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Das sind die neuen Corona-Hotspots in Deutschland

Von Laura Stresing

Aktualisiert am 04.04.2020Lesedauer: 4 Min.
Infografik: Die Verdopplungsraten zeigen, wie schnell sich das Virus in den Landkreisen verbreitet.
Infografik: Die Verdopplungsraten zeigen, wie schnell sich das Virus in den Landkreisen verbreitet. (Quelle: Getty images/metamorworks)
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Aktuelle Zahlen deuten darauf hin, dass sich das Coronavirus in Deutschland langsamer verbreitet als zuvor. Das gilt jedoch nicht überall. t-online.de zeigt, wo sich die Zahl der Betroffenen in den vergangenen Tagen rasant erhöht hat.

Seit dem 31. März gibt es in der Corona-Krise in Deutschland aus Sicht des Robert Koch-Instituts (RKI) keine "besonders betroffenen Gebiete" mehr – denn von Covid-19 sind inzwischen ohnehin alle betroffen. Eine Karte mit den aktuellen Zahlen finden Sie hier.

Doch es gibt auch gute Nachrichten. Analysen von t-online.de mit Daten von Risklayer zeigen, dass die Zahl der neu gemeldeten Infektionen in fast allen Landkreisen langsamer steigt als noch in der Vorwoche. Die absoluten Fallzahlen nehmen zwar täglich weiter zu, die Kurve flacht aber allmählich ab.

Die Entwicklung zeigt sich beispielsweise in dem anfänglichen Brennpunkt der Corona-Krise Heinsberg oder in den Großstädten wie München, Köln und Hamburg. Parallel dazu drohen nun aber in den umliegenden Gemeinden neue Infektionsherde aufzuflammen.

Auf Kreisebene zeigen sich die aktuellen Hotspots

Eine der dramatischsten Wachstumsraten im Bundesgebiet hat demnach das oberpfälzische Neustadt a.d. Waldnaab, das an den schon länger schwer betroffenen Landkreis Tirschenreuth angrenzt. Auch in den schwäbischen Nachbar-Landkreisen Rottweil und Tuttlingen hat sich das Wachstum im Vergleich zur Vorwoche extrem beschleunigt. Hier schreibt sich das Ausbruchsgeschehen aus dem nahe liegenden Tübingen fort.

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Die ARD-Intendanten v.l.n.r.: Manfred Krupp (HR), Prof. Dr. Karola Wille (MDR), Dr. Katja Wildermuth (BR), Generalsekretärin Dr. Susanne Pfab, Programmdirektorin Christine Strobl, Martin Grasmück (SR), Dr. Yvette Gerner (Radio Bremen), Joachim Knuth (NDR). Vorne Ex-RBB-Intendantin Patricia Schlesinger, Tom Buhrow (WDR) und Dr. Kai Gniffke (SWR).


Außerhalb von Bayern und Baden-Württemberg fallen vor allem Wolfsburg, Olpe und Oldenburg mit einer sprunghaft ansteigenden Statistik auf.

Ablesen lassen sich solche Dynamiken unter anderem aus der sogenannten Verdopplungszeit. Darunter versteht man die Anzahl der Tage, in der sich die Fallzahl zuletzt verdoppelt hat. Je niedriger der Wert, desto schneller breitet sich die Seuche aus. Je höher, desto besser ist das Virus unter Kontrolle.

Auf dieser Karte sehen Sie, wie lange die Verdoppelung der Fallzahlen in den einzelnen Landkreisen zuletzt gedauert hat. (Tipp: Um die kreisfreien Städte zu sehen, müssen Sie näher in die Karte hineinzoomen.)

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Bitte beachten: Diese Grafik macht Trends deutlich, hat aber wie alle Corona-Visualisierungen ihre Grenzen. Im Bezug auf die absoluten Zahlen oder in Relation zur Bevölkerung sind womöglich andere Regionen stärker betroffen. Mehr dazu erfahren Sie hier. Außerdem kann die Datenlage niemals das tatsächliche Ausbruchsgeschehen in Echtzeit wiedergeben. Aufgrund von Inkubationszeiten und Meldeverfahren werden Neuinfektionen nur mit mehreren Tagen Verzögerung registriert. Unzählige Covid-19-Erkrankungen bleiben vermutlich unbemerkt.

