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"Wir sind nach wie vor ein gäriger Haufen"

Von Daniel Mützel

Aktualisiert am 11.10.2021Lesedauer: 3 Min.
Joerg Meuthen: Der AfD-Chef zieht sich zurück.
Jörg Meuthen: Der AfD-Chef zieht sich zurück. (Quelle: IPON/imago-images-bilder)
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AfD-Chef Jörg Meuthen hat seinen Rückzug von der Parteispitze bekannt gegeben. Die sogenannten Moderaten bedauern seine Entscheidung – seine Gegner feiern.

AfD-Chef Jörg Meuthen hat in einem Rundbrief an die über 30.000 AfD-Mitglieder am Montag angekündigt, nicht erneut für den Parteivorsitz zu kandidieren. Er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und sie nach "vielen intensiven Gesprächen" getroffen.

Meuthen hat seine Rückzugspläne gegenüber t-online bestätigt. Er werde sich von nun an auf sein Mandat als AfD-Europaparlamentarier konzentrieren und weiter eine "hörbare Stimme" in der Partei bleiben.

Meuthen fremdelte schon länger mit radikalem Teil

Meuthens Rückzug kommt für viele nicht überraschend. Der AfD-Chef fremdelt schon länger mit den radikalen Teilen der Partei, die sich um den Thüringer Rechtsaußen Björn Höcke sammeln. Auch Meuthens Unterstützer hatten mit dem Schritt gerechnet, auch wenn viele bis zuletzt versucht hatten, ihn umzustimmen.

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Der niedersächsische AfD-Politiker Joachim Wundrak bedauert Meuthens Schritt: "Es ist schade. Jörg Meuthen ist für die sogenannten Moderaten das Gesicht der Partei nach außen."

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Wundrak: "Meuthen wird fehlen"

Der Generalleutnant a.D. war, zusammen mit Joanna Cotar, Meuthens Wunschkandidat für die Spitzenkandidatur zur Bundestagswahl. Doch das Duo Wundrak-Cotar verlor bei einem Votum der Parteibasis gegen die jetzigen Fraktionschefs Tino Chrupalla und Alice Weidel. Meuthen hatte im Mai sein ganzes politisches Gewicht eingesetzt, um für Wundrak und Cotar zu werben. Deren Niederlage war auch ein Gradmesser für Meuthens schwindenden Einfluss in der Partei.

"Meuthen wird fehlen", sagt Wundrak auf Anfrage. Er verstehe aber auch seine Entscheidung. "Nach den Kämpfen, die er ausstehen musste, und den vielen Anwürfen von Parteifreunden kann ich seine Entscheidung nachvollziehen."

Lucassen: "Bedauerlich, aber honorig"

Rüdiger Lucassen, Spitzenkandidat der NRW-AfD bei der Bundestagswahl, sagt auf Anfrage, Meuthens Rückzug sei "bedauerlich, aber honorig". Wäre Meuthen erneut angetreten, wäre es zu einer Kampfkandidatur gekommen. Dies hätte den Parteitag "massiv gefährdet". So mache Meuthen den Weg frei für eine "konsensuale Lösung".

Lucassen hatte vor einigen Wochen verlautbart, dass er sich den Job als Parteichef vorstellen könne. Darauf angesprochen sagt er: "Ich überlege noch, halte es aber für denkbar."

Meuthen soll sich jetzt "unterordnen"

Im Lager seiner parteiinternen Gegner bewertet man die Lage positiv. Parteivorstand Stephan Brandner begreift Meuthens Rückzugsankündigung als Chance, die AfD zu befrieden und die Machtkämpfe zu beenden. Das Wegfallen der Personalie Meuthen werde "mittel- bis langfristig" Ruhe in die Partei bringen.

Er sei über vier Jahre lang "Meuthen-Fan" gewesen, sagt Brandner. Bis jener mit seiner Spaltungsidee kam, seitdem habe er sich immer weiter von ihm distanziert. Meuthen schlug im Frühjahr 2020 vor, die AfD in einen "freiheitlich-konservativen" und einen "radikalen" Teil zu spalten. "Ich weiß nicht, was mit ihm im vergangenen Jahr passiert ist." Als Bundessprecher fehle Meuthen mittlerweile "strategische Weitsicht", so Brandner.

Meuthens künftige Rolle sieht Brandner so: "Sich unterordnen, die Füße stillhalten, die Partei unterstützen."

"Ich hätte ihn nicht gewählt."

Auch die sächsischen AfD-Politiker Siegbert Droese und Philipp Oehme begrüßen Meuthens Entscheidung. Der stellvertretende Landesvorsitzende Droese dankte Meuthen für seine Amtszeit, stellt aber klar: "Wenn ein Bundessprecher mit seiner Partei fremdelt, sollte er den Weg freimachen."

Sein sächsischer Parteikollege Philipp Oehme nennt Meuthens Rückzug "folgerichtig": Bei einer erneuten Kandidatur als Parteivorsitzender im Dezember wäre er ohnehin gescheitert, glaubt Oehme. "Ich hätte ihn nicht gewählt." Meuthen habe das vergangene dreiviertel Jahr eine "destruktive Rolle" eingenommen und der Partei mit spalterischen Äußerungen geschadet. "Deswegen haben uns viele Bürger nicht gewählt."

Droese und Oehme gehörten zu der Gruppe von sächsischen Bundestagsabgeordneten, die Meuthen im Juli zum Rücktritt aufforderten, nachdem dieser sich von Parteifreunden öffentlich distanziert hatte. Beiden schafften es nicht, bei der Bundestagswahl ihr Mandat erneut zu erringen.

Ob der Rückzug Meuthens die AfD bis zum Parteitag im Dezember befrieden kann, macht Oehme abhängig von der Frage, wer sich jetzt meldet und nach dem Parteivorsitz greift: "Wir sind nach wie vor ein gäriger Haufen." Übersetzt: Ruhe wird in der AfD wohl erst mal keine einkehren.

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Von Lisa Becke
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