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Duden zum "Sprachpanscher des Jahres 2013" gewählt

Ausgerechnet  

Duden zum "Sprachpanscher 2013" gewählt

02.09.2013, 14:28 Uhr | AFP

Duden zum "Sprachpanscher des Jahres 2013" gewählt . Das Standardwerk der deutschen Rechtschreibung ist in der Kritik (Quelle: imago images)

Das Standardwerk der deutschen Rechtschreibung ist in der Kritik (Quelle: imago images)

Ausgerechnet der Duden erhält vom Verein Deutsche Sprache (VDS) den Negativ-Titel "Sprachpanscher des Jahres 2013". Der VDS-Vorsitzende Walter Krämer begründete die Wahl in einer Mitteilung mit der Aufnahme "lächerlicher Angeber-Anglizismen".

"Wer in einem Wörterbuch der deutschen Sprache als Ersatz für Fußball den lächerlichen Angeber-Anglizismus 'Soccer' vorschlägt, hat es nicht besser verdient", sagte Krämer. Der Duden trage wie kaum eine andere Organisation dazu bei, dass sich "sprachliches Imponiergehabe im Glanze einer quasi amtlichen Zustimmung sonnen dürfe", teilte der VDS weiter mit.

Wo bleibt der "Klapprechner"?

Als weiteres Argument verwies der Verein unter anderem auch darauf, dass der Duden auf die Nennung des Wortes "Klapprechner" verzichte. Den Begriff möchte der VDS statt der Anglizismen Notebook verwendet sehen. Die Redaktion des Duden müsse auch dieses Wort nennen, wenn sie ihrem Grundsatz folge und wertungsfrei jeden Begriff aufnehme, der ausreichend oft in der deutschen Sprache vorkomme.

Der VDS sieht sich als Speerspitze im Kampf gegen "das unnötige Verdrängen deutscher Begriffe durch Importe aus dem angelsächsischen Ausland" sowie "die Demontage des Deutschen als Sprache von Kultur und Wissenschaft ganz allgemein". Dafür vergibt er seit 1998 jährlich den Negativpreis "Sprachpanscher" an Firmen, Institutionen oder Personen. 2012 ging der Preis an das Unternehmen Karstadt.

Kritik auch an Schäuble

Der Duden ist das Standardnachschlagewerk für die deutsche Sprache, die Redaktion gilt als eine maßgebliche Instanz. Der klassische Rechtschreibduden wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert. Dabei werden neue Wörter aufgenommen, sofern sie über einen längeren Zeitraum hinweg in gewisser Häufigkeit verwendet werden. Als Basis für die Einschätzung dienen Computerprogramme, die riesige Textmengen nach Begriffen durchsuchen.

Auf dem zweiten Platz des VDS-Rankings landete dieses Jahr Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Nach Darstellung des Vereins besteht dieser auch dann auf Englisch, wenn ein Dolmetscher anwesend sei. Damit falle er allen Versuchen "in den Rücken", Deutsch als eine "echte Arbeitssprache" in der EU zu verankern.

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