Meinung
Was ist eine Meinung?

Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema. Niemand muss diese Meinung ├╝bernehmen, aber sie kann zum Nachdenken anregen.

"In dem Fall muss ich aus der Pflege ausscheiden"

Von Mario Thieme

Aktualisiert am 10.12.2021Lesedauer: 3 Min.
"Das ist in keiner Weise akzeptabel, dass dort noch Menschen sterben": Karl Lauterbach spricht ├╝ber die berufsbezogene Impfpflicht, die nun kommen soll. (Quelle: t-online)
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Das Ergebnis der Abstimmung im Bundestag war eindeutig: Eine deutliche Mehrheit der Abgeordneten votierte f├╝r eine einrichtungsbezogene Impfpflicht. Viele Leser sehen die Entscheidung jedoch kritisch.

Es ist beschlossene Sache: Personal, das in Krankenh├Ąusern, Pflegeheimen, Arztpraxen, Rettungsdiensten oder ├Ąhnlichen Einrichtungen arbeitet, das mit vulnerablen Gruppen zu tun hat, muss sich gegen das Coronavirus impfen lassen. t-online wollte von seiner Leserschaft wissen, was sie dar├╝ber denkt.

In Hunderten uns erreichten Mails ist vor allem Kritik zu lesen. Diese richtet sich selten gegen das Impfen allgemein, sondern mehr gegen die Fixierung auf bestimmte Berufsgruppen. Eine Auswahl von Leserstimmen lesen Sie im Folgenden.

"Leute in solchen Einrichtungen haben eine Verpflichtung"

t-online-Leserin Maria Lindberg folgte unserem Leseraufruf und schrieb: "Ich finde es gut und richtig, dass Leute, die in solchen Einrichtungen arbeiten, geimpft sein m├╝ssen, da sie eine Verpflichtung den Patienten gegen├╝ber haben."

"In dem Fall muss ich aus der Pflege ausscheiden"

Eine andere Meinung vertritt t-online-Leserin Judith Fels: "Ich finde es nicht richtig, eine Impfpflicht einzuf├╝hren, solange nicht weitere Impfm├Âglichkeiten wie beispielsweise mit den sogenannten Totimpfstoffen zur Verf├╝gung stehen. Jeder Mensch sollte selbst entscheiden d├╝rfen, welchen Impfstoff er haben m├Âchte. Ich bin mir auch sicher, dass wenn andere Impfstoffe verf├╝gbar w├Ąren, sich viel mehr impfen lassen w├╝rden."

Judith Fels arbeitet selbst in der Pflege und hat ├╝ber Wochen an Covid-19 erkrankte Patienten gepflegt, wie sie berichtet. Bis heute wurde sie nie positiv getestet. "Sehr schade, in dem Fall muss ich mich um eine andere Arbeit bem├╝hen und aus der Pflege ausscheiden", k├╝ndigt sie an.

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"Hoffentlich macht die neue Regierung so weiter"

"Die jetzige Pflicht zum Impfen ist l├Ąngst ├╝berf├Ąllig. Auch ist es gut, dass diese Verpflichtung l├Ąnder├╝bergreifend ist, sodass nicht wieder einer dieser uns├Ąglichen Flickenteppiche entsteht", findet t-online-Leserin Johanna Goetze. "Die d├╝mmlichen Gegenargumente einer gewissen Partei kann man getrost als das nehmen, was sie sind: unqualifiziert. Hoffentlich macht die neue Regierung so weiter, auch in dem Tempo."

"Pflichten, die die k├Ârperliche Unversehrtheit anbelangen, sehr kritisch"

t-online-Leser Patrick Schwarz sieht die Sache anders: "Ich halte Pflichten, die die k├Ârperliche Unversehrtheit anbelangen, f├╝r sehr kritisch. Ich arbeite als Pflegedienstleitung bei einem ambulanten Pflegedienst, bei dem ÔÇô inklusive mir ÔÇô fast alle Mitarbeiter vollimmunisiert sind. Nun m├╝ssen sich die restlichen Mitarbeiter auch impfen lassen oder d├╝rfen nicht mehr arbeiten."

