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Verspätungen und Ausfälle: Verdi kündigt Warnstreiks an vier Flughäfen an

Für Dienstag  

Verdi kündigt Warnstreiks an vier deutschen Flughäfen an

09.04.2018, 19:03 Uhr | dpa

Verspätungen und Ausfälle: Verdi kündigt Warnstreiks an vier Flughäfen an. Passagiere vor einer Anzeigentafel im Frankfurter Flughafen: Auch im öffentlichen Dienst kann es in dieser Woche Streiks geben. (Quelle: dpa/ Boris Roessler)

Passagiere vor einer Anzeigentafel im Frankfurter Flughafen: Auch im öffentlichen Dienst kann es in dieser Woche Streiks geben. (Quelle: Boris Roessler/dpa)

Am Dienstag müssen sich Flugreisende auf Schwierigkeiten einstellen. Bodenpersonal und Flughafenfeuerwehren sollen an mehreren Standorten die Arbeit niederlegen.

Reisende müssen sich an diesem Dienstag auf Flugausfälle und lange Wartezeiten im Luftverkehr einstellen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bestreikt im Tarifstreit um die Bezahlung im öffentlichen Dienst die Flughäfen in Frankfurt/Main, München, Köln und Bremen. Es seien starke Einschränkungen zu erwarten, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske am Montag in Berlin.

An den einstmals staatlich betriebenen Flughäfen werden noch zahlreiche Beschäftigte nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlt. Verdi kündigte an, vor allem die Bodenverkehrsdienste und teilweise auch die Flughafenfeuerwehr würden bestreikt.

Bis 13. April Streiks in allen Bundesländern möglich

Auch in anderen Bereichen kommt es laut Verdi in den kommenden Tagen bundesweit zu massiven Streiks. In Nordrhein-Westfalen etwa werden am Dienstag unter anderem der Nahverkehr, Kitas, Versorgungsbetriebe und Stadtverwaltungen bestreikt. Bis zum 13. April muss in allen Bundesländern mit Streiks gerechnet werden.

Verdi und der Beamtenbund dbb fordern für die 2,3 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro pro Monat. An diesem Sonntag beginnt in Potsdam die dritte Verhandlungsrunde. Sie soll ein Ergebnis bringen.

Fraport rechnet mit "erheblichen Verzögerungen"

Der Frankfurter Flughafen erwartet "erhebliche Verzögerungen im Betriebsablauf sowie Flugausfälle". Betroffen seien am Frankfurter Flughafen vor allem die Sicherheitskontrollstellen zum Abflug-Gate A und Z im Terminal 1, weil diese geschlossen würden. Den ganzen Dienstag über sei mit erhöhten Wartezeiten an den übrigen Kontrollstellen zu rechnen, hieß es beim Flughafenbetreiber Fraport.

Fraport teilte zudem mit: "Durch Kundgebungen der Streikenden am Flughafen kann es zudem zu Behinderungen im Straßenverkehr mit verlängerten Pkw-Anreisezeiten kommen." Fluggäste sollten deutlich mehr Zeit einplanen und sich möglichst früh vor ihrem Abflug an den Check-in-Schaltern einfinden.

Lufthansa-Kunden sollen sich auf Homepage informieren

Ein Lufthansa-Sprecher erklärte, man wolle die Folgen für die Fluggäste so gering wie möglich halten. Die Lufthansa riet den Passagieren, sich auf der Webseite lufthansa.com über ihren Flugstatus zu informieren.

Bei den bisher letzten Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Kommunen 2016 hatten die Flughafenstreiks vorübergehend deutlich spürbare Auswirkungen: Durch Arbeitsniederlegungen an elf Flughäfen, darunter die Drehkreuze Frankfurt und München, waren an einem Tag mehr als 1400 Flüge ausgefallen. Allein in Frankfurt mussten 33 000 Lufthansa-Passagiere umdisponieren. Zudem legten Mitarbeiter von Kitas und Kliniken, von Stadtreinigung, öffentlichem Nahverkehr, Wasser- und Bäderbetrieben zeitweise die Arbeit nieder.

Verdi will Druck machen

Auch der Beamtenbund dbb, der auch Angestellte vertritt, kündigte eine Ausweitung der Proteste an: So seinen am Dienstag die Arbeitnehmer in ganz Sachsen und Thüringen und zu Warnstreiks aufgerufen, am Mittwoch in Nordrhein-Westfalen.

"Die Arbeitgeber haben bislang kein Angebot vorgelegt", sagte Bsirske. "Mit Warnstreiks und Aktionen erhöhen die Beschäftigten jetzt den Druck, damit die Arbeitgeber ihre Blockadehaltung endlich aufgeben." Auch die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes müssten an der guten wirtschaftlichen Entwicklung teilhaben.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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