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Lauterbach rudert nach Covid-Aussage zurück – "Übertragungsfehler"


"Übertragungsfehler" – Lauterbach rudert zurück

Von Reuters, cck

Aktualisiert am 24.01.2023Lesedauer: 2 Min.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach plant, die Einschränkungen für homosexuelle Menschen bei Blutspenden aufzuheben.Vergrößern des BildesGesundheitsminister Lauterbach (Archiv): "Es gab einen technischen Übertragungsfehler." (Quelle: Frederic Kern/imago images)
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Der Gesundheitsminister hat sich zu den Folgen mehrerer Corona-Infektionen geäußert. Nun nimmt er dies zurück – und verweist auf einen "technischen Fehler".

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat eine eigene Äußerung zurückgenommen, wonach mehrere Corona-Infektionen bei einer Person schwerwiegende Folgen für das Immunsystem haben könnten. Es habe einen "technischen Übertragungsfehler" gegeben, teilte er im Kurznachrichtendienst Twitter am Sonntag mit. Von unheilbarer Immunschwäche könne derzeit "noch keine Rede" sein.

Lauterbach hatte in einem Interview mit der "Rheinischen Post" vor schwerwiegenden Folgen gewarnt: "Studien zeigen mittlerweile sehr deutlich, dass die Betroffenen es häufig mit einer nicht mehr zu heilenden Immunschwäche zu tun haben", sagte der SPD-Politiker der Zeitung. Im selben Interview hatte er gesagt, noch sei dies "nicht sicher", es werde "intensiv erforscht".

Er diskutiere mit Experten und verfolge die Studien, hieß es weiter. Es zeige sich: "Wenn jemand nach zwei Infektionen ein stark gealtertes Immunsystem hat, ist es ratsam, dass er weitere Covid-Infektionen vermeidet", sagte Lauterbach.

"Nicht einmal vorläufige Publikation"

Mehrere Medien griffen die Äußerung Lauterbachs auf und kritisierten diese als unseriös. Die Wissenschaftsjournalistin der "Süddeutschen Zeitung", Christina Berndt, warf Lauterbach vor, zu dramatisieren, und gab zu bedenken, dass es "nicht einmal eine vorläufige wissenschaftliche Publikation" gebe, die die Aussage stütze.

Nun führte Lauterbach die Aussage auf einen "technischen Übertragungsfehler" im Bundesgesundheitsministerium zurück. Wie genau dieser zustande gekommen sein soll, führt Lauterbach nicht weiter aus.

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Journalist: Unangemessen, "ihn als Lügner zu bezeichnen"

Üblicherweise werden Interviews, die im Wortlaut abgedruckt werden, in Deutschland von den Gesprächspartnerinnen oder Gesprächspartnern autorisiert. Das bedeutet, dass diese erst nach Absprache freigegeben werden. So war das auch in diesem Fall.

Einer der Interviewer, der "Rheinische-Post"-Journalist Jan Drebes, reagierte nun ebenfalls auf Twitter: "Was @Karl_Lauterbach in seinem Tweet geschrieben hat, ist durchaus möglich: Wir können aufgrund eines internen Fehlers beim BMG [Bundesgesundheitsministerium, Anmerkung der Redaktion] ein Zitat erhalten haben, das eigentlich anders lauten sollte aus Sicht des Ministers." Den Minister nimmt er in Schutz: "Ihn deswegen als Lügner zu bezeichnen, finde ich nicht angemessen."

Auf dem Kurznachrichtenportal war Lauterbach für seinen Umgang mit Fehlern erneut kritisiert worden. Nutzerinnen und Nutzer warfen ihm Panikmache vor und dass er sich nun einer Ausrede bediene.

Initiative für Menschen mit Long-Covid geplant

In dem Interview kündigte der Minister zudem eine Initiative für Menschen mit Long-Covid an. "Beispielsweise wird zeitnah eine Hotline in meinem Ministerium eingerichtet. Sie soll als Anlaufstelle dienen für Menschen, die auf der Suche nach Informationen zu Long-Covid sind", sagte Lauterbach. Er wolle auch die sogenannte Versorgungsforschung künftig mit 100 Millionen Euro fördern, um die Lage von Erkrankten mit Long-Covid zu verbessern.

Dabei gehe es darum, herauszufinden, was das optimale Versorgungskonzept für die Betroffenen sei. "Wir gehen davon aus, dass ein relevanter Anteil derjenigen, die nach einer Corona-Infektion erkrankt sind, mit Long-Covid-Symptomen zu kämpfen haben. Schätzungen gehen von fünf bis zehn Prozent aus. Das bedeutet für den Einzelnen häufig einen harten Schicksalsschlag und kann sogar für den Arbeitsmarkt relevant werden, wenn die Anzahl der Erkrankten weiter steigt", erklärte der Minister.

Verwendete Quellen
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