In diesen Landkreisen fängt es gerade erst an

Immerhin: Von 401 Landkreisen und kreisfreien Städten konnten die meisten das Wachstum bei den Fallzahlen bremsen, teilweise sogar signifikant. Mehr als 30 Kreise und Städte haben Verdopplungszeiten von 10 Tagen oder mehr erreicht. Auf der anderen Seite des Spektrums kämpfen 20 Gemeinden mit einer Verdopplung der Covid-19-Fälle innerhalb von 2 bis 3 Tagen. In mehr als 50 Regionen hat sich die Verbreitungsgeschwindigkeit trotz Gegenmaßnahmen im Vergleich zur Vorwoche erhöht. Dies kann jedoch auch damit zu tun haben, dass mehr Menschen getestet und dadurch mehr Fälle aufgedeckt werden.

Eine schnelle Verdopplung in Kombination mit niedrigen Fallzahlen kann zudem ein Indikator für eine beginnende Entwicklung sein: Das Ausbruchsgeschehen steht hier noch am Anfang. Den Daten zufolge ist das beispielsweise in der Uckermark, in Eisenach und Hildburghausen (Thüringen) der Fall. Solange es nur wenige Erkrankte gibt, lässt sich noch gut gegensteuern. Bei einer anhaltenden Verdopplung an jedem zweiten oder dritten Tag kann man sich jedoch ausmalen, wie schnell die Situation außer Kontrolle geraten kann. Soziale Distanzierung ist und bleibt wichtig.

Alle acht bis neun Tage verdoppelt sich die Zahl der Infizierten

Besonders dramatisch ist eine niedrige Verdopplungsrate natürlich dort, wo es bereits viele Infizierte (pro 100.000 Einwohner) gibt. Bei dieser Dynamik ist in der nächsten Zeit mit einem rasanten Anstieg der Fallzahlen zu rechnen. Die bereits stark betroffenen Landkreise Tirschenreuth in Bayern und der Hohenlohekreis in Baden-Württemberg konnten zwar das Wachstum etwas bremsen, bleiben aber Hotspots der Coronavirus-Epidemie in Deutschland.

Bundesweit hat sich die Verdopplungsrate von 3 bis 4 Tagen in der ersten Märzhälfte auf 8 bis 9 Tage am Ende des Monats erhöht. Auch deshalb werden bereits Forderungen nach einer Lockerung der derzeit geltenden Alltagseinschränkungen laut. Laut Experten wäre es dafür aber noch zu früh. Auch die Bundesregierung will die Ausgangsbeschränkungen frühestens aufheben, wenn die Verdopplungsrate mindestens 10 Tage beträgt. Experten gehen davon aus, dass der Andrang auf die Krankenhäuser in diesem Fall besser zu bewältigen ist.

Zur Methodik

Genau wie die Entwicklung bei den Fallzahlen ist die Verdopplungsrate von Tag zu Tag starken Schwankungen ausgesetzt. Um das auszugleichen, ermitteln und vergleichen wir die Werte im Wochenrhythmus, das heißt, die hier genannten Verdopplungsraten beziehen sich auf einen Zeitraum von 7 Tagen. Andere Berechnungen wählen kürzere Abstände, daher können die Angaben abweichen.

t-online.de bezieht die Fallzahlen in den Landkreisen und kreisfreien Städten von der Firma Risklayer. Diese wiederum trägt die Daten im sogenannten Crowdsourcing-Verfahren zusammen. Das heißt, dass Freiwillige die Informationen bei den regionalen Behörden abfragen und in ein gemeinsames Dokument eintragen, wo sie von anderen mehrfach überprüft und verifiziert werden. Als Hauptquelle dienen dabei die jeweiligen Websites der Landkreise und anderer offizieller Stellen. Wenn die Landkreise ihre Zählmethode umstellen, kann das die Statistik verzerren.

Die lokalen Behörden melden neue Fälle oft schneller als die Einrichtungen der Länder oder des Bundes und aktualisieren ihre Angaben in unregelmäßigen Abständen. In der Gesamtzahl auf Landes- und Bundesebene kann es in den hier dargestellten Daten aufgrund des Meldeverzugs zu Abweichungen zu den Zahlen des Robert Koch-Instituts oder anderen Landes- und Bundesbehörden kommen.

Trotz größerer Aktualität können diese Daten nicht das tatsächliche Ausbruchsgeschehen wiedergeben. Dies liegt unter anderem an Faktoren wie der Inkubationszeit, der Zahl der durchgeführten Tests und dem jeweiligen Diagnose- und Meldeverfahren in den Regionen. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer bei den Infizierten und bereits Genesenen aus.

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