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Corona-Bewältigung: SPD-Chefin Esken fordert Sonderabgabe von Wohlhabenden

SPD-Chefin zur Corona-Krise  

Sonderabgabe für Reiche? Eskens Idee stößt auf harte Kritik

01.04.2020, 11:40 Uhr | dpa

Corona-Bewältigung: SPD-Chefin Esken fordert Sonderabgabe von Wohlhabenden. Saskia Esken: Die SPD-Chefin erwägt eine einmalige Vermögensabgabe, um die Krise zu finanzieren – und schließt sich damit einer Idee der Linken an. (Archivbild) (Quelle: imago images/Christian Thiel)

Saskia Esken: Die SPD-Chefin erwägt eine einmalige Vermögensabgabe, um die Krise zu finanzieren – und schließt sich damit einer Idee der Linken an. (Archivbild) (Quelle: Christian Thiel/imago images)

Um die Wirtschaftskrise aufzufangen, will Saskia Esken Wohlhabende zur Kasse bitten – mit einer einmaligen Vermögensabgabe. Doch schon jetzt muss Esken für die Idee scharfen Widerspruch einstecken.

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer hat SPD-Chefin Saskia Esken vorgeworfen, in der Corona-Krise zur Unzeit eine "Steuererhöhungs- und Neid-Debatte" anzuzetteln. Esken hatte zur Bewältigung der finanziellen Belastungen eine einmalige Vermögensabgabe ins Spiel gebracht. Theurer sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Das ist Gift für die ohnehin abstürzende Konjunktur und damit ein zusätzlicher Rezessions-Verstärker, der Arbeitsplätze kosten und den Mittelstand in seiner Existenz gefährden könnte."

Stattdessen müssten nach dem "Shutdown" Investitionen und Wachstum auch durch niedrigere Steuersätze angekurbelt werden. Die durch das Herunterfahren der Wirtschaft aus Gründen des Gesundheitsschutzes entstehenden Kosten dürften nicht einseitig Firmeninhabern und Eigentümern aufgebürdet würden. "Denn die werden ja als Unternehmer für Investitionen und Arbeitsplätze gebraucht. Diese schädliche und parteipolitisch motivierte Umverteilungsdebatte zur Profilierung einer glücklosen SPD-Vorsitzenden braucht Deutschland garantiert nicht. Frau Esken hätte besser weiter geschwiegen."

Esken will die "starken Schultern" an den Kosten beteiligen

Die SPD-Chefin hatte zuvor eine einmalige Vermögensabgabe vorgeschlagen, um die finanziellen Belastungen der Corona-Krise zu bewältigen. "Wir werden eine faire Lastenverteilung brauchen – und die kann für die SPD nur so aussehen, dass sich die starken Schultern in Deutschland auch stark beteiligen", sagte sie der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten".

Weiter führte sie aus: "Ich halte eine einmalige Vermögensabgabe für eine der Möglichkeiten, die Staatsfinanzen nach der Krise wieder in Ordnung zu bringen."

Die Idee stammt von der Linken

Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch hatte eine solche Vermögensabgabe vor einigen Tagen bereits gefordert. Das Grundgesetz sehe im Artikel 106 ein solches Mittel vor. Eine einmalige "Corona-Abgabe" auf große private Vermögen sei geboten.

Der Bundestag hatte in der vergangenen Woche zur Finanzierung der Corona-Folgen einen Nachtragshaushalt beschlossen, der neue Schulden in Höhe von 156 Milliarden Euro vorsieht.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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