Er berichtet von einer mittlerweile 61-j├Ąhrigen Mitarbeiterin, die als Kind eine schwere Komplikation nach einer Tetanusimpfung hatte und sich seither nicht mehr impfen lie├č. Ihr leuchte es nicht ein, weshalb sie sich nun impfen lassen muss, obwohl sich einige ihrer Patienten selbst nicht impfen lassen wollen.

"Ich denke, jeder der sich bis jetzt nicht hat impfen lassen, hat einen pers├Ânlichen Grund daf├╝r. Ob der f├╝r Andersdenkende jetzt nachvollziehbar ist oder nicht: F├╝r den, der sich nicht impfen lassen m├Âchte, ist es auf jeden Fall ein guter Grund", meint Patrick Schwarz.

"Nur eine allgemeine Impfpflicht wird helfen"

t-online-Leser Harald Hacker schreibt: "Die Entscheidungen zur ├ťberwindung der Coronakrise durch die Legislative treffen zu lassen, sind grunds├Ątzlich richtig. Unsere gew├Ąhlten Vertreter haben die Verantwortung f├╝r republikanische Grundsatzentscheidungen nach unserer Verfassung. Wir stellen hiermit endlich wieder die parlamentarische Demokratie her. Endlich besser und richtiger als das Nichtregierungskonstrukt von Merkel mit den Ministerpr├Ąsidentenkonferenzen."

Allerdings ist seiner Ansicht nach heute eine Chance vertan und Zeit verloren worden, denn: "Nur eine allgemeine Impfpflicht wird helfen, zu einem 'normalen Leben' zur├╝ckzukommen. Mit dieser eingeschr├Ąnkten Impflicht fokussieren wir eine Gruppe von Menschen, die nicht die allgemeinen Treiber der Pandemie sind. Die meisten Menschen in Deutschland arbeiten nicht in der Impfpflichtgruppe. Wir m├╝ssen alle B├╝rger in Deutschland erreichen, auch unsere Kinder geh├Âren dazu."

"Diese Regelung ist ├╝berf├Ąllig"

"Ich denke, dass diese Regelung ├╝berf├Ąllig ist. Es kann nicht angehen, dass gef├Ąhrdeten Menschen durch Pflegepersonal ein unn├Âtiges Risiko entsteht, dem sie sich ja nicht entziehen k├Ânnen", ├Ąu├čert t-online-Leserin Friederike Pr├Âpper.

Ebenso wie Harald Hacker f├Ąnde sie eine generelle Impfpflicht sinnvoller. "Das Gespr├Ąch mit den unterschiedlichsten Impfgegnern zu suchen, hat ja nicht funktioniert. Wenn Menschen in ihrer sp├Ątpubertierenden Trotzhaltung bleiben, muss man ihnen eben Grenzen setzen."

"Zwei Kolleginnen halten bereits ihre K├╝ndigungen bereit"

Eine anonyme t-online-Leserin, die als Krankenschwester arbeitet, h├Ąlt die einrichtungsbezogene Impfpflicht f├╝r einen Schlag ins Gesicht. "Wir arbeiten alle schon am Limit, mit doch manchmal d├╝rftigen Schutzkleidungen, d├╝rfen den Frust der Patienten und Angeh├Ârigen ausbaden, haben extremen Mehraufwand auf den Stationen."

Sie hat kein Verst├Ąndnis daf├╝r, dass eine Impfpflicht nicht universell gelten soll. "Wenn, dann doch bitte alle", fordert die Leserin. Au├čerdem fragte sie: "Wer sch├╝tzt uns denn bitte? Wir erstellen Listen, wer von den Begleitpersonen nicht geimpft ist. Ich bin ersch├╝ttert, wie viele es sind."

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In ihrer Mail schildert sie: "Zwei Kolleginnen halten bereits ihre K├╝ndigungen bereit, sollte es zu der einseitigen Impfpflicht kommen ÔÇô und das, obwohl sie bereits geimpft sind. Sie empfinden es aber als Ungerechtigkeit, wie so viele. Wir k├Ânnen nicht alles ausbaden. Wir sind einfach ersch├Âpft!"

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