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Privatjet-Firma fĂŒhlt sich von Ex-Nissan-Chef getĂ€uscht

Von reuters
Aktualisiert am 03.01.2020Lesedauer: 2 Min.
Carlos Ghosn: Trotz Hausarrests unter strengen Auflagen gelang ihm die Flucht aus Japan.
Carlos Ghosn: Trotz Hausarrests unter strengen Auflagen gelang ihm die Flucht aus Japan. (Quelle: Benoit Tessier/Reuters-bilder)
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Die Flucht des ehemaligen Nissan-Chefs Carlos Ghosn aus Japan sorgt weiter fĂŒr Schlagzeilen. Die Firma, die die Flucht-Privatjets stellte, will von allem nichts gewusst haben – und hat jetzt Anzeige erstattet.

Nach der spektakulĂ€ren Flucht des ehemaligen Renault- und Nissan-Chefs Carlos Ghosn in den Libanon hat die tĂŒrkische Privatjet-Firma MNG Jet Anzeige erstattet. Die Jets des Unternehmens seien bei der Flucht illegal genutzt worden, erklĂ€rte MNG am Freitag. Ein Mitarbeiter habe zugegeben, Unterlagen gefĂ€lscht zu haben, indem er den Namen von Ghosn nicht in die offiziellen Dokumente aufgenommen habe.

Den Jet-Typ, den Ghosn fĂŒr seine Flucht nutzte, und was der Betreiber zum Fall sagt, sehen Sie oben im Video.

Viele der Details der Flucht sind weiterhin unklar, Ghosn selbst will sich dazu am 8. Januar öffentlich Ă€ußern. Libanesische Medien hatten berichtet, der 65-JĂ€hrige sei nach einem Privatkonzert in einem Instrumentenkasten aus seiner Wohnung in Tokio geschmuggelt worden. Der japanische Sender NHK berichtete dagegen am Freitag unter Berufung auf Ermittlerkreise, dass Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen, wie Ghosn am Sonntagmittag kurz vor seiner Flucht allein das Haus in Tokio verlassen habe. Am Montagmorgen landete er in Istanbul.

Untreue und finanzielles Fehlverhalten

Ghosn steht in Japan wegen Untreue und finanziellen Fehlverhaltens beim japanischen Renault-Partner Nissan unter Anklage. Er war im vergangenen FrĂŒhjahr gegen eine Millionen-Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen worden und wurde wĂ€hrend seines Hausarrests streng ĂŒberwacht. Dennoch konnte Ghosn, der unter anderem die libanesische Staatsangehörigkeit besitzt, nach Beirut fliehen.

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Dazu nutzte er zwei Privatjets von MNG. Nach Firmenangaben vermietete MNG im Dezember zwei Privatjets an zwei unterschiedliche Kunden. Einer davon sei fĂŒr den Flug von Dubai nach Osaka und dann von Osaka nach Istanbul angemietet worden. Ein zweiter Privatjet sei fĂŒr den Flug von Istanbul nach Beirut angeheuert worden. Die beiden Anmietungen seien scheinbar nicht miteinander verbunden gewesen.

Erst nach Medienberichten, dass MNG-Jets von Ghosn zur Flucht genutzt wurden, habe das Unternehmen eine interne Untersuchung gestartet und Anzeige erstattet. "Der Name von Herrn Ghosn erschien in keinem der offiziellen Dokumente zu den FlĂŒgen." Ein Mitarbeiter habe die Unterlagen aus eigenem Antrieb gefĂ€lscht.

Wie kam Ghosn durch die Flughafenkontrolle?

Unklar ist, wie Ghosn in Osaka an Bord des Privatjets gelang. Auch im Terminal fĂŒr Privatjets, das der Manager wahrscheinlich nutzte, mĂŒssen Passagiere Pass- und GepĂ€ckkontrollen durchlaufen. GepĂ€ckstĂŒcke, die fĂŒr die Röntgenmaschinen zu groß seien, wĂŒrden geöffnet, sagte ein Flughafensprecher. Es sei daher unwahrscheinlich, dass Ghosn so an Bord geschmuggelt worden sei. "Er hĂ€tte als Passagier durchgehen mĂŒssen, möglicherweise in Verkleidung", sagte der Sprecher. Das wĂ€re nicht das erste Mal: Nach seiner Haftentlassung im MĂ€rz versuchte Ghosn sich in Verkleidung an den Medien vorbeizuschleichen, wurde aber dennoch erkannt.

Die tĂŒrkische Polizei hatte am Donnerstag sieben Personen festgenommen, darunter vier Piloten. Nach Aussagen bei der Polizei mussten am Freitag die Piloten und andere Festgenommene vor Gericht erscheinen.

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  • Arno Wölk
Von Hannes Molnår, Arno Wölk
IstanbulLibanonNissan
Justiz & KriminalitÀt




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