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Polizei über Gauland-Äußerung "Knallchargen" empört

"Knallchargen"  

Polizei über Gauland-Äußerung empört

10.06.2016, 17:31 Uhr | AFP, t-online.de

Polizei über Gauland-Äußerung "Knallchargen" empört. Alexander Gauland sorgt mit seinen Äußerungen erneut für Ärger. (Quelle: dpa)

Alexander Gauland sorgt mit seinen Äußerungen erneut für Ärger. (Quelle: dpa)

Erst verscherzte es sich AfD-Vize Alexander Gauland mit der Nationalelf, nun ist die Polizei dran: In einem Interview nannte der Politiker Polizisten "Knallchargen". Nun gibt es Gegenwind von Brandenburgs Innenminister.

Karl-Heinz Schröter (SPD) warf Gauland eine "unwürdige Entgleisung" vor, nachdem der AfD-Politiker Polizisten der "Bild"-Zeitung zufolge als "Knallchargen" bezeichnet hatte. Gauland habe damit "das Verhältnis der AfD zur Polizei in Deutschland in aller Deutlichkeit" klargestellt.

Der "Bild"-Zeitung zufolge bekam der AfD-Politiker und brandenburgische Landtagsabgeordnete Gauland am Donnerstag ein Knöllchen wegen Falschparkens vor dem Landtag in Potsdam. "Parkverbote finde ich lässlich. Die kann man auch brechen", zitierte ihn die Zeitung.

Gauland äußerte sich demnach zudem verärgert über die Verkehrspolizei. "Dann steht immer so 'ne Knallcharge mit Blitzgerät rum", sagte er demnach. "Nur weil Sie nicht rechtzeitig von 100 auf 80 runtergegangen sind, haben Sie schon einen Punkt."

"Bodenlose Frechheit"

"Aus dem Munde des stellvertretenden AfD-Bundesvorsitzenden hat die Bezeichnung von Polizeibeamten, die ihren täglichen Dienst für die Sicherheit von uns allen versehen, als 'Knallchargen' selbstverständlich besonderes Gewicht", kritisierte Innenminister Schröter in einer Erklärung. "Als Dienstherr der Polizei Brandenburg weise ich die unwürdige Entgleisung gegenüber den Kolleginnen und Kollegen der Polizei entschieden zurück."

Schröter betonte zudem: "Ich nutze die Gelegenheit gern, auch den stellvertretenden AfD-Bundesvorsitzenden darauf hinzuweisen: Recht und Gesetz gelten in Deutschland für alle."

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Brandenburg, Andreas Schuster, nannte Gaulands Äußerungen eine "bodenlose Frechheit" und forderte in der "Bild" eine Entschuldigung. Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke sagte dem Blatt: "Herr Gauland hat wohl vergessen: Die 'Knallchargen' beschützen auch ihn und andere AfD-Abgeordnete."

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