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Mehr als 220 neue Arten in einem Jahr am Mekong entdeckt

Von dpa
26.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Der sogenannte Popa-Langur wurde als eigene Art identifiziert.
Der sogenannte Popa-Langur wurde als eigene Art identifiziert. (Quelle: WWF Myanmar/dpa./dpa)
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Bangkok (dpa) - In den Anrainerstaaten des Mekong in S├╝dostasien haben Wissenschaftler aus aller Welt in nur einem Jahr 224 bisher unbekannte Tier- und Pflanzenarten entdeckt.

Dazu geh├Âren ein zweifarbiger Gecko, der aussieht, als sei er vorne gelb angestrichen, und eine stechend riechende Blume aus der Familie der Ingwergew├Ąchse, die in Thailand als Ersatz f├╝r Stinkk├Ąfer beim Zubereiten einer Chilipaste verwendet wird. Dies geht aus einem Report des WWF hervor. Neben 155 Pflanzen wurden 35 Reptilien, 17 Amphibien, 16 Fische und ein S├Ąugetier dokumentiert.

Bei dem S├Ąugetier handelt es sich um einen Affen: Der Popa-Langur wurde anhand von Kotproben und historischen Museumsexemplaren als eigene Art identifiziert. 2018 sei es dem WWF und Fauna and Flora International (FFI) gelungen, Aufnahmen der seltenen Tiere mit dem Fachnamen Trachypithecus popa zu machen, die nach dem erloschenen Vulkan Mount Popa im fr├╝heren Birma benannt sind.

Gro├če Biodiversit├Ąt in Mekong-Region

Die Gesamtzahl der seit 1997 in Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam und Myanmar entdeckten Tier- und Pflanzenarten liege nun bei 3007, so die Umweltschutz-Organisation. Die Mekong-Region sei damit zweifellos ein "weltweites Schwergewicht" bei der Entdeckung von Arten, sagte Stefan Ziegler, S├╝dostasien-Referent beim WWF Deutschland.

"Sie beherbergt einige der bekanntesten und gef├Ąhrdetsten Arten der Welt wie etwa den Tiger und den Mekong-Riesenwels." Die Lebensr├Ąume m├╝ssten wegen der enormen Biodiversit├Ąt unbedingt gesch├╝tzt und erhalten werden. "Verlieren wir die Mekong-Region als biologischen Hotspot verlieren wir einen betr├Ąchtlichen Teil der globalen Artenvielfalt", so Ziegler.

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Spitzenreiter Vietnam

Die meisten neuen Arten wurden dem Report zufolge im vergangenen Jahr in Vietnam entdeckt (91), gefolgt von Thailand (69). Im Ort Lung Cang in Vietnam entdeckte ein Expeditionsteam etwa eine dunkellila-gef├Ąrbte Schlange mit einem au├čergew├Âhnlichen Schuppenmuster. Schlie├člich stellte sie sich als neue Art (Achalinus zugorum) der ohnehin seltenen Gruppe der H├Âckernattern heraus.

Ebenfalls in Vietnam sowie in Kambodscha beschrieben Forscher eine bisher unbekannte Art eines Schaufelfu├čfrosches mit einer mondsichelf├Ârmigen Iris (Leptobrachium Iunatum). Und in Myanmar wurde ein H├Âhlenfisch (Kayahschistura lokalayensis) mit farblosem K├Ârper, unterentwickelten Augen und einer ungew├Âhnlichen Flossenstachel auf der Brust entdeckt.

Der WWF-Bericht vereint die Arbeit von Hunderten Wissenschaftlern, die f├╝r Universit├Ąten, Naturschutzorganisationen und Forschungsinstitute t├Ątig sind.

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