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29 Tote bei Busunglück auf Madeira: Dreitägige Trauerzeit in Portugal

Schweres Busunglück auf Madeira  

29 Deutsche sterben – Identifizierung der Opfer dauert an

18.04.2019, 19:02 Uhr | dpa, AFP, t-online.de, TiK, aj, ds

 (Quelle: t-online.de)
Madeira: Mindestens 29 Deutsche sterben bei schwerem Busunglück

Bei einem schweren Busunglück auf der Insel Madeira sind am Mittwochabend mindestens 29 Menschen ums Leben gekommen. Die Opfer waren nach Behördenangaben ausschließlich deutsche Urlauber: (Quelle: t-online.de)

Auf der Insel Madeira: Bei einem schweren Busunfall sind 29 deutsche Urlauber ums Leben gekommen, über die Ursache herrscht noch keine Klarheit. (Quelle: t-online.de)


Ein Busunglück auf der Insel Madeira hat mehrere Dutzend Menschen in den Tod gerissen – laut dem portugiesischen Präsidenten sind alle Unfallopfer Deutsche. Der Bus ist eine Böschung hinunter auf ein Haus gestürzt.

Tragisches Ende eines Osterurlaubs unter südlicher Sonne: Bei einem Busunglück auf der Atlantikinsel Madeira sind mindestens 29 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen 17 Frauen und 12 Männer. Alle Todesopfer kamen nach Angaben der portugiesischen Regierung aus Deutschland. Die Identifizierung der Toten dauert noch an, teilte die Klinikleitung auf Madeira in einer Pressekonferenz mit. 

Der Bus, mit dem die Feriengäste unterwegs waren, stürzte am frühen Mittwochabend in der Gemeinde Caniço eine Böschung hinunter auf ein Wohnhaus. Dessen einziger Bewohner war laut portugiesischen Medien zum Unfallzeitpunkt nicht zuhause.

Die Bundesregierung macht weiter keine Angaben über die genaue Zahl der ums Leben gekommenen Deutschen. Kanzleramtschef Helge Braun begründete das damit, dass zunächst die Angehörigen informiert würden. "Die Bundesregierung unternimmt nun alles, um dafür zu sorgen, dass schnell Gewissheit für die Angehörigen herrscht", sagte er vor Journalisten in Berlin.

Die Polizei war auch am Donnerstag noch damit beschäftigt, Spuren zu sichern. Wie ein dpa-Reporter von der Unfallstelle berichtete, sammelten Polizisten Ausweise oder andere Dokumente ein – beziehungsweise suchten sie danach.Wie ein dpa-Reporter von der Unfallstelle berichtete, sammelten Polizisten Ausweise oder andere Dokumente ein – beziehungsweise suchten sie danach.

"Portugal und Deutschland sind im gemeinsamen Schmerz vereint"

Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa drücke im Namen aller Portugiesen den Hinterbliebenen sein Beileid aus. Mit Blick auf die Toten sagte er: "Mir wurde gesagt, dass es alles Deutsche sind." In einer Nachricht an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schreibt er: "In diesem Moment sind Portugal und Deutschland im gemeinsamen Schmerz vereint."

Der Reisebus war am Mittwochabend in der Gemeinde Caniço, in der die Urlauber im Hotel "Quinta Splendida" die Osterferien verbrachten, in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen und eine Böschung hinunter auf ein Wohnhaus gestürzt. Medienberichten zufolge waren die Urlauber im Alter zwischen 40 und 50 Jahren auf dem Weg von ihrem Hotel in ein Restaurant in der Provinzhauptstadt Funchal. 

Dreitägige Trauerzeit in Portugal

Die portugiesische Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Örtliche Medien zitierten aus einer Mitteilung des Ministerrats, dass Trauer und Solidarität aller Portugiesen mit den Opfern und ihren Angehörigen Ausdruck verliehen werden soll.

Die Zeitung "Observador" berichtete von insgesamt 57 Menschen an Bord. Verletzt wurden bei dem Unfall demnach 27 von ihnen. Zwei konnten das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Unter den Verletzten waren den Angaben zufolge zwei Portugiesen: der Fahrer und ein Fremdenführer.

Insel Madeira: Hier passierte das schwere Busunglück mit 29 Toten. (Quelle: t-online.de)

Das Unglück hatte sich gegen 18.30 Uhr in dem östlich von Funchal gelegenen Caniço ereignet. Zwei Dutzend Rettungswagen waren im Einsatz, die Polizei riegelte den Unglücksort weiträumig ab. Auf Videos war zu sehen, wie Helfer Verletzte stützten und in Sicherheit brachten. Im Hintergrund waren Sirenen von Ambulanzen zu hören.


Die portugiesische Regierung will Schwerverletzte auf das Festland ausfliegen lassen. Die Luftwaffe will dazu drei Maschinen nach Madeira schicken. Auch die Bundesregierung prüft den Einsatz eines Rettungsflugzeugs der Luftwaffe zur schnellen Hilfe für die verletzten Deutschen. Außenminister Heiko Maas reist zusammen mit einem deutschen Ärzteteam an die Unglücksstelle. Die Ankunft auf der Insel wurde nach dpa-Informationen am frühen Abend erwartet. 

Die Unfallursache war zunächst noch unklar. Medien berichten, ein mechanisches Problem sei wahrscheinlich der Grund gewesen – entweder ein Bremsausfall oder ein eingeklemmtes Gaspedal. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein. Der Inhaber des Unglücksfahrzeugs sagte den Ermittlungsbehörden seine uneingeschränkte Kooperation zu. "Es ist unser Wille und unser Bestreben, dass alle Fakten, Gründe und Verantwortlichkeiten des Unfalls ermittelt werden", zitierte die Nachrichtenagentur Lusa am Donnerstag aus einer Mitteilung des Verkehrsunternehmens SAM.
 

 
Wegen des milden Klimas ist Madeira das ganze Jahr über bei Urlaubern beliebt. Auch immer mehr Deutsche reisen auf die "Blumeninsel".

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa und AFP
  • Eigene Recherche

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