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Empörung um Corona-Impfstoff: Astrazeneca kürzt Lieferungen an EU deutlich


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Astrazeneca kürzt Lieferungen an EU deutlich

Von rtr
Aktualisiert am 13.03.2021Lesedauer: 3 Min.
Astrazeneca: Der Impfstoffhersteller liefert weniger Dosen bis Ende März.
Astrazeneca: Der Impfstoffhersteller liefert weniger Dosen bis Ende März. (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)
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Astrazeneca liefert der Europäischen Union bis Ende März deutlich weniger Impfstoffdosen als ursprünglich geplant. Es ist nicht die erste Kürzung. Auch diesmal ist der Ärger in Brüssel groß.

Der britisch-schwedische Impfstoffanbieter Astrazeneca kürzt erneut seine Lieferungen an die Europäische Union. Einem Dokument vom 10. März zufolge, das Reuters vorliegt und das auch an EU-Vertreter ging, sollen bis Ende März 30 Millionen Dosen zur Impfung gegen das Coronavirus ausgeliefert werden.


Einfach erklärt: Die Etappen bis zur Zulassung eines Corona-Impfstoffs

Die Entwicklung eines Impfstoffs startet mit der Arbeit im Labor. Zuerst muss das Virus analysiert und verstanden werden, über welche Mechanismen der Erreger die Immunreaktionen des Körpers auslöst. Erst dann folgen die eigentlichen Etappen bis hin zur Zulassung. (Symbolbild)
Etappe 1 – Erprobung an Tieren: Zunächst wird getestet, wie wirksam und verträglich der Impfstoff ist. Neben Affen nutzen Forscher bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen SARS-CoV-2 auch Frettchen und genetisch veränderte Mäuse. (Symbolbild)
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Das wären zehn Millionen weniger als im Februar angekündigt und lediglich ein Drittel der ursprünglichen Zusage. Ein Firmensprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Insidern zufolge gibt es Schwierigkeiten bei den internationalen Lieferketten. Damit könnten neue Rückschläge auf die Impfkampagne in Europa zukommen.

Die Lieferkürzung bei Astrazeneca stieß in Brüssel auf scharfe Kritik: "Es ist an der Zeit, dass der Vorstand von Astrazeneca seine treuhänderische Verantwortung wahrnimmt und jetzt alles Notwendige tut, um die Verpflichtungen von AZ zu erfüllen", schrieb Thierry Breton, EU-Kommissar für Binnenmarkt und Industrie, in der Nacht zum Freitag auf Twitter.

EU beklagt US-Exportverbot, USA widersprechen

Hintergrund der gekürzten Pläne ist ein Ausfuhrverbot in den USA: Die US-Regierung habe erklärt, die EU solle zunächst nicht damit rechnen, in den USA hergestellte Impfdosen zu erhalten, sagten zwei hochrangige EU-Mitarbeiter Reuters. Astrazeneca hatte vergangenen Monat angekündigt, nur rund die Hälfte der 180 Millionen Impfeinheiten im zweiten Jahresquartal in die EU liefern zu können. Später hatte der Konzern erklärt, die Lücke mit Lieferungen des Impfstoff aus außereuropäischen Standorten – darunter die USA – zu verkleinern.

Die US-Regierung weist den Vorwurf zurück, sie verbiete die Ausfuhr von Impfstoffen aus den Vereinigten Staaten. "Es gibt keine Exportverbote", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Donnerstag (Ortszeit) in Washington. Alle Impfstoffhersteller in den USA seien frei darin, ihre Produkte zu exportieren, solange sie gleichzeitig die Zusagen aus Verträgen mit der US-Regierung einhielten.

Auf die Nachfrage, ob die Firmen zunächst Bestände, die sie der US-Regierung vertraglich versprochen hätten, liefern müssten, bevor Exporte an andere Staaten möglich sein, ging Psaki nicht näher ein. Sie sagte, zu genaueren Details der Verträge äußere sie sich nicht.

Die Sprecherin betonte zugleich erneut, Priorität der US-Regierung sei, zunächst die eigene Bevölkerung zu impfen. Man arbeite aber mit internationalen Partnern zusammen, um die Pandemie global unter Kontrolle zu bringen.

Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert signalisierte, dass die fehlenden Lieferungen Thema bilateraler Gespräche seien. Er verwies am Freitag in Berlin darauf, dass die Ausfuhrpraxis der EU und der USA in dieser Frage sehr unterschiedlich sei. Während die EU mehr als 30 Länder – darunter die USA – mit Impfstoffdosen versorge, sei dies bei den Vereinigten Staaten und Großbritannien nicht oder kaum der Fall.

Die EU sei zuständig, über solche Fragen zu reden und stehe in engen Austausch mit der Bundesregierung. "Aber natürlich und dennoch ist dies auch ein Thema, das die Bundesregierung auch in bilateralen Gesprächen anspricht", fügte Seibert hinzu.

WHO bewertet Astrazeneca als sicher

Die Weltgesundheitsorganisation WHO stellte sich unterdessen hinter den Impfstoff von Astrazeneca, obwohl mehrere nordeuropäische Länder die Impfungen nach Berichten über Thrombosen bei Geimpften unterbrochen hatten. Das Vakzin sei "exzellent", und es gebe keine Kausalverbindung zu den Gerinnungsstörungen, erklärte die WHO: "Es sei sehr wichtig, den Impfstoff weiterhin einzusetzen", sagte eine Sprecherin. Zugleich müsse die Sicherheit weiter untersucht werden.

Auch die europäische Arzneimittelaufsicht EMA erklärte, es gebe keine Anzeichen dafür, dass durch die Impfungen Blutverklumpungen ausgelöst worden seien. Zugleich kündigte sie Untersuchungen dazu an, ob einer der drei bislang eingesetzten Impfstoffe möglicherweise in Zusammenhang mit Blutgerinnungsstörungen und inneren Blutungen steht. Es seien im Rahmen der Impfstoffbeobachtung mehrere Fälle einer Autoimmunerkrankung aufgetreten, bei denen es zu einem Mangel an Blutplättchen kommt. Derzeit sei noch unklar, ob es einen Kausalzusammenhang gebe.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte, Deutschland folge der Empfehlung der EMA: Die Vorteile des Impfstoffs seien größer als die Risiken, und das sei weiterhin der Fall, sagte er. Bis Ende April sollen nach Deutschland rund sechs Millionen Dosen geliefert werden.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur Reuters
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