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Corona-Talk bei "Anne Will": Virologe fordert Risikogruppe in Sicherheit zu bringen

Corona-Talk bei "Anne Will"  

Virologe: "Risikogruppen müssen in Sicherheit gebracht werden"

06.04.2020, 12:17 Uhr | aj, rtr, ds

Diese Gruppen sind besonders vom Coronavirus betroffen

Zehntausende Menschen sind in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert. Doch nicht alle Gruppen sind gleich stark betroffen. Die Zahlen variieren je nach Alter und Geschlecht und geben Aufschluss, wer besonders geschützt werden muss. (Quelle: t-online.de)

Deutliche Unterschiede in Deutschland: Inwiefern das Geschlecht eine Rolle spielt und welche Gruppen besonders vom Coronavirus betroffen sind. (Quelle: t-online.de)


Beim ARD-Talk von "Anne Will" geht der Virologe Alexander Kekulé auf Distanz zum Robert Koch-Institut. Auch in der großen Koalition sorgen unterschiedliche Vorstellungen für Zündstoff.

Wann können die Ausgangsbeschränkungen in Deutschland enden? Der Virologe Alexander Kekulé hat sich nun für eine Maskenpflicht ausgesprochen – um so die Corona-Maßnahmen nicht verlängern zu müssen. In der ARD-Sendung "Anne Will" stellte sich der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie an der Uni Halle-Wittenberg damit gegen die Empfehlungen des Gesundheitsministeriums und des Robert Koch-Instituts. Die Bundesbehörde hatte nach einigem hin und her in der vergangenen Woche Schutzmasken als effektive Maßnahme im Kampf gegen Corona eingeordnet – sprach sich aber gegen eine Tragepflicht aus.

In der TV-Sendung zeigte sich Virologe Kekulé nun allerdings davon überzeugt, dass nur Schutzmasken das Ende des Lockdowns ermöglichen können. Zudem forderte der Virologe, sich Gedanken über die Zeit nach dem Ende der Ausgangsbeschränkungen zu machen. Dann müssten die besonders gefährdeten Risikogruppen "radikal in Sicherheit gebracht werden".

Alexander Kekulé zu Gast bei der Talkshow "Anne Will": Der Virologe kritisierte die Haltung des Gesundheitsministeriums beim Thema Schutzmasken. (Quelle: imago images/Jürgen Heinrich)Alexander Kekulé zu Gast bei der Talkshow "Anne Will": Der Virologe kritisierte die Haltung des Gesundheitsministeriums beim Thema Schutzmasken. (Quelle: Jürgen Heinrich/imago images)

Scholz lehnt Söder-Vorschlag ab 

Auch ein zweiter Konfliktherd offenbarte sich in der TV-Talkshow. So wies Finanzminister Olaf Scholz die Forderungen von CSU-Chef Markus Söder nach flächendeckenden Steuersenkungen zur Bewältigung der Folgen der Coronavirus-Krise zurück. Der Grund: Er lehne Steuersenkungen für Vermögende ab. Wegen der Corona-Krise werde der Bund ab 2023 für 20 Jahre die Schulden abzahlen müssen, die er jetzt neu aufnehme, sagt der SPD-Politiker in der ARD-Sendung "Anne Will" am Sonntagabend. Da könne es keine Steuersenkungen für Leute geben, die 200.000 oder 300.000 Euro verdienten. 

Scholz: Das Konzept ist nicht plausibel

CSU-Chef Markus Söder hat nach der Krise flächendeckende Steuersenkungen gefordert, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen."Der Soli muss schneller und für alle abgeschafft werden", sagte Söder. Darüber hinaus "sollten wir die Einkommensteuer insgesamt absenken, damit möglichst viele Arbeitnehmer mehr Geld in der Tasche haben", erklärte der bayerische Ministerpräsident. 

Da hielt Scholz nun deutlich dagegen: "In dieser Situation sich vorzustellen, dass Bürger mit sehr, sehr hohen Einkommen jetzt eine Steuerentlastung bekommen, ist nicht plausibel." Das sei der Grund, warum Union und SPD sich zu dem Thema bisher nicht einig geworden seien.

Europa will Produktion von Schutzkleidung ankurbeln

Zudem kündigte der Vizekanzler für Montag Beschlüsse der Bundesregierung zur Versorgung mit medizinischer Schutzkleidung an. Es gehe unter anderem um eine stärkere Produktion von Schutzmasken im Inland, sagte Scholz.

Unternehmen, die in der Krise auf die Fertigung medizinischer Ausrüstung umschwenken, sagte der SPD-Politiker zudem Unterstützung zu. Es werde vom Staat Abnahmegarantien und attraktive Preise geben, so Scholz in der ARD. Eine Überproduktion wäre in der aktuellen Situation auch kein Problem, weil viele Länder auf der Suche seien nach solchen Gütern.

Das werde auch für Arzneimittel gelten. Manches werde dann teurer. "Das ist aber auch richtig so." Der erfolgreiche Maschinenbau werde dabei für Deutschland hoffentlich ein Vorteil sein, sagte Scholz.

Verwendete Quellen:
  • "Anne Will" vom 5. April 2020
  • Mit Material der Nachrichtenagentur Reuters

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