Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Virologe: Omikron nicht "mild" - Kliniken vor neuer Welle

Von dpa
Aktualisiert am 22.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Auf einem Monitor werden verschiedene Varianten des Corona-Virus wie Delta und Omikron dargestellt.
Auf einem Monitor werden verschiedene Varianten des Corona-Virus wie Delta und Omikron dargestellt. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa./dpa)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

M├╝nchen (dpa) - Die deutschen Krankenh├Ąuser steuern nach Einsch├Ątzung des M├╝nchner Virologen Oliver Keppler auf erneut sehr hohe Zahlen von Corona-Patienten zu.

Die Wucht der Infektionswelle wird sich nach Einsch├Ątzung des Wissenschaftlers in den Kliniken niederschlagen. "Eine Verharmlosung von Omikron w├Ąre daher fatal, die h├Ąufig zu lesende Einordnung als "mild" halte ich f├╝r brandgef├Ąhrlich", sagte der Leiter der Virologie an der M├╝nchner Ludwig-Maximilians-Universit├Ąt der Deutschen Presse-Agentur.

Die Ausgangslage in Deutschland sieht Keppler wegen des vergleichsweise hohen Durchschnittsalters der Bev├Âlkerung und vieler Ungeimpfter als schwierig an.

"Monstr├Âses Infektionsgeschehen in den USA"

"In den USA sehen wir ein monstr├Âses Infektionsgeschehen mit bis zu einer Million neuer Infektionsf├Ąlle am Tag", sagte der Vorstand des Max von Pettenkofer-Instituts. "Dort sind mehr Covid-19-Patienten in den Krankenh├Ąusern als jemals zuvor in der Pandemie, und auch die Todesfallzahlen nehmen in den letzten Wochen wieder deutlich zu. Das ist nun alles andere als "mild"."

Vorl├Ąufige Untersuchungen aus Gro├čbritannien und den USA deuteten darauf hin, dass Omikron-Infektionen in der Breite etwa zwei bis dreimal seltener zur Einweisung ins Krankenhaus f├╝hrten als Delta-Infektionen. "Aber diese neue Variante erzeugt ja eine viel h├Âhere Infektionsdynamik mit Neuinfektionszahlen, die zehn- bis zwanzigfach h├Âher liegen als in der Delta-Welle zu einem vergleichbaren Zeitpunkt." Dar├╝ber hinaus gab Keppler zu bedenken, dass die langfristigen Auswirkungen von Omikron-Infektionen noch nicht im Kontext von Long Covid untersucht werden konnten.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Selenskyj: K├Ânnen nicht gesamtes Staatsgebiet mit Gewalt zur├╝ckholen
Der ukrainische Pr├Ąsident Wolodymyr Selenskyj (Archiv): Bei einem solchen Vorgehen w├╝rden Hunderttausende Menschen get├Âtet.


Bald bis 400.000 F├Ąlle am Tag?

Deutschland sei gl├╝cklicherweise etwa vier bis f├╝nf Wochen hinter der Omikron-Welle in den USA und Gro├čbritannien zur├╝ck und k├Ânne daraus lernen, sagte der Virologe. "Auch in Deutschland werden wir bald 200.000 bis 400.000 Neuinfektionen am Tag sehen. Das wird ohne Zweifel unsere Normalstationen in den Kliniken stark belasten und den Regelbetrieb einschr├Ąnken."

Leider habe Deutschland "noch eine besondere Konstellation von Demographie und Immunit├Ąt, die Sorge bereitet", sagte Keppler. "Wir haben etwa 17 Millionen Ungeimpfte, die meisten davon sind wahrscheinlich auch ungenesen. Davon sind etwa 2,5 Millionen ├╝ber 60, haben also ein erh├Âhtes Risiko f├╝r schwere Covid-19-Verl├Ąufe, die eine Behandlung auf der Intensivstation zur Folge haben k├Ânnen. Das unterscheidet uns von anderen L├Ąndern."

Auch ein Vergleich mit dem Verlauf der Omikron-Welle in S├╝dafrika mache wenig Sinn. Dort sei die Bev├Âlkerung viel j├╝nger. Die Impfquote liege zwar nur bei 30 Prozent, aber man gehe davon aus, dass der gr├Â├čte Teil der Bev├Âlkerung sich schon zwei- oder dreimal infiziert habe. "Bei uns dagegen trifft Omikron auf Ungeimpfte und Ungenesene, von denen viele im Risiko sind."

"Pandemie im Herbst noch nicht vorbei"

Keppler kritisierte die Vorhersagen eines baldigen Endes der Pandemie: "Die Leute, die teilweise jetzt schon zum dritten Mal lautstark das Ende der Pandemie ausrufen, sollten ein bisschen zur├╝ckhaltender sein, weil viele Menschen dann unvorsichtig werden und gr├Â├čere Risiken eingehen."

Der Virologe warnte, dass die Pandemie auch im Herbst noch nicht ├╝berwunden sein k├Ânnte: "Basierend auf den Erkenntnissen der letzten zwei Jahre m├╝ssen wir aber davon ausgehen, dass Menschen, die sich jetzt mit Omikron infizieren und eine Impfung ablehnen, im Herbst bereits fast keinen Immunschutz gegen eine neue SARS-CoV-2-Variante mehr haben werden."

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
  • Fabian Jahoda
Von Miriam Hollstein, Fabian Jahoda
COVID-19CoronavirusDeutsche Presse-AgenturDeutschlandGro├čbritannienOmikronUSA
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website