den Feiertagen Angehörige treffen zu können. "Man muss schon schauen, wie geht es nach Ostern weiter."

Patienten aus der zweiten Welle noch immer auf den Intensivstationen

Sorge bereite der Anstieg der Patienten in den Krankenhäusern und der Zuwachs bei der Belegung der Intensivbetten durch jüngere Patienten, die zwar bessere Überlebenschancen als 80- oder 90-Jährige hätten, aber auch längere Zeit auf den Intensivstationen verbrächten – "Wochen oder auch Monate". Noch immer seien in den Intensivstationen Patienten der zweiten Infektionswelle – das sei eine ganz andere Ausgangslage als im vergangenen Sommer.

Ein Impfeffekt sei noch nicht in Sicht, sagte Ciesek. Dieser reiche zudem nicht aus, um Kontaktbeschränkungen sofort aufheben zu können. Wichtig sei, dass Geimpfte nach der ersten Impfung nicht auf Vorsichtsmaßnahmen verzichteten. Nach der ersten Impfung gebe es die "gefährliche Phase", da sich Antikörper erst entwickeln müssten, sagte Ciesek über Leichtsinn bei denjenigen, die glaubten, nach der Impfung sofort vor einer Infektion geschützt zu sein.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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