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Interview Peter Höppe: "Schäden durch Extremwetter steigen drastisch an"


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"Schäden durch Extremwetter steigen drastisch an"

Aktualisiert am 27.07.2021Lesedauer: 3 Min.
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Peter Höppe ist Leiter der GeoRisikoForschung bei der Rückversicherungsgesellschaft Munich RE. Wetter.info sprach mit Höppe über die Auswirkungen des Klimawandels auf extreme Wetterereignisse und wetterbedingte Schäden.

Herr Höppe, wie haben sich extreme Wetterereignisse in den letzten Jahren entwickelt?

Da muss man sich jede Region einzeln anschauen. Wir können klar in unseren Daten sehen, dass es in den letzten 30 Jahren eine Zunahme von tropischen Stürmen im Nordatlantik gegeben hat - sowohl in der Zahl als auch in der Intensität. Wir sehen auch, dass die Wahrscheinlichkeit für heiße Sommer stark zugenommen hat. Außerdem haben wir mehr Starkniederschlagstage in Europa, die zu lokalen Überschwemmungen führen. Im Jahr 2005 gab es mit "Vince" zudem vor den Küsten Europas den ersten tropischen Wirbelsturm in Hurrikanstärke. Gerade im letzten Jahr ist dann noch etwas nördlicher ein weiterer Wirbelsturm aufgetaucht, der Tropensturm "Grace“. Man muss das weiter beobachten und schauen, ob sich in einem wärmeren Klima solche Tropenstürme häufiger nach Europa aufmachen werden.

Können das die Klimamodelle denn noch nicht voraussagen?

Es ist ein Mangel der Klimamodelle, dass sie solche Tropenstürme nicht richtig modellieren können. Da wird sicher noch sehr viel Forschung notwendig sein. Was allerdings Sorge macht, ist, dass besonders im Nordatlantik in letzter Zeit die Meerestemperaturen stark angestiegen sind. Und je höher die Meerestemperaturen sind, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass solche Tropenstürme eine längere Lebensdauer haben. Dann können sie irgendwann auch das Land in Europa erreichen.

Wie sieht es in anderen Regionen der Welt aus?

Auch in Asien gibt es sehr viele Naturkatastrophen, aber hier ist es sehr viel schwieriger, einen Trend nachzuweisen. Bei den tropischen Wirbelstürmen im Nordwestpazifik sehen wir zum Beispiel kurzfristig noch nicht, dass sie häufiger oder stärker geworden sind. Allerdings haben in China die Überschwemmungen zugenommen, und in Australien ist die Wahrscheinlichkeit für Dürren und Hitzewellen gestiegen.

Mehr Informationen zum Thema Klimawandel
Hintergründe: Alles rund ums Wetter

Haben auch die Schäden durch Naturkatastrophen zugenommen?

Ja, aber das liegt nicht nur am Klimawandel. Selbst wenn die gleiche Anzahl von Stürmen mit der gleichen Intensität auftreten würde, würden die Schäden aus Naturkatastrophen drastisch ansteigen. Denn es gibt immer mehr Menschen auf der Erde, die von solchen Ereignissen betroffen sind. In den meisten Ländern steigt auch der Wohlstand an, das heißt, ein Sturm kann viel größere Werte zerstören. Diese Effekte kann man aber aus den Trends herausrechnen. Wir sind gerade dabei, eine solche Berechnung zusammen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der London School of Economics durchzuführen. Unsere ersten Analysen für Nordamerika zeigen schon, dass ein relevanter Rest übrig bleibt, den man eigentlich nur durch den Klimawandel erklären kann.

Wie groß ist dieser Anteil?

Die versicherten Schäden durch Naturkatastrophen sind in den letzten Jahrzehnten weltweit in einer Größenordnung von etwa zehn bis elf Prozent pro Jahr angestiegen sind. Und von diesen zehn bis elf Prozent bleibt ein Teil zwischen drei und vier Prozent, den man nicht durch Inflation, Bevölkerungswachstum oder Wertewachstum erklären kann. Das wäre dann etwa der Anteil, in dem wir unter anderem den Schadenanstieg durch den Klimawandel sehen würden. Es gibt aber noch weitere mögliche Faktoren, zum Beispiel eine veränderte Vorgehensweise bei der Schadenregulierung.

Wie können sich die Menschen an diese veränderten Bedingungen anpassen?

Anpassung ist sehr wichtig, weil der Klimawandel nicht mehr zu stoppen ist. Selbst, wenn wir morgen weltweit keine Treibhausgase mehr ausstoßen würden, würde der Klimawandel noch einige Jahrzehnte weitergehen. Wir sehen das auch ganz klar aus den Analysen des Weltklimarats: Der hat gezeigt, dass es für die nächsten 20 bis 30 Jahre kaum einen Unterschied macht, wie viel CO2 ausgestoßen wird. Das heißt, der Klimawandel ist für diesen Zeitraum bereits programmiert. Anpassen bedeutet zunächst einmal zu analysieren, welche Gefahren in welchen Regionen zunehmen. Dann kann man zum Beispiel den Hochwasserschutz verstärken. Oder Warnsysteme einrichten, um ältere Menschen zu warnen, wenn Hitzewellen zu erwarten sind. Das ist ja in Deutschland nach dem heißen Sommer 2003 schon passiert. Eine ganz andere Anpassungsmaßnahme haben wir selbst initiiert: Eine Klimaversicherungsinitiative für Entwicklungsländer. Dadurch soll sichergestellt werden, dass diese Länder auch genügend Geld für den Wiederaufbau bekommen, wenn wetterbedingte Naturkatastrophen zunehmen. Das sollte natürlich von denjenigen finanziert werden, die den Klimawandel verursachen: den Industrienationen. Neben den Anpassungsmaßnahmen müssen wir aber auch vor allem in der Verantwortung für die folgenden Generationen die Emissionen von Treibhausgasen drastisch senken, um das Risiko für zukünftige gefährliche Klimaänderungen einzudämmen.

Das Interview führte Malte Jessl

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