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Schafe am stärksten betroffen: Mehr Wolfsangriffe auf Nutztiere - Bauern fordern Jagd

Schafe am stärksten betroffen  

Mehr Wolfsangriffe auf Nutztiere - Bauern fordern Jagd

05.12.2019, 14:37 Uhr | dpa

Schafe am stärksten betroffen: Mehr Wolfsangriffe auf Nutztiere - Bauern fordern Jagd. Im Jahr 2018 gab es nach Angaben des Bundes 639 gemeldete Wolfsübergriffe mit insgesamt 2067 getöteten, verletzten oder vermissten Nutztieren.

Im Jahr 2018 gab es nach Angaben des Bundes 639 gemeldete Wolfsübergriffe mit insgesamt 2067 getöteten, verletzten oder vermissten Nutztieren. Foto: Konstantin Knorr/dpa. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Die Zahl der Wolfsangriffe auf Nutztiere hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. 2018 gab es nach Angaben der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) 639 gemeldete Übergriffe von Wölfen mit insgesamt 2067 getöteten, verletzten oder vermissten Nutztieren.

Mit Abstand am stärksten betroffen sind Schafe (1656 Tiere). Die meisten Übergriffe gab es in Brandenburg (163) und Niedersachsen (151). Zunächst hatte die "Neue Osnabrücker Zeitung" ("NOZ") über die DBBW-Zahlen berichtet.

Im Bericht für das Jahr 2017 werden für Deutschland 472 Übergriffe angegeben, von denen 1667 Nutztiere betroffen waren. Damit hat die Zahl der Vorfälle von 2017 auf 2018 um rund 35 Prozent zugenommen. Seit der Jahrtausendwende breiten sich Wölfe in Deutschland aus, nachdem sie lange ausgerottet waren.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, forderte in der "NOZ" "ein aktives und konsequentes Management des Wolfsbestandes" - das würde bedeuten, die bisher streng geschützten Tiere auch zu jagen. In Deutschland wird seit Jahren erbittert über den Umgang mit Wölfen gestritten.

Am Montag hatten die Wolfsexperten der DBBW mitgeteilt, dass in Deutschland mittlerweile 105 Wolfsrudel leben. Dazu kommen 25 Paare und 13 Einzeltiere. Wie viele Wölfe ein Rudel bilden, schwankt stark. Es sind in der Regel das Elternpaar und sein Nachwuchs, die Sterblichkeit bei Wolfswelpen ist aber sehr hoch. Die meisten Wölfe leben in Ost- und Norddeutschland. Einen bestätigten Angriff eines Wolfs auf einen Menschen in Deutschland gab es seit der Rückkehr der Tiere nicht.

Das Bundesumweltministerium verwies am Donnerstag auf einen Gesetzentwurf, den das Bundeskabinett bereit im Mai beschlossen hatte. Mit der geplanten "Lex Wolf" beschäftigt sich derzeit der Bundestag. Die Fronten sind verhärtet.

Wölfe sollen dem Gesetzentwurf zufolge unter anderem leichter geschossen werden können, wenn sie Schafe und andere Nutztiere reißen - auch wenn nicht klar ist, welcher Wolf genau Schutzzäune überwunden und die Tiere angegriffen hat. Es können demnach so lange Wölfe in der Gegend geschossen werden, bis es keine Attacken mehr gibt - auch wenn dafür ein ganzes Rudel getötet wird. Die Behörden der Länder müssen aber jeden Abschuss wieder einzeln genehmigen.

Was verboten bleibt, ist der vorsorgliche Abschuss, wenn es gar keinen Angriff auf Nutztiere gab. Das geht unter anderem der Union gegen den Strich: Sie fordert eine aktive "Regulierung" der Zahl der Wölfe und auch "wolfsfreie Zonen".

Auch Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hat immer wieder gesagt, dass der vorbeugende Abschuss aus ihrer Sicht erlaubt sein solle. Dem Kabinettsbeschluss stimmte sie zwar zu, sagte aber gleich anschließend, dass sie auf Nachschärfungen im Bundestag setze. Der jagdpolitische Sprecher der FDP, Karlheinz Busen, forderte ein Ende der "Kuscheltierromantik".

Dagegen ist man aus Sicht von Umweltministerium und Naturschützern noch weit von einem guten Erhaltungszustand der Art entfernt, der weitere Lockerungen der Abschuss-Regeln rechtfertigen könnte. Umweltverbände fordern stattdessen, den Herdenschutz - also zum Beispiel Zäune - zu verbessern und den Tierhaltern mehr zu helfen als bisher.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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