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Madeira: 29 Tote bei Busunglück – Überlebende berichten vom Unfall


Überlebende berichten vom Busunfall

Von Nathalie Rippich, Alexandra Grossmann

Aktualisiert am 19.04.2019Lesedauer: 3 Min.
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Die Unfallstelle auf Madeira: Der Bus mit den deutschen Touristen kam nur 200 Meter weit.
Die Unfallstelle auf Madeira: Der Bus mit den deutschen Touristen kam nur 200 Meter weit. (Quelle: Screenshot: AFP)
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Der Bus, in dem 29 Urlauber ums Leben gekommen sind, ist direkt nach der Abfahrt aus dem Hotel verunglückt. Ein Überlebender berichtet im portugiesischen Fernsehen von seinen Erlebnissen.

Ein Überlebender des tragischen Busunglücks auf Madeira hat dem portugiesischen Sender TVI berichtet, dass der Bus direkt nach dem Aufbruch immer schneller geworden sei. "Selbst, nachdem er gegen die Mauer gestoßen war, wurde er schneller, bis er schließlich von der Straße abkam. Ich denke, die Bremsen funktionierten nicht. Ich kann mir keinen anderen Grund vorstellen."


Bilder des Unglücks auf Madeira

Luftaufnahme von der Unglücksstelle: Der Bus ist am Mittwochabend eine Böschung heruntergekracht. Erst an einem Wohnhaus kam er zum Stehen.
Das Unglück ereignete sich in der Gemeinde Caniço auf der beliebten portugiesischen Urlaubsinsel Madeira.
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Der Mann und seine Ehefrau hatten Glück im Unglück. Als der Bus beschleunigte, nahmen sie die Schutzhaltung an, die im Flugzeug empfohlen wird: Kopf auf die Knie legen und die Arme schützend um den Kopf legen. Das Paar kam mit leichten Blessuren davon, sie mit Nackenschmerzen, er mit einer gebrochenen Rippe.

Kurz nach der Abfahrt geschah das Unglück

Der Reisebus, der auf der portugiesischen Insel Madeira von der Straße abgekommen ist, ist bereits 200 Meter nach seiner Abfahrt im Hotel "Quinta Splendida" verunglückt. An der Straßenkreuzung zwischen der Estrada da Ponta Oliveira, auf der der Bus unterwegs war, und der Rua Alberto Texeira, verlor der Busfahrer die Kontrolle über das Fahrzeug, das in einer scharfen Kurve von der Straße abkam und eine Böschung hinunterstürzte.

Ein Überwachungsvideo zeigt, dass der Bus sich mehrmals überschlagen hat, bevor er auf ein Haus prallt und liegen bleibt. Nur ein dünnes Metallgeländer trennte die Straße vom Abgrund. Das Schweizer Nachrichtenportal "20 Minuten" berichtet unter Berufung auf Augenzeugen, dass der Busfahrer plötzlich die Kontrolle verloren habe und den Bus gegen eine Straßenwand gesteuert haben soll, um ihn zu verlangsamen. Eine mögliche Ursache für den Unfall ist, dass das Gaspedal des Fahrzeugs blockiert hat. Auch eine Störung der Bremse ist denkbar.

Das Fahrzeug ist nach Angaben der portugiesischen Zeitung "Diario de Noticias" sechs Jahre alt, wurde im Februar 2013 zugelassen. Bei dem Fahrer, der bei dem Unfall verletzt wurde, handelt es sich demnach um einen 55-Jährigen mit viel Berufserfahrung. Er habe einen von insgesamt drei Bussen gefahren, die die Urlauber vom Hotel nach Funchal bringen sollten. "20 Minuten" berichtet, dass die Mitarbeiter des verantwortlichen Busunternehmens den Fahrer als verantwortungsbewusst beschreiben.

Identifizierung der Leichen dauert an

In den sozialen Medien werden die Straßen auf Madeira als gefährlich beschrieben. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter wundern sich mehrere Nutzer darüber, dass nicht schon eher ein schlimmer Unfall geschehen ist.

Der Bus wurde mittlerweile geborgen und abtransportiert. Die Ermittlungen zum Unglückshergang dauern an. Die verantwortliche Klinikleitung gab in einer Pressekonferenz bekannt, dass die Identifizierung der Leichen andauere. Die Ergebnisse sollen bis Samstag vorliegen, dann werden auch die Körper an die Angehörigen übergeben.

29 Touristen kamen bei dem Unfall ums Leben. Offenbar sind mindestens 27 davon deutsche Urlauber. Insgesamt saßen 57 Menschen in dem Bus, der vom Hotel im Unglücksort Caniço auf dem Weg in ein Restaurant in der Inselhauptstadt Funchal war. Es soll sich bei den Insassen nicht um eine geschlossene Reisegruppe handeln, auch wenn sie ihre Reise alle beim gleichen Anbieter gebucht haben, sagte eine Angestellte des Hotels, aus dem die Gruppe am Mittwochabend aufgebrochen war.


Die Zusammenarbeit der Rettungskräfte – sowohl der beruflichen als auch der freiwilligen – habe sehr gut funktioniert. Die Versorgung der Opfer habe schnell eingesetzt, sagte Tomasia Alves von der Klinik in Funchal.

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Verwendete Quellen
  • mit Material der Nachrichtenagenturen AFP und dpa
  • 20 Minuten: "Fahrer versuchte, Bus gegen Mauer zu steuern"
  • eigene Recherche
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  • Axel Krüger
Von Hannes Molnár, Axel Krüger
  • Marc von Lüpke-Schwarz
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Justiz & Kriminalität




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