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Nach Maskenaffäre: Alfred Sauter tritt aus CSU-Landtagsfraktion aus

Maskenaffäre in der Union  

Sauter tritt aus CSU-Landtagsfraktion aus

22.03.2021, 18:16 Uhr | dpa, pdi

Nach Maskenaffäre: Alfred Sauter tritt aus CSU-Landtagsfraktion aus. Innenminister Horst Seehofer (l.) und Alfred Sauter im Dezember 2018: Sauter ist im Zuge der Maskenaffäre aus der CSU-Landtagsfraktion ausgetreten. (Quelle: imago images/Alexander Pohl)

Innenminister Horst Seehofer (l.) und Alfred Sauter im Dezember 2018: Sauter ist im Zuge der Maskenaffäre aus der CSU-Landtagsfraktion ausgetreten. (Quelle: Alexander Pohl/imago images)

Die Machtprobe zwischen der CSU und ihrem Abgeordneten Sauter ist entschieden: Der 70-Jährige tritt aus der Fraktion aus, unter Druck und unter Protest. Für die Zukunft macht er eine klare Ansage.

In der Maskenaffäre der Union beugt sich der ehemalige bayerische Justizminister Alfred Sauter nun doch dem massiven Druck und tritt aus der CSU-Landtagsfraktion aus. Der 70-Jährige kommt damit offenkundig seinem drohenden Ausschluss zuvor.

Er wolle nicht, dass die seine Zugehörigkeit zur Fraktion die Diskussion der nächsten Tage und Wochen präge, schrieb Sauter am Montag an Fraktionschef Thomas Kreuzer. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. "Daher kündige ich mit sofortiger Wirkung meine Fraktionsmitgliedschaft." Sauter fügte aber hinzu: "Ich bin überzeugt davon, dass sich die Vorwürfe als haltlos erweisen werden und halte jetzt schon fest, dass ich nach Abschluss des Verfahrens wieder in die Fraktion aufgenommen werden möchte."

Kreuzer sagte zu Sauters Austrittserklärung: "Ich begrüße das. Es ist der richtige Schritt für ihn persönlich, aber eben auch, um weiteren Schaden von der CSU-Fraktion und der CSU abzuwenden." Somit sei ein Ausschlussverfahren nicht mehr notwendig. "Ich bin froh, dass sich der Fall so erledigt hat", fügte er hinzu. Über eine mögliche später Wiederaufnahme Sauters sei dabei nicht gesprochen worden und es seien schon gar keine Vereinbarungen diesbezüglich getroffen worden.

Sauter weist Vorwürfe zurück

Die Generalstaatsanwaltschaft München führt gegen Sauter wegen eines Anfangsverdachtes Korruptionsermittlungen. Er hat die Vorwürfe über seinen Anwalt zurückgewiesen. Die Ermittlungen stehen in Zusammenhang mit dem Ankauf von Corona-Schutzmasken durch den Staat – und in Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen gegen den mittlerweile aus der CSU ausgetretenen Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein, der wie Sauter ebenfalls aus dem schwäbischen Landkreis Günzburg stammt.

Am Sonntag hatte Sauter bereits alle CSU-Parteiämter niederlegt, darunter seine Sitze in CSU-Präsidium und -Vorstand und den Chefposten der CSU-Finanzkommission. Den Austritt aus der Fraktion allerdings hatte er da noch abgelehnt und lediglich erklärt, seine Mitgliedschaft ruhen zu lassen. "Da ich bis zur Klärung der Vorwürfe im laufenden Verfahren der Fraktion nicht mehr angehöre, wären zusätzliche Sanktionen seitens der Fraktion nicht nur überflüssig, sondern auch rechtswidrig", warnte er.

CSU stellte Ultimatum

Der Fraktionsvorstand war dem Vernehmen nach aber gewillt, noch am Montag den Ausschluss Sauters auf den Weg zu bringen – darüber hätte an diesem Donnerstag dann die Gesamtfraktion entscheiden müssen. Die Landtags-CSU hatte Sauter ein Ultimatum bis Sonntagmittag gestellt, um die gegen ihn erhobenen Vorwürfe "plausibel und nachvollziehbar auszuräumen". Sauter hatte das Ultimatum zurückgewiesen. Die Aufklärung sei Sache der Staatsanwaltschaft, deshalb äußere er sich nicht.

Am Montag nun schrieb Sauter, nachdem es den Anschein habe, dass der Fraktionsvorstand trotz seines Schreibens zum Ruhen seiner Mitgliedschaft ein Ausschlussverfahren betreiben wolle, sei er von vielen gebeten worden, "den Kolleginnen und Kollegen der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag eine diesbezügliche Abstimmung zu ersparen". "Nach 31 Jahren fällt mir dies sehr schwer, unter anderem auch deshalb, weil die Unschuldsvermutung von vielen zwar schnell ausgesprochen aber anscheinend nicht mehr ernst genommen wird."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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