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Drosten kritisiert falsche Experten: "Das ist unverantwortlich"

Von t-online, rh, dd

Aktualisiert am 13.05.2020Lesedauer: 3 Min.
Geht mit Kollegen hart ins Gericht: Virologe Christian Drosten.
Geht mit Kollegen hart ins Gericht: Virologe Christian Drosten. (Quelle: J├╝rgen Heinrich/imago-images-bilder)
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In der Corona-Krise verbreiten sich vor allem Fake-News rasend schnell. Virologe Christian Drosten ist fassungslos ├╝ber die Inhalte, die im Internet kursieren ÔÇô und greift vermeintliche "Experten" scharf an.

Neben dem Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hat sich f├╝r die Gesellschaft nicht nur in Deutschland eine weitere Herausforderung aufgetan: Der Kampf gegen die Verbreitung von Falschinformationen zur Pandemie. Virologe Christian Drosten hat nun scharfe Kritik an sozialen Netzwerken und auch an Berufskollegen ge├Ąu├čert. "Es l├Ąsst sich kaum noch zusammenfassen, was in den sozialen Medien kursiert, meist in Form von Videos, die zum Teil Millionen Abrufe haben und voller Unsinn sind", f├╝hrt Drosten in der aktuellen Ausgabe des NDR-Podcasts "Corona-Virus Update" aus.


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Drosten und viele weitere Wissenschaftler weltweit hatten zuletzt einen offenen Brief unterzeichnet, in dem gefordert wird, dass von den Unternehmen, die hinter den sozialen Netzwerken stehen, vehementer gegen Fake-News vorgegangen wird. Ein Problem sieht der Wissenschaftler der Berliner Charit├ę auch in den ├äu├čerungen von Berufskollegen: "Es sind zum Teil ├ärzte und Professoren dabei, die irgendeinen Quatsch in die Welt setzen, die nie an diesen Themen gearbeitet haben. Denen man aber aufgrund ihrer akademischen Qualifikation glaubt. Und es sind nat├╝rlich auch richtige Verschw├Ârungstheoretiker dabei." Und weiter: "Ich bekomme das Echo zur├╝ck in Form von Anschuldigungen und Fragen."

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"Was ich h├Âre, entbehrt jeder Grundlage"

Personen w├╝rden sich anma├čen, zu Themen Expertise vorzugeben, die ├╝berhaupt nicht in ihrem Fachbereich liegen: "Ich bin auch Professor. Aber ich w├╝rde mich nie trauen, irgendwelche Dinge an die ├ľffentlichkeit zu geben, die auch noch so viel Meinung beinhalten.


Beispielsweise ├╝ber Bakterien. Ich bin Virologe. Ich w├╝rde mich nie zu einem bakteriologischen Thema ├Ąu├čern. Doch das ist f├╝r den normalen Zuschauer fast dasselbe, Viren und Bakterien. F├╝r einen Wissenschaftler aber nicht."

Er sei best├╝rzt ├╝ber den Mangel an Fachkenntnis: "Was ich h├Âre, von scheinbaren Fachleuten ÔÇô sicherlich sind oder waren sie auch Fachleute, aber auf ihrem eigenen Forschungsgebiet ÔÇô, das entbehrt jeder Grundlage. Das sind Allgemeinpl├Ątze, die nicht ├╝ber Kenntnisse von Studentenlehrbuchwissen hinausgehen." Die Folgen seien fatal: "So st├Ąrkt man den wirklich gef├Ąhrlichen Verschw├Ârungstheoretikern den R├╝cken. Das ist unverantwortlich."


Laien sollten daher darauf achten, welches Fachgebiet ein m├Âglicher Experte, der sich ├Âffentlich ├Ąu├čert, hat. "Und da muss man dann auch noch mal ganz genau hinschauen, wie er sich spezialisiert hat. Und gibt es Hinweise, dass die Fach-Community diesen als Experten respektiert? Und wenn das nicht der Fall ist, dann sollte man einfach die Finger davon lassen."

Drosten verteidigt Lauterbach

In diesem Zusammenhang nimmt Drosten auch SPD-Politiker Karl Lauterbach in Schutz, der in den sozialen Medien zuletzt f├╝r einige seiner ├Âffentlichen Auftritte angegriffen wurde. "Ich habe gelesen, wie er in die Kritik geraten ist. Da haben Kommentatoren geschrieben, er solle mal weniger in Talkshow gehen und mal darauf achten, wie er sich so verh├Ąlt", so Drosten. Damit w├╝rden auch Lauterbachs kompetente ├äu├čerungen in Frage gestellt werden. "Das ist ein Zielen auf eine Person und damit ein Treffen des Inhalts, den die Person von sich gibt ÔÇô aber dieser Inhalt ist vollkommen richtig."


Lauterbach gelte zu Recht als Medizinexperte der SPD. "Was er so in den sozialen Medien von sich gibt, das ist einfach Stand der Dinge. Der kennt sich aus und ist von seiner Grundausbildung Epidemiologe. Und da ist es auch erstmal egal, ob irgendjemand findet, dass er zu viel in Talkshows sitzt. Er geht in die ├ľffentlichkeit und informiert mit richtigen Inhalten."

Drosten: Zwei-Meter-Abstand in Au├čenzonen von Restaurants "nicht notwendig"

Lauterbachs Kritik an der ├ľffnung von Restaurants im Zuge der Lockerung der Corona-Ma├čnahmen sei berechtigt ÔÇô dort entst├╝nden durch Ausatmen und Husten Aerosole. Drosten betont, dass auch in geschlossenen R├Ąumen Luftzirkulation wichtig sei.

Empfehlung von Christian Drosten: Man sollte Au├čenbereiche von Restaurants und Kneipen in der aktuellen Situation dem Innenbereich vorziehen.
Empfehlung von Christian Drosten: Man sollte Au├čenbereiche von Restaurants und Kneipen in der aktuellen Situation dem Innenbereich vorziehen. (Quelle: Christian Ohde/imago-images-bilder)

"Es sollte ein dezenter Luftstrom entstehen, um Luft nach drau├čen zu ziehen." Au├čenbereiche von Restaurants seien allerdings relativ sichere Zonen, in denen "ein Zwei-Meter-Abstand wahrscheinlich gar nicht notwendig" ist. "Denn das weht eh weg, was ├╝ber Aerosol-├ťbertragung verbreitet wird." Im Innenbereich, meint Drosten, sollte man besser mit weit offenen Fenstern sitzen. Und an schlechten, kalten Tagen, wo man das Fenster nicht ├Âffnen kann, eher weniger G├Ąste bewirten.

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Drosten hat zudem einen Vorschlag: "Warum erlaubt man Gastronomen nicht, die B├╝rgersteige mitzubenutzen? In diesen Zeiten kann man doch auch mal bei den Kommunen Ausnahmen machen und sagen, dass die Kneipen ihre Tische auf den B├╝rgersteig stellen ÔÇô solange sie damit nicht Passanten gef├Ąhrden."

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