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Annegret Kramp-Karrenbauer ist neue CDU-Chefin: Triumph der Umarmerin


Neue CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer
Triumph der Umarmerin

MeinungEin Kommentar von Tatjana Heid, Hamburg

Aktualisiert am 07.12.2018Lesedauer: 2 Min.
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Liebesgrüße aus dem Saarland: Annegret Kramp-Karrenbauer feiert ihren Sieg beim Parteitag in Hamburg.Vergrößern des Bildes
Liebesgrüße aus dem Saarland: Annegret Kramp-Karrenbauer feiert ihren Sieg beim Parteitag in Hamburg. (Quelle: Michael Sohn/ap)

Annegret Kramp-Karrenbauer hat Friedrich Merz besiegt, weil es ihr besser gelingt, die unterschiedlichen Strömungen in der CDU hinter sich zu vereinen.

51,75 Prozent der Delegierten haben sie am Ende gewählt, das ist knapp, aber es reichte: Annegret Kramp-Karrenbauer ist die neue starke Frau in der CDU. Sie gilt zwar nicht als feurige Rednerin, hat aber auf dem Parteitag in Hamburg eine kämpferische Rede gehalten. Eine Rede, die Mut machen und ihre Partei mitnehmen sollte – als Ganzes: Sie sagte, sie kenne keine wirtschaftsfreundliche Union und keine arbeitnehmerfreundliche. Sie kenne nur die eine Union. Ihr Leitmotiv war Mut, das von Merz der Kampf gegen die AfD. Seines war Stärke, ihres Gemeinschaftlichkeit. Mit dieser Umarmungsstrategie hat sie die CDU überzeugt.

Und daran wird sie sich messen lassen müssen. Für die CDU kommt es nun darauf an, ob es ihr gelingt, auch die Anhänger des unterlegenen Kandidaten Friedrich Merz mitzunehmen. All jene, die laut applaudierten, als Merz das Lob der Fleißigen in unserem Land beschwor, klare Kante sowohl in der internationalen Politik als auch gegen die AfD zeigte.

Mit der neuen Vorsitzenden bricht die CDU nicht mit ihrer Langzeit-Vorsitzenden Angela Merkel. Kramp-Karrenbauer ist zwar keine Merkel 2.0 – aber sie ist auch nicht der Gegenentwurf zur Kanzlerin. Sie ist gesellschaftspolitisch konservativ, aber mit einer starken sozialpolitischen Ausrichtung. Sie repräsentiert Anschlussfähigkeit für die Grünen – das ist wichtig im Hinblick auf künftige Wahlen und die Schwäche des jetzigen Koalitionspartners im Bund, der SPD. Sie wird den Kurs der Kanzlerin weiter mitgehen, ohne ihr nach dem Mund zu reden.


Die neue Chefin wird konservative Akzente setzen, ohne die Zeit zurückdrehen zu wollen. Und auch dies ist ein Ergebnis dieses spannenden Freitags: Ihre Wahl hat den Bestand der großen Koalition vorerst gesichert. Der nächste große Schritt steht Kramp-Karrenbauer noch bevor: zu versuchen, Merkel irgendwann auch als Kanzlerin abzulösen.

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