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Sachsen und Thüringen: Tausende demonstrieren gegen Corona-Regeln

In Sachsen und Thüringen  

Tausende "Spaziergänger" demonstrieren gegen Corona-Regeln

30.11.2021, 09:42 Uhr | dpa

Sachsen und Thüringen: Tausende demonstrieren gegen Corona-Regeln. Polizisten versperren in Erfurt ein Straße zur Thüringer Staatskanzlei: Etwa 650 Menschen sollen sich an dem "Corona-Spaziergang" beteiligt haben. (Quelle: dpa/Martin Schutt)

Polizisten versperren in Erfurt ein Straße zur Thüringer Staatskanzlei: Etwa 650 Menschen sollen sich an dem "Corona-Spaziergang" beteiligt haben. (Quelle: Martin Schutt/dpa)

In Sachsen und Thüringen haben Gegner der Corona-Maßnahmen einen Weg gefunden, das Verbot größerer Protestzüge zu unterlaufen: Sie gehen "spazieren".

Mehrere Hundert Menschen haben am Montagabend laut Polizei in sächsischen Städten gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen protestiert. Sachsens Corona-Notfallverordnung gestattet derzeit nur ortsfeste Kundgebungen mit maximal zehn Teilnehmern. Diese Zahl wurde in allen Fällen überschritten.

Rund 700 Menschen nahmen nach Angaben einer Polizeisprecherin in Freiberg an einem ungenehmigten "Corona-Spaziergang" teil. Der Versuch, sie frühzeitig anzusprechen und die Versammlung aufzulösen, habe "wenig gefruchtet". Die nicht angemeldeten "Spaziergänge" und Aktionen seien aber so weit wie möglich aus der Innenstadt heraus gelenkt worden und ruhig verlaufen.

Corona-Protest in Chemnitz: 25 Anzeigen

Auch in Chemnitz und Zwickau liefen mehrere Hundert Menschen im Protest gegen die Corona-Politik von Land und Bund durch die Stadt. Bis zu 300 Menschen seien zwischenzeitig auf den Straßen unterwegs gewesen, sagten die jeweiligen Polizeisprecher. Bei dem Einsatz in Chemnitz wurden rund 25 Anzeigen aufgenommen.

Proteste gab es laut Polizei auch in Dresden, Neustadt in Sachsen, Pirna, Sebnitz, Riesa und Großenhain. In allen Fällen sprachen Polizisten die Personen an und forderten sie auf, den Bereich zu verlassen, was diese auch taten. Am Wochenende hatten vor allem im Süden Sachsens Hunderte Menschen in verschiedenen Orten gegen die Corona-Maßnahmen protestiert.

"Corona-Spaziergänge" auch in Thüringen

Mehrere Tausend Menschen haben an unangemeldeten Protesten gegen die Corona-Maßnahmen in Thüringen teilgenommen. Insgesamt 2.700 Menschen hätten am Montagabend an 20 verschiedenen Orten demonstriert, sagte ein Polizeisprecher.

Bei der größten Versammlung in Erfurt gingen demnach 650 Menschen auf die Straße, in Arnstadt im Ilmkreis und in Bad Salzungen im Wartburgkreis versammelten sich 400 und 280 Menschen. Bei allen anderen Demonstrationen hätten sich die Teilnehmerzahlen im zweistelligen Bereich bewegt. Wegen der Corona-Pandemie sind in Thüringen derzeit nur ortsfeste Versammlungen von bis zu 35 Menschen erlaubt.

Nach den Angaben vom Dienstagmorgen verliefen die Demonstrationen friedlich. Polizeibeamte hätten die Versammlungen dokumentiert und würden bei Verstößen gegen die thüringische Corona-Verordnung Ermittlungen einleiten.

"Herausforderung für Gesellschaft und unseren Staat" 

Bereits am Wochenende gingen in Thüringen Hunderte unangemeldet und gemeinsam "spazieren". In Eisenach war es bei einer Ansammlung von mehreren Hundert Menschen zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen, die Reizgas einsetzte. Zwei Polizisten wurden laut Polizei verletzt.

Der innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Raymond Walk, kündigte an, man wolle die Geschehnisse vom Wochenende in Eisenach und in Thüringen zum Thema im Innenausschuss machen. Es handle sich um eine "neue Qualität des Demonstrationsgeschehens" und eine "Herausforderung sowohl für Gesellschaft als auch unseren Staat", organisiert von Rechtsextremisten. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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