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Eisbären vom Klimawandel bedroht: Sterben die weißen Riesen aus?

Sterben die weißen Riesen aus?  

Überleben der Eisbären ist vom Klimawandel bedroht

19.11.2015, 13:32 Uhr | dpa

Eisbären vom Klimawandel bedroht: Sterben die weißen Riesen aus?. Eine Eisbärenmutter marschiert mit ihren beiden Jungen auf Futtersuche über Eisschollen im Gebiet der Nordwest-Passage in Kanada.  (Quelle: dpa/Hinrich Bäsemann)

Eine Eisbärenmutter marschiert mit ihren beiden Jungen auf Futtersuche über Eisschollen im Gebiet der Nordwest-Passage in Kanada. (Quelle: Hinrich Bäsemann/dpa)

Die Klimaerwärmung könnte zum Aussterben der Eisbären führen. Die Weltnaturschutzunion IUCN hat errechnet, dass der Bestand der weißen Bären in den kommenden vier Jahrzehnten um ein Drittel zu schrumpfen droht. Derzeit gibt es noch etwa 26.000 Eisbären in der Arktis.

Die Eisschmelze in der Arktis durch die Erderwärmung, aber auch die Folgen von Öl- und Gasbohrungen machten dem Eisbären (Ursus maritimus) schwer zu schaffen, erklärte die IUCN, die eine Aktualisierung der Roten Liste gefährdeter Arten präsentierte.

Die Bestände an Eisbären schrumpfen

Die erneute Bewertung der Überlebenschancen des Eisbären unternahmen die Naturschützer vor allem mit Blick auf den Weltklimagipfel, der vom 30. November bis 11. Dezember in Paris stattfindet. Sie glichen Daten zu allen Populationen in der Arktis mit Statistiken zur Eisschmelze in den vergangenen Jahrzehnten ab und speisten sie in Computersimulationen ein. "Das Ergebnis zeigt eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die globalen Eisbärenbestände in den kommenden 35 bis 40 Jahren um mehr als 30 Prozent schrumpfen werden", erklärte die IUCN.

Das Eis in der Arktis schmilzt schneller als erwartet

Die Naturschützer verweisen auf jüngste Studien, die zeigten, dass die Eisschmelze in der Arktis noch rascher verlaufe als bisher von den meisten Klimamodellen vorhergesagt. So sei die Eismasse von 1979 bis 2011 um jeweils 14 Prozent pro Jahrzehnt zurückgegangen.

Damit seien die natürlichen Jagdreviere der Eisbären entsprechend stark geschrumpft. Durch die Verlängerung der eisfreien Zeiten in Teilen der Arktis auf mehr als fünf Monate müssten die Bären länger als früher Hunger leiden, was direkte Folgen für ihre Fähigkeit zur Fortpflanzung habe.

Unter dem Klimawandel würden allerdings weit mehr Arten leiden als allein der "ikonenhafte" Eisbär, sagte IUCN-Generaldirektorin Inger Andersen. "Die Regierungen, die beim Klimagipfel in Paris vertreten sind, müssen alles tun, um ein Abkommen zu erreichen, das stark genug ist, mit dieser Herausforderung fertig zu werden."

23.000 Arten gelten als vom Aussterben bedroht

Die aktualisierte Rote Liste macht auch auf die fortschreitende Zerstörung der Lebensräume zahlreicher Pilzarten sowie auf den Rückgang der Bestände an Knochenfischen im Atlantik und in der Karibik aufmerksam. Von mittlerweile 79.837 durch Wissenschaftler der IUCN überprüften Arten gelten 23.250 als vom Aussterben bedroht.

Umweltverschmutzung und Überfischung bedrohen der Liste zufolge das Überleben einiger der rund 1400 Arten von Knochenfischen im Ost- und Zentralatlantik. Betroffen seien dort drei Prozent dieser Fischarten. So sei der Rundnasen-Grenadier (Coryphaenoides rupestris) direkt vom Aussterben bedroht. In der Karibik seien fünf Prozent der untersuchten 1340 Knochenfischarten gefährdet, dabei besonders stark der Ziegelbarsch (Lopholatilus chamaeleonticeps).

Bedroht ist auch ein farbenprächtiger Pilz (Leptonia carnea), der in den Lebensräumen der Küstenmammutbäume (Sequoia sempervirens) in Kalifornien anzutreffen ist. Zu den Ursache gehöre die Häufung von Dürreperioden.

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