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Wetter und Pflanzen: Phänologische Jahreszeiten

Wetter und Pflanzen  

Wenn Blüten und Blätter den Kalender bestimmen

13.04.2010, 13:14 Uhr

Die Kirschblüte ist typisch für den Erstfrühling (Foto: dpa) Die Kirschblüte ist typisch für den Erstfrühling (Foto: dpa)Es wird langsam grün in Deutschland. Immer mehr Bäume und Sträucher zeigen erste Blätter und Blüten. Der ungewöhnlich kalte Winter konnte der Pflanzenwelt nichts anhaben: "Die Entwicklung der Vegetation ist ziemlich genau im Zeitplan", sagte Andreas Neuen vom Wetterdienst Meteomedia gegenüber wetter.info.

Die erste Phase der Vegetation - Wissenschaftler sprechen von "phänologischen Jahreszeiten" - ist bereits vorbei: der Vorfrühling. Er beginnt etwa Ende Februar oder Anfang März, wenn Schneeglöckchen blühen und die Kätzchen der Haselsträucher beginnen zu stäuben. Vorbei ist der Vorfrühling, sobald die Salweide blüht.

Zeit für Obstbäume

Mitte März läuten die aufbrechenden Knospen der Stachelbeere den Erstfrühling ein. Kurz darauf folgen nacheinander Obstbäume wie Kirsche, Pflaume und Birne. Auch Schlehe und Ahorn blühen zur selben Zeit. Wenn etwa eine Woche später Rotbuche, Linde und Ahorn ihre Blätter entfalten, steht die nächste Jahreszeit bevor: der Vollfrühling.

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Startschuss am Rhein

"Ausschlaggebend für den Beginn des Vollfrühlings ist die Apfelblüte", erklärte Andreas Neuen. Wie alle Pflanzen richten sich die Apfelbäume nicht nach dem menschlichen Kalender. Wann sich die Blüten zeigen hängt von der Wetterlage und der Region ab. Als erstes sind der Oberrhein und das Rhein-Main-Gebiet dran: Hier blüht der Apfel bereits in der Zeit vom 20. bis zum 25. April. Vom 25. bis zum 30. April geht es dann auch in Norddeutschland los. Als letztes zeigen sich die Blüten direkt an der Küste und auf den Inseln. "Dort weht um diese Zeit oft noch kalter Seewind", erklärte Neuen. An Nord- und Ostsee sind die Bäume daher erst zwischen dem 5. und 10. Mai so weit.

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Kühler Nordosten

"Je nach Wetterlage kann es bei der Blütezeit gravierende Unterschiede geben", so Neuen. Im April können die Temperaturen im Südwesten schon einmal auf 20 Grad ansteigen, während die Menschen an der Ostsee noch bei fünf Grad frösteln. "Der Beginn der Blütezeit kann bis zu vier Wochen auseinander liegen", so Neuen.

Blütezeit wird vorverlegt

Auch der Klimawandel macht sich bei den phänologischen Jahreszeiten bemerkbar. So zeigen sich Blüten und Blätter in den letzten Jahrzehnten immer früher. Durchschnittlich verschiebt sich die Blütezeit pro Jahrzehnt zwischen 1,4 und 3,1 Tage nach vorne. Die Apfelblüte wurde zum Beispiel zwischen 1961 und 1990 um eine ganze Woche vorverlegt.

Quelle: wetter.info, mj

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