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Moorbrand: Bundeswehr bekommt mehr Ausstattung

Von dpa
Aktualisiert am 29.01.2019Lesedauer: 3 Min.
Rauchwolken steigen beim Moorbrand auf dem ÜbungsgelĂ€nde in Meppen auf: Von Anfang September bis Mitte Oktober kĂ€mpften EinsatzkrĂ€fte gegen die Flammen. (Archivbild)
Rauchwolken steigen beim Moorbrand auf dem ÜbungsgelĂ€nde in Meppen auf: Von Anfang September bis Mitte Oktober kĂ€mpften EinsatzkrĂ€fte gegen die Flammen. (Archivbild) (Quelle: Lars Schröer/dpa-bilder)
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Nach Raketentests auf einem ÜbungsgelĂ€nde brannte im Emsland ĂŒber Wochen das Moor. Jetzt zieht das Verteidigungsministerium eine Bilanz – und Konsequenzen.

Als Reaktion auf den wochenlangen Moorbrand nach Waffentests im Emsland will das Verteidigungsministerium zusĂ€tzliches LöschgerĂ€t anschaffen und die Ausbildung der Soldaten verbessern. In einem internen Bericht, der Verteidigungspolitikern im Bundestag zuging, werden zudem materielle, personelle und organisatorische Defizite bei der BrandbekĂ€mpfung benannt. Sie hatte in der Spitzenzeit bis zu 1.700 EinsatzkrĂ€fte beschĂ€ftigt. Es habe aber keine akute GesundheitsgefĂ€hrdung bestanden, hieß es.

Die mit Tests von Waffen und Munition beauftragte Wehrtechnische Dienstelle 91 in Meppen soll nun besser ausgerĂŒstet werden: Sie erhĂ€lt eine Drohne zur Überwachung des TestgelĂ€ndes, zwei Moorraupen zur Bergung von BlindgĂ€ngern und Munitionsresten, einen speziellen Bagger sowie den Bergepanzer "BĂŒffel". Es habe sich gezeigt, dass die "vorgehaltenen FĂ€higkeiten zur Vermeidung einer vergleichbaren extremen Großschadenslage nicht ausreichen", heißt es in dem 42-Seiten-Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag.

Über einen Monat brannte das Moor bei Meppen

Der Moorbrand hatte sich bei einem Waffentest mit einem Hubschrauber am 3. September entzĂŒndet und war erst am 10. Oktober gelöscht worden. Vom Hubschrauber "Tiger" aus waren auf dem ÜbungsgelĂ€nde – dem "grĂ¶ĂŸten vollinstrumentierten Landschießplatz Westeuropas" – an mehreren Tagen 70mm-Raketen abgefeuert worden und hatten das Feuer entfacht.

Das ist bei Munitionstests nicht ungewöhnlich. Aber: Eine von zwei Löschraupen war wĂ€hrend der Tests in Reparatur, die zweite Maschine dann im laufenden Löscheinsatz ausgefallen. "Durch die zeitliche Verzögerung und aufkommende Winde konnte sich das Feuer an den Brandstellen weiter ausbreiten", heißt es.

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Es habe allerdings auch falsche EinschĂ€tzungen gegeben: ZunĂ€chst wurde demnach "die Brisanz der Lage verkannt". Die Öffentlichkeit sei nicht ausreichend informiert worden. Die Bundeswehr will die zivil-militĂ€rische Zusammenarbeit verstĂ€rken. Auch bei der Ausbildung des FĂŒhrungspersonals der Bundeswehrfeuerwehr bestehe "Nachsteuerungsbedarf".

Schuld war nicht die Trockenheit

Trotz der langen Trockenheit war der Gefahrenindex fĂŒr WaldbrĂ€nde zum Zeitpunkt des Tests auf dem zweitniedrigsten Wert, der sogenannte Grasland-Feuerindex teilweise auf dem niedrigesten Wert einer fĂŒnfstufigen Skala, wie es heißt. Die Bundeswehr will kĂŒnftig genauer hinschauen und auch den Feuchtigkeitsgrad der FlĂ€chen in die Entscheidung einbeziehen. Messstationen sollen den Wasserstand im Moor prĂŒfen – vor allem in den Sommermonaten.

Entwarnung gibt der Bericht fĂŒr befĂŒrchtete gesundheitliche Folgen, aus der ĂŒber lange Zeit weithin sichtbaren Rauchwolke: FĂŒr die Feuerwehrleute und die Bevölkerung habe keine akute Gesundheitsgefahr bestanden. Dies gelte auch fĂŒr befĂŒrchtete Belastungen mit Quecksilber oder RadioaktivitĂ€t. Zwar sei Uranmunition zeitweise in Meppen gelagert, jedoch nicht verschossen worden. Auf dem GelĂ€nde befinden sich demnach keinerlei Reste dieser Munition.

Über mögliche BlindgĂ€nger ist wenig bekannt

GrundsĂ€tzlich bleiben BlindgĂ€nger und Munitionsreste aber ein Dunkelfeld. Laut Untersuchungsbericht werden auf dem GelĂ€nde erst seit 2007 BlindgĂ€nger in einem Kataster erfasst. FĂŒr Überreste aus der frĂŒheren Nutzung seit dem Jahr 1877 "liegen entsprechende Dokumentation nicht vor". Daran wird gearbeitet.


Wegen des Moorbrandes hat sich auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und am 21. September bei einer Durchsuchung auf dem GelÀnde der MilitÀrdienststelle DatentrÀger und Protokolle sichergestellt. Vor möglichen eigenen disziplinarrechtlichen Untersuchungen wartet die Bundeswehr das Ergebnis der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ab. Die bisher entstanden Kosten des Brandes werden mit 7,9 Millionen Euro beziffert.

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