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Tagesanbruch – UN-Klimagipfel: Der letzte Versuch, das Klima zu retten


Was heute Morgen wichtig ist

  • Peter Schink
Von Peter Schink

Aktualisiert am 03.12.2018Lesedauer: 4 Min.
Meinung
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Rauchwolken über dem Kraftwerk Jänschwalde: In Deutschland wird weiter ein großer Teil des Stroms aus Kohle gewonnen.Vergrößern des Bildes
Rauchwolken über dem Kraftwerk Jänschwalde: In Deutschland wird weiter ein großer Teil des Stroms aus Kohle gewonnen. (Quelle: Ralf Hirschberger/dpa-bilder)

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

es ist heute einer der seltenen Tage, an denen der Tagesanbruch nicht von Florian Harms geschrieben wird. Als sein Stellvertreter wünsche ich eine interessante Lektüre. Hier ist der kommentierte Überblick über die Themen des Tages:

WAS WAR?

Das Silesia City Center ist eines der größten Einkaufszentren Polens. Mit 88.000 Quadratmeter Verkaufsfläche kann es mit den ganz Großen in Europa mithalten. Das Besondere: Es wurde vor sieben Jahren auf dem Gelände einer ehemaligen Steinkohlezeche errichtet, es ist eines der Wahrzeichen für den Strukturwandel in Kattowitz. Der ehemaligen Steinkohlemetropole, in der heute der UN-Klimagipfel beginnt. Und bis zum 14. Dezember dauert.

Die Veranstalter hätten keinen besseren Ort wählen können. Wandel ist möglich, das sieht man in Kattowitz an vielen Stellen. Wo früher Kohle geschürft wurde, floriert nun die Dienstleistungsgesellschaft. Dem Klima hilft das. Doch zugleich ist das einhergehende Wirtschaftswachstum weltweit der größte Klimakiller. Alle Regierungen zusammen müssen das ändern. Und das schnell.

Mir fehlt der Optimismus. Um die Klimaziele von Paris zu erreichen, müsse das Engagement verdreifacht werden, forderten die UN diese Woche. Radikale neue Ansätze lassen sich hierzulande nicht erkennen. Null-Energie-Häuser? CO2-Steuer? Kostenloser Nahverkehr? Überall Fehlanzeige. Ideen gäbe es genug. Es ist wirklich allerhöchste Zeit, neu zu denken.

Ich habe mich gefragt, wie erfolgreich sind wir eigentlich ganz privat im Kampf gegen den Klimawandel? Das Ergebnis ist ernüchternd. Gerade mal knapp acht Prozent haben wir unseren Energiehunger seit dem Jahr 2000 gesenkt. Entschuldigen Sie, aber das reicht nicht!

Der Gipfel in Kattowitz könnte auch Anlass sein, privat umzudenken. Doch wo anfangen? Der Blick in die Statistik verrät: Bei Wohnen und Verkehr verbrauchen wir 60 Prozent unserer Energie. Wenn Sie wissen wollen, wo Sie stehen: Ich empfehle, den CO2-Rechner anzuwerfen. Und hier gibt es 77 Klimaschutz-Tipps für den Haushalt.

Ich hatte Freunde per Facebook und Twitter nach ihren Ideen gefragt. Eine Klimaschutzmaßnahme eines Berliner Kreativagentur-Inhabers fand ich spannend: Er hat seine Mitarbeiter angewiesen, zu Kundenterminen nur noch per Videokonferenz oder Bahn zu erscheinen. Konsequent.

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WAS STEHT AN?

Die Adventszeit. Für mehr als zwei Milliarden Christen eine Zeit der Hoffnung. Und natürlich auch die Zeit der Plätzchen – bei denen die Empfehlungen unserer Leser nicht fehlen dürfen. Doch zunächst kommen noch drei Wochen hierzulande, in denen es weniger besinnlich zugeht.

Im Kanzleramt trifft man sich heute zum Dieselgipfel. Kommt Ihnen bekannt vor? Ist ja auch schon der Dritte seiner Art. Ziel ist, weitere Fahrverbote in den Städten noch irgendwie zu verhindern. Zur Erinnerung: Bereits vor einem Jahr gab es eine Milliarde Euro für Städte und Gemeinden, um den öffentlichen Nahverkehr auszubauen. Genutzt hat das nichts.

Und noch ein Gipfel. In Nürnberg findet zwei Tage lang der Digitalgipfel der Bundesregierung statt. Die Kanzlerin hat sich vorgenommen, bei dem Thema während ihrer Kanzlerschaft noch etwas zu bewegen. Schwerpunkt diesmal ist "Künstliche Intelligenz". Vielleicht wollen Sie ja den Livestream verfolgen.

Am Ende dieser Woche wird die CDU eine neue Vorsitzende haben. Oder einen Vorsitzenden. Das ist noch nicht sicher. Was allerdings feststeht: Bei der Wahl auf dem CDU-Parteitag in Hamburg wählen Delegierte, quasi die mittlere Hierarchieebene der Partei. Deren Abstimmungsverhalten bleibt spannend und ein Stück weit unkalkulierbar.

Ach ja, noch ein Reisetipp. Falls Sie immer schon Estland, Weißrussland oder Nordirland besuchen wollten, Ihnen aber ein Grund dafür gefehlt hat, haben wir diesen für Sie parat. Auf diese Nationen trifft die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in der Qualifikation zur EM 2020. Ach so: Gegen die Niederlande spielen wir übrigens auch.

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WAS LESEN?

Heute ist Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung. Ein wunderbares Stück über das weltweit einzige Blindenorchester Al-Nour Wal Amal, das mich sehr beeindruckt hat, gibt es hier.

Dr. Uwe Denker behandelt Menschen, die an den Rand der Gesellschaft geraten sind. Sie sind oft schwer krank, haben kaum Geld und keine ausreichende Krankenversicherung. Dr. Denker behandelt sie umsonst, ohne Fragen zu stellen. t-online.de hat er erzählt, was er dort erlebt: Krankheit, Verzweiflung und Armut in einem der reichsten Länder der Welt.

Und dann noch einer für die Verschwörungstheoretiker unter Ihnen: Mitte November gab es 25 Kilometer vor der französischen Insel Mayotte ein zwanzigminütiges Erdbeben der Stärke 5,0. Nur bemerkt hat es niemand. Wissenschaftler spekulieren nun, denn solch merkwürdige Erschütterungen haben sie noch nie gemessen.

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WAS AMÜSIERT MICH?

Niemand ist frei von Fehlern. Nicht wir, nicht die Politiker und Wirtschaftsbosse – und offenbar auch nicht diejenigen, die hier gearbeitet haben (Original: reddit.com). In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine Woche, in der Sie keinen Fehler bereuen und hinterher lachen können – um beim nächsten Mal alles besser zu machen.

Bleibt zu guter Letzt zu sagen: Morgen schreibt wie gewohnt Florian Harms den Tagesanbruch.

Ihr Peter Schink
Stellvertretender Chefredakteur t-online.de
E-Mail: t-online-newsletter@stroeer.de

Twitter: @peterschink

Mit Material von dpa.

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