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Hans-Olaf Henkel bezeichnet AfD als "NPD light"

"Habe Monstrum miterschaffen"  

Hans-Olaf Henkel bezeichnet AfD als "NPD light"

08.11.2015, 17:29 Uhr | dpa, t-online.de

Hans-Olaf Henkel bezeichnet AfD als "NPD light". Ein nachdenkliches und geläutertes Ex-Mitglied: Hans-Olaf Henkel lässt kein gutes Haar an der AfD. (Quelle: dpa)

Ein nachdenkliches und geläutertes Ex-Mitglied: Hans-Olaf Henkel lässt kein gutes Haar an der AfD. (Quelle: dpa)

Er gehörte an der Seite von Bernd Lucke einst zu den Führungsfiguren der Alternative für Deutschland. Nach internen Streitigkeiten um die Richtung der rechtpopulistischen Partei und der Wahl von Frauke Petry zur neuen Vorsitzenden hat er die AfD verlassen. Nun geht Hans-Olaf Henkel hart mit seiner Ex-Partei ins Gericht.

Der frühere AfD-Vize-Chef sieht einen Rechtsruck der Partei. Die AfD sei mittlerweile zu einer "NPD light" geworden, sagte der ehemalige BDI-Chef und Europapolitiker dem WDR-Magazin "Westpol". 

"Monster erschaffen"

"Ich mache mir schon Sorgen, denn ich darf daran erinnern, dass ich mit Herzblut für diese neue Partei gekämpft habe. Es macht mir Kummer, dass ich mitgeholfen habe, ein richtiges Monster zu erschaffen", so Henkel 

Henkel gehörte seit langem zum Dunstkreis der von Lucke geführten Partei und war nach seinem Parteibeitritt im Januar 2014 von März 2014 bis April 2015 stellvertretender Vorsitzender der AfD. Er wurde 2014 für die Partei ins Europaparlament gewählt, dem er bis heute angehört. 

Zusammen mit AfD-Gründer Lucke hatte Henkel bereits im Zusammenhang der Wahl von Petry im Sommer dieses Jahres beim Parteitag in Essen vor einem Rechtsruck der Partei gewarnt. Mit Petry haben die rechten Nationalkonservativen und Islamgegner die Partei übernommen. Im Wahlprogramm wurde festgehalten, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre.

Der Wirtschaftsprofessor Lucke hatte damals gesagt, er habe die Sorge, dass sich die AfD in Richtung des rechtsextremen Front National in Frankreich bewege.  

AfD-Chef aus NRW fordert Schusswaffen gegen Flüchtlinge 

Einzelne AfD-Politiker zeigen immer offener ihre radikale Haltung. So glaubt der NRW-Landeschef Marcus Pretzell, der die AfD auf Kurs mit der islamfeindlichen Pegida sieht, ein Mittel gegen "gewaltsame Grenzübertritte von Flüchtlingen" zu haben: Den Gebrauch von Schusswaffen erachtet er für gerechtfertigt. 

Fremdenfeindliche und volksverhetzende Äußerungen

Das WDR-Magazin "Westpol" hat mit mehreren ehemaligen Parteimitgliedern gesprochen, die der AfD eine eindeutig rechtsextreme Haltung vorwerfen. Fremdenfeindliche und volksverhetzende Äußerungen nähmen in der Partei zu, so die Befragten.

Dem Magazin liegt nach eigenen Angaben Videomaterial einer AfD-Veranstaltung in Euskirchen in der vergangenen Woche vor.

Vorbild Judenmord

Dort habe ein Parteimitglied auf die Frage, was man mit den Flüchtlingen tun solle, wenn sie sich nicht zurück schicken lassen, gesagt:

"Man muss sich nur an den zweiten Weltkrieg erinnern, an unsere eigene Geschichte. Was haben wir denn da mit den Juden gemacht? Da gab es doch auch Möglichkeiten. Was anderes wird bald gar nicht mehr möglich sein. Die Flüchtlinge gehen ja nicht freiwillig."

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