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Dem Hollywood-Mogul Weinstein wird sein Strafmaß verkĂŒndet

Von dpa
Aktualisiert am 10.03.2020Lesedauer: 3 Min.
Harvey Weinstein, ehemaliger Filmproduzent aus den USA, beschÀftigt mittlerweile einen "GefÀngnis-Berater".
Harvey Weinstein, ehemaliger Filmproduzent aus den USA, beschÀftigt mittlerweile einen "GefÀngnis-Berater". (Quelle: Mark Lennihan/AP/dpa./dpa)
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New York (dpa) - Jahrzehntelang beschĂ€ftigte Harvey Weinstein vor allem Schauspieler, Regisseure und Produktionsassistenten. Derzeit besteht das Team des frĂŒheren Hollywood-Moguls aus AnwĂ€lten, Sprechern, Krisenmanagern - und seit neuestem auch aus einem eigenen "GefĂ€ngnis-Berater".

Ende Februar sprach eine Jury den 67-JĂ€hrigen wegen Sexualverbrechen schuldig, an diesem Mittwoch (11. MĂ€rz) soll das Strafmaß bekannt gegeben werden. Weinstein drohen bis zu 29 Jahre Haft.

Die Staatsanwaltschaft forderte Richter James Burke im Vorfeld noch einmal zu einer harten Strafe auf. Weinstein habe jahrzehntelang Frauen missbraucht und zeige bislang keine Reue. Die Liste seiner Vergehen verdeutliche "ein Leben voller Missbrauch anderer Menschen, sexuellem und sonstigem", sagte HauptanklĂ€gerin Joan Illuzzi. Weinsteins Verteidigung hatte bereits angekĂŒndigt, in Revision gehen zu wollen.

In dem aufsehenerregenden Prozess ging es vor allem um zwei VorwĂŒrfe: Weinstein soll 2006 die Produktionsassistentin Mimi Haleyi zum Oralsex gezwungen und die heutige Friseurin Jessica Mann 2013 vergewaltigt haben. Die zwölf Geschworenen der Jury befanden Weinstein der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung fĂŒr schuldig. Nicht schuldig sei er in den beiden schwersten Anklagepunkten des "raubtierhaften sexuellen Angriffs" sowie eines noch schwereren Vorwurfs bezĂŒglich Vergewaltigung.

Insgesamt werfen mehr als 80 Frauen Weinstein sexuelle Übergriffe vor. Die Anschuldigungen gegen den Produzenten, im Herbst 2017 von der "New York Times" und dem Magazin "New Yorker" veröffentlicht, waren der Anfang der MeToo-Bewegung. Überall auf der Welt erkannten viele Frauen und auch einige MĂ€nner ihre eigenen Geschichten in denen der mutmaßlichen Weinstein-Opfer wieder - sie begannen, diese Geschichten unter dem Schlagwort "Me too" ("Ich auch") zu sammeln. Die MeToo-Bewegung feierte das Urteil gegen Weinstein als Meilenstein - kritisierte aber auch, dass Weinstein nicht in allen Anklagepunkten fĂŒr schuldig befunden worden war.

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Mit dem Strafmaß und einer möglichen Revision sind die juristischen KĂ€mpfe fĂŒr Weinstein noch lange nicht vorbei. In Los Angeles wurde er ebenfalls wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung angeklagt, auch dort könnte es zum Prozess kommen. Davon abgesehen verhandeln seine AnwĂ€lte weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit zivilen KlĂ€gerinnen um EntschĂ€digungen.

Ein lĂ€ngerer GefĂ€ngnisaufenthalt ist Weinstein so gut wie sicher, weswegen der Ex-Produzent Craig Rothfeld anheuerte, der nach einem eigenen GefĂ€ngnis-Aufenthalt eine spezielle Beratungsfirma gegrĂŒndet hat. "Wenn du weggesperrt wirst, dann ist das wie eine Art Bermuda-Dreieck", sagte Rothfeld der "New York Times".

Er habe sich mit Weinstein und Mitgliedern seiner Familie getroffen, sagte Rothfeld. Schon direkt nach der UrteilsverkĂŒndung half er dem gesundheitlich angeschlagenen Weinstein dabei, nicht sofort in das berĂŒchtigte New Yorker GefĂ€ngnis Rikers Island eingeliefert zu werden, sondern zunĂ€chst einmal in ein Krankenhaus.

Zudem bereitete er ihn darauf vor, was ihn nach der VerkĂŒndung des Strafmaßes erwartet. Wie jeder andere Verurteilte in New York auch soll Weinstein zunĂ€chst in eine Einrichtung in Fishkill etwa 100 Kilometer nördlich der Millionenmetropole gebracht werden. Dort wird entschieden, in welches GefĂ€ngnis der Ex-Produzent kommt. GefĂ€ngnis-Berater Rothfeld will bis zuletzt daran arbeiten, die Verantwortlichen zu ĂŒberzeugen, Weinstein in ein GefĂ€ngnis mit speziellen medizinischen Vorkehrungen zu bringen, wo er auch speziell geschĂŒtzt werden kann.

Zudem wolle der Produzent in eine Einrichtung, die nah an der Millionenmetropole New York liege oder in der viele Inhaftierte jĂŒdisch seien, sagte Rothfeld der "New York Times". Als GefĂ€ngnis-Berater sei er "Therapeut, Rabbi, Priester, Eheberater und großer Bruder", so Rothfeld.

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