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Famili├Ąre Bindungen wichtigster Anlass f├╝r Zuzug

Von dpa
Aktualisiert am 11.01.2022Lesedauer: 2 Min.
2020 zogen fast 60.
2020 zogen fast 60.000 sogenannte Drittstaatsangeh├Ârige aus famili├Ąren Gr├╝nden nach Deutschland. (Quelle: Sophia Kembowski/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Famili├Ąre Gr├╝nde waren 2020 mit 15,9 Prozent der zahlenm├Ą├čig wichtigste Anlass f├╝r den Zuzug von Nicht-EU-B├╝rgern nach Deutschland.

Das geht aus einem Bericht des Bundesamtes f├╝r Migration und Fl├╝chtlinge (Bamf) hervor, der an diesem Mittwoch im Kabinett besprochen werden soll und der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Zahl der Asylantr├Ąge ging 2020, auch bedingt durch die Pandemie, weiter zur├╝ck. 102.581 Menschen stellten erstmals einen Asylantrag, nach 142.509 Erstantr├Ągen im Jahr 2019. Die Asylzahlen f├╝r 2021 sollen voraussichtlich noch in dieser Woche ver├Âffentlicht werden.

Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm, zeigte sich jetzt schon alarmiert. "Mit rund 170.000 Asylantr├Ągen wurden in Deutschland bis Ende November 2021 bereits mehr Antr├Ąge als im Jahr 2019 vor der Pandemie gestellt", sagte der CDU-Politiker. Die im Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien beschriebenen Vorhaben im Bereich der Migrationspolitik mit der Ausweitung der Asylbewerber- und Gesundheitsleistungen, dem Ausbau von Bleiberechtsm├Âglichkeiten f├╝r Ausreisepflichtige, der Ausweitung des Familiennachzugs und der Einf├╝hrung des sogenannten Spurwechsels von der Asyl- in die Erwerbsmigration w├╝rden zu noch mehr Asylantr├Ągen f├╝hren.

Wie der Migrationsbericht 2020 weiter festh├Ąlt, zogen 58.022 sogenannte Drittstaatsangeh├Ârige aus famili├Ąren Gr├╝nden nach Deutschland. Mit rund zehn Prozent bildeten Menschen aus dem Kosovo hier die gr├Â├čte Gruppe.

"Die Ampelparteien haben sich einen Neustart in der Einwanderungs- und Migrationspolitik vorgenommen, und der wird jetzt eingeleitet", sagte die Gr├╝nen-Migrationsexpertin Filiz Polat. Der Koalitionsvertrag bekenne sich ausdr├╝cklich zum Schutz von Familien, betonte die Bundestagsabgeordnete. "Diese geh├Âren zusammen, der Familiennachzug soll in vollem Umfang erm├Âglicht werden".

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Dem Migrationsbericht zufolge kamen 29.725 Nicht-EU-B├╝rger mit dem Zweck der Erwerbst├Ątigkeit ins Land. 17.083 Menschen aus Nicht-EU-Staaten reisten ein, um in Deutschland zu studieren.

Bedingt durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Reisebeschr├Ąnkungen fiel der Zuzug nach Deutschland insgesamt deutlich geringer aus als in den Jahren zuvor. Im Jahr 2020 zogen rund 220.000 mehr Menschen zu, als aus Deutschland fortgingen. Etwas weniger als 1,19 Millionen Zuz├╝gen standen rund 966.000 Fortz├╝ge gegen├╝ber.

"Oft aus dem ├Âffentlichen Blickfeld ger├Ąt, dass das Migrationsgeschehen in Deutschland insbesondere durch die europ├Ąische Binnenmigration und Zuwanderungen und Abwanderungen zwischen den europ├Ąischen Staaten gepr├Ągt ist", schreibt die neue Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) in ihrem Vorwort. Positiv sei, dass sich die Bundesrepublik besonders f├╝r Menschen, die hierzulande studieren und arbeiten wollten, sowie f├╝r EU-Staatsangeh├Ârige als attraktives Ziel etabliert habe.

Es sei gut, dass Faeser vergangene Woche den Zugang f├╝r afghanische Gefl├╝chtete zu Integrationskursen angek├╝ndigt habe, sagte Polat. Als n├Ąchster Schritt sollten Integrationskurse f├╝r alle Zugewanderten ge├Âffnet werden: von Anfang an und auf die unterschiedlichen Bed├╝rfnisse der Teilnehmenden zugeschnitten.

Rum├Ąnien war 2020 mit 15,7 Prozent wie bereits in den Vorjahren das Hauptherkunftsland der Zugewanderten, gefolgt von Polen (8,7 Prozent) und Bulgarien (6,1 Prozent). Von 2004 bis 2020 stieg die Anzahl der rum├Ąnischen Staatsangeh├Ârigen hierzulande dem Bericht zufolge von rund 73.400 auf rund 800.000 Rum├Ąnen.